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Gründen in der Krise: Juliane Wilcken hat ihr Café Bedda eröffnet

Angelina Klee

Juliane Wilcken hat im Freiburger Stadtteil Vauban ihr Café Bedda eröffnet. Mit fudder sprach Juliane über ihre Kuchen, die Schwierigkeiten gerade jetzt ein Café zu eröffnen und der in Freiburg noch nicht allzu populären Fermente.

Gründen in der Krise

"Natürlich hatte ich Angst, dass das Bedda wegen der Corona-Krise scheitern könnte", sagt Juliane vom Café "bedda". Vor der Krise hatte sie diese Gedanken nicht. Sie und ihr Mann führen seit einigen Jahren das Wilhelm Moltke Café im Sedanviertel in Freiburg. Ende Mai hat sie ihr eigenes Café eröffnet. Zwei Wochen später als geplant, aber dennoch mitten in der Krise hat Juliane das Bedda eröffnet. Und es ist bisher nicht gescheitert, denn die Kunden kommen. Der Weg von der Idee zur Eröffnung war an sich nicht besonders steinig, aber mit ein paar Befürchtungen verbunden.

Das Angebot für die Räumlichkeiten kam per Zufall von Julianes Freunden vom Restaurant Kantine, das direkt neben dem Bedda liegt. Der Mietvertrag war schnell unterschrieben und die Idee des Bedda geboren. Doch als Corona auch Südbaden traf, fragte sich Juliane: "Mache ich das jetzt wirklich?". Letztendlich hat sie sich für die Eröffnung entschieden. Während des Lockdowns, wovon auch das Wilhelm Moltke betroffen war, hatte sie sechs Wochen Zeit das Bedda herzurichten und einzuräumen. Da sie sich voll und ganz auf das Projekt konzentrieren konnte, hatte sie so kaum Zeit überhaupt an Corona zu denken.

Wer bist du und warum ein Café?

Juliane Wilcken, 53, aus Freiburg, führt schon seit längerem zusammen mit ihrem Mann Alex das Wilhelm Moltke Café, welches nun eine kleine Schwester namens Bedda in Vauban bekommen hat. Seit dem 30. Mai empfängt das Bedda in der Marie-Curie-Straße 1 seine Gäste. Für Juliane stand es außer Frage, dass das Bedda ein Café wird, denn ihre Leidenschaft ist das Backen. Vor Ort backt sie all ihre Kuchen und kleinen Köstlichkeiten selbst. Auch gilt das Bedda als eine logische Erweiterung des Wilhelm Moltke, denn hier kann sie ihren Gästen zusätzlich auch Lebensmittel aus Sizilien anbieten.
fudder-Serie "Gründen in der Krise"

fudder beschäftigt sich mit jungen Menschen aus der Region, die mitten in der Krise ein Geschäft eröffnet, eine Kollektion herausgebracht oder sich mit ihrer kleinen Firma selbstständig gemacht haben. Wir porträtieren junge Menschen vor, die sich der Herausforderung gestellt haben, mitten in der Pandemie ihren Traum zu verwirklichen.
Überblick: Alle Teile der Serie "Gründen in der Krise"

Woher kommt der Name Bedda?

"Der Name kommt aus dem sizilianischen Dialekt und bedeutet schön", sagt Juliane. Weder sie noch ihr Mann Alex kommen aus Italien, die beide haben aber eine starke, emotionale Bindung zu Sizilien. Weshalb Juliane auch nicht nur Kuchen und Kaffee im Bedda verkauft, sondern auch sizilianische Köstlichkeiten wie Olivenöl, Nudeln oder Limonade.

Die Kuchen, der Kaffee und die Lebensmittel

Die Kuchen und süßen Teile im Café Bedda backt Juliane selbst vor Ort. Die Spezialität des Hauses ist ihr Cheesecake. Der ist je nach Saison mit einem bestimmten Fruchtaufstrich bestückt – und er beinhaltet eine Geheimzutat, die ihn so besonders macht. Die Kuchen im Bedda backt Juliane zu 50 Prozent auf klassische Weise. Die anderen 50 Prozent teilt sie in jeweils 25 Prozent vegane und glutenfreie Kuchen. "So ist für jeden was dabei. Mein Wunsch ist es, dass alle und jeder zu mir ins Café kommt", sagt Juliane. Was zu jedem Stück Kuchen dazugehört, ist natürlich eine Tasse Kaffee. Den bekommt sie zum einen von der Rösterei Burkhart aus Sasbach am Kaiserstuhl und zum anderen aus Süditalien. Der heimische ist eher der Sanfte, wohingegen der italienische der Kräftige ist.

Neben den klassischen Café-Produkten, kann man bei Juliane auch Lebensmittel aus Sizilien kaufen. Neben Olivenöl gibt es Nudeln, Wein oder Limonaden-Sirup. "Bei den Produkten, die ich für die Kuchenverarbeitung nutze, achte ich besonders darauf, dass ich mit dem Kauf keinen großen Schaden an der Umwelt anrichte", sagt Juliane. Denn sie kauft hauptsächlich bei Alnatura, in Unverpackt-Läden oder bei Schwarzwaldmilch.

Eine Besonderheit, die Juliane im Café Bedda anbietet, sind ihre selbstgemachten Fermente, wie Wasser- und Milchkefir, Kombucha oder Joghurt. Das Besondere ihrer Fermente ist, dass keine Industrie dahinter steckt und sie dazu auch noch gesund sind.

Die Preise

Preislich liegen die Kuchen zwischen 2,80 – 3,80 Euro, ein Cappuccino kostet 2,80 Euro und die Fermente 3 Euro. Birchermüsli mit selbstgemachtem Joghurt kostet 3, 20 Euro im Café Bedda.

Café Bedda:

Website & Facebook& Instagram

Öffnungszeiten:

Mo 12 – 18 Uhr
Di – So 10 – 18 Uhr

Adresse:

Marie-Curie-Straße 1
79100 Freiburg