Freizeit-Tipps

Heimaturlaub: 3 wunderbar herbstliche Wanderungen rund um Freiburg

Maria-Xenia Hardt

Herbstzeit ist Wanderzeit: Das Wetter ist noch warm und die Tage lang, aber die große Hitze ist vorbei. Wir stellen drei Touren vor, die sich definitiv lohnen, wenn die Wälder bunter werden und die Aussicht von erklommenen Gipfeln besonders schön.

Halbtagestour: Kybfelsen

Direkt hinter dem Hohlbeinpferd geht es – stadtauswärts blickend links von der Schauinslandstraße weg – direkt in den Wald. Der Kybfelsen ist von Anfang an bis zum Gipfel ausgeschildert, die Route ist so sehr einfach zu finden. Zwei, drei Wegkehren später möchte man kaum meinen, dass Stadt, Autos und Straßenbahn noch ganz nah sind, so sehr verschlucken einen die Bäume.

Die Tour zum Kybfelsen ist so ziemlich die schnellste und erstaunlichste Flucht raus aus dem Freiburger Alltag und hinein die Natur. Durch die Nähe zur Stadt sind zumindest auf dem ersten Teilabschnitt auch noch viele Jogger und Gassigeher unterwegs.
Nach ein paar Kilometern – größtenteils doch recht steil bergauf – erreicht man bereits den ersten Aussichtspunkt: von einer riesigen Bank blickt man auf die Wiehre und alles nördlich davon. Danach geht es etwas flacher weiter bis zum Brombergfelsen. Der letzte Streckenabschnitt ist dann zumindest teilweise nochmal etwas steiler. Augen auf: hinter dem Rehhagsattel verläuft parallel zum Wanderweg eine Mountainbike-Strecke, die man keinesfalls entlangwandern sollte!

Nach rund zwei bis zweieinhalb Stunden – je nach Geschwindigkeit und Pausenfrequenz unterwegs – erreicht man den Gipfel des Kybfelsen. Von dort kann man die herrliche Aussicht über Freiburg, den Schönberg, Merzhausen und bis tief in die Rheinebene genießen. Über den Sohlacker – eine der schönsten Grillplätze in Freiburg – geht es dann zurück nach Günterstal, ab dort bringt einen die Straßenbahn zurück zum Ausgangspunkt.
Startpunkt: Hohlbeinpferd in der Wiehre
Endpunkt: Straßenbahn-Endhaltestelle Günterstal
Strecke: 10 km
Level: Mittel

Hoch laufen, runter schweben: Schauinsland

Der Kybfelsen reicht noch nicht? Kein Problem. Aus der Halbtagestour lässt sich einfach eine ganztägige Wanderung machen, wenn man am Sohlacker nicht in Richtung Günsterstal abbiegt, sondern weiter in Richtung Schauinsland läuft. Alternativ kann man die Schauinsland-Route auch von Günsterstal starten, so spart man sich ein paar Kilometer und einiges an Höhenmetern. Das Schauinsland ist ab dem Sohlacker lückenlos ausgeschildert – im Zweifelsfall geht es einfach immer weiter nach oben.

Vom Sohlacker geht es stetig bergauf, wobei die Steigung überwiegend nicht allzu steil ist. Faszinierend ist, wie sich der Wald auf dieser Strecke immer wieder verändert: mal Nadelwald, mal Mischwald, mal mit kräftigeren Bäumen und reichlich Gestrüpp, mal kahler Stamm neben kahlem Stamm. Wenn der Wind stärker weht, hört man die Bäume heulen – ein sonderbares und gänzlich ungewohntes Geräusch für den geneigten Städter.

Auf dem letzten Abschnitt kreuzt man immer wieder die Bundesstraße – an einigen Stellen muss man genauer hinschauen, um auf der anderen Straßenseite den Wanderweg wieder zu finden. Immer wieder wird man auf den letzten Kilometer schon mit himmelweiten Aussichten belohnt. Am schönsten ist es – natürlich – von ganz oben vom Schauinslandturm. Hier darf man sich, wenn man den Gipfel gänzlich aus eigener Kraft erreicht hat – durchaus ein wenig überlegen fühlen den plötzlich wieder anwesenden Menschenmassen, die wohl Bahn oder Auto genommen haben.

Nach Kaffee und Kuchen (oder einer warmen Suppe) im Café an der Bergstation kann man in der Schauinslandbahn wieder gen Tal schweben.
Startpunkt: Hohlbeinpferd in der Wiehre (über Kybfelsen) oder Endhaltestelle Günsterstal (über Sohlacker)
Endpunkt: Schauinsland Bergstation
Strecke: Ca. 16 km (über Kybfelsen) / 10 km (über Sohlacker)
Level: Mittel bis schwer

Aber bitte mit steil: Kandel

Die Wanderung von Waldkirch hoch zum Kandel und dann wieder runter nach Glottertal (oder in die entgegengesetzte Richtung) ist schon eher etwas für sportliche Zeitgenossen. Vom Bahnhof in Waldkirch gilt es zum Stadtrainsee zu finden, ab dort ist der Weg zum Kandel durchgängig markiert. Auf dem ersten Kilometer bis zum Baumkronenpfad herrscht reges Treiben: Eltern reden ihren kleinen bis halbwüchsigen Kindern gut zu, immerhin locken Hängebrücken und "Europas längste Röhrenrutsche".

Einige Erwachsene in unzureichendem Schuhwerk schnaufen selbst bedenklich den Berg hoch. Am Eingang zum Baumkronenpfad trennt sich die Spreu vom Weizen: wer nach links in Richtung Kandel abbiegt, der kann sich relativ sicher sein, bald alleine im Wald zu stehen.

Die nächsten paar Kilometer geht es wirklich steil bergauf, da gilt es, sich die Kräfte gut einzuteilen und neben aller Anstrengung nicht zu vergessen, sich an der Schönheit und tiefen Ruhe der Umgebung zu erfreuen. Die zweite Hälfte der rund 13 Kilometer von Waldkirch bis zum Kandel verlaufen dann in großen Teilen deutlich flacher über mit Laub bedeckte Wege, an einigen Brunnen, Bänken und Hütten vorbei, die einladen auch mal ein Päuschen einzulegen.

Oben auf dem Kandel lohnt sich – neben der herrlichen Aussicht natürlich – eine Einkehr beim "Fensterliwirt" – vom Parkplatz am Gipfel ausgeschildert. Man legt auf dem Weg zur Hütte bereits die ersten paar Meter in Richtung Glottertal zurück, kann dann – namensgetreu über ein "Fensterli" hinausgereicht – Kuchen oder Brotzeit genießen, bevor es bergab gen Glottertal geht.

Auch der Abstieg ist in Teilen steil und voll Geröll – und sehr lang. Da ist man dann schonmal stolz, dass man das alles auf der anderen Seite hochgelaufen ist. In Glottertal angekommen hat man dann mehr als einen Halbmarathon hinter sich – und einen atemberaubend schönen Tag voll Bewegung und Waldluft.
Startpunkt: Bahnhof Waldkirch
Endpunkt: Glottertal
Strecke: circa 25 km
Level: Schwer