Social-Media-Video

Handgemenge in Freiburger Straßenbahn: VAG sieht Schuld beim Fahrgast

Manuel Fritsch

Ein Internetvideo zeigt, wie ein Kontrolleur einen Mann in einer Freiburger Straßenbahn heftig schubst. In den sozialen Netzwerken wird Aufklärung gefordert. Nun äußert sich die VAG.

In den sozialen Netzwerken kursiert ein Video, das zeigt, wie ein Fahrgast in einer Freiburger Straßenbahn von einem Kontrolleur rüde am Aussteigen gehindert und gegen die Haltestangen der Bahn geschubst wird. Der Fahrgast will aussteigen, der Kontrolleur entgegnet: "Nein, Sie gehen nicht raus."


Das Netz ist empört, die VAG erklärt sich

Auf Facebook fordern Kommentatoren von der Freiburger Verkehrs AG eine Stellungnahme zu "solche unverhältnismäßigem und unangebrachtem Verhalten." Auf BZ-Anfrage am Donnerstag hieß es bei der VAG, man werde die Videos der Kameras in der Straßenbahn auswerten und sich dann zu dem Vorfall äußern. Am Freitag dann veröffentlichte die VAG eine Stellungnahme. Man habe mit den betroffenen Kontrolleuren gesprochen und die Videoaufnahmen gesichert.

Nach Darstellung der Kontrolleure hatte der Fahrgast sich geweigert, seinen Fahrschein vorzuzeigen und stattdessen den Kontrolleur mehrfach beleidigt, angespuckt und gesagt, er leide an Corona. Außerdem habe er den Kontrolleur mit einem spitzen Gegenstand bedroht und ihn leicht am Arm verletzt. Daraufhin kam es zu den auf dem Video zu sehenden Schubsern. Schließlich sei die Polizei eingeschalten worden. Diese habe die Beteiligten mit aufs Revier genommen. Der Kontrolleur habe Anzeige wegen Körperverletzung gegen den Fahrgast erstattet.

Brisanz vor dem Hintergrund von Rassismus-Debatte

Die Videoaufnahmen der Straßenbahnkameras hätten bislang aus rechtlichen Gründen zwar noch nicht ausgewertet werden können, sagt VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt. Da jedoch der öffentliche Druck vor dem Hintergrund der Diskussionen um Rassismus – der Fahrgast im Mittelpunkt der Auseinandersetzung ist dunkelhäutig – auch in Deutschland groß sei, habe man sich bei der VAG entschlossen, auch vor Sichtung der Videoaufnahmen eine Stellungnahme zu veröffentlichen. Das Unternehmen habe keinen Grund, an den Aussagen der Kontrolleure zu zweifeln, so Hildebrandt. Schließlich seien die Verletzung des Mitarbeiters und die Anzeige bei der Polizei gesicherte Fakten.

Die Polizei bestätigt den Vorfall und dass eine Anzeige wegen vorsätzlicher Körperverletzung von dem Kontrolleur gestellt wurde. Der Fahrgast habe sich den Beamten gegenüber uneinsichtig und aufbrausend verhalten.