Sicherheitsabstand

Hans-Bunte-Prozess wird im Freiburger Paulussaal fortgesetzt

dpa & Joachim Röderer

Seit März ruht der Prozess um die Gruppenvergewaltigung beim Hans-Bunte-Areal. Um Sicherheitsabstände einhalten zu können, wird ab Mitte Mai im Freiburger Paulussaal weiterverhandelt.

Der wegen des Coronavirus unterbrochene Prozess um die Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen vor einer Disco in Freiburg wird vom Gerichtssaal in eine Halle verlagert. Die zwei im Mai geplanten Prozesstage werden nicht wie gewohnt im Justizgebäude stattfinden, teilte das Landgericht Freiburg am Montag mit. Um die zum Schutz vor dem Coronavirus geltenden Sicherheitsabstände einhalten zu können, werde im Paulussaal der Paulus-Kirchengemeinde in der Dreisamstraße verhandelt. Dort werde der Prozess am 12. Mai und 13. Mai fortgesetzt.


Der Prozess sollte zunächst eigentlich am 12. März fortgesetzt werden. Dieser Plan scheiterte aber, weil sich zu diesem Zeitpunkt ein am Prozess beteiligter Anwalt in häuslicher Quarantäne befunden hat. Wenig später dann auch der für Ende März geplante Termin wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Das Problem: Wegen der hohen Zahl der Angeklagten befinden sich bei diesem Verfahren pro Verhandlungstag insgesamt um die 40 Beteiligte von Richtern und Schöffen, Verteidigung, Staatsanwaltschaft, Sachverständigen und Justizwachleuten im Saal.

Begonnen hatte der Prozess Ende Juni vergangenen Jahres. Angeklagt sind elf Männer von 18 Jahren bis 30 Jahren wegen Vergewaltigung oder unterlassener Hilfeleistung. Die meisten von ihnen sind Flüchtlinge. Ihnen wird vorgeworfen, Mitte Oktober 2018 die 18-Jährige nachts in Freiburg nach einem Discobesuch in einem Gebüsch vergewaltigt oder ihr nicht geholfen zu haben. Sie bestreiten dies oder schweigen zu den Vorwürfen. Bislang gab es 33 Prozesstage. Der Prozess war mehrfach verlängert worden. Mit Urteilen rechnet das Gericht nun frühestens Ende Juli.

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