Weltweite Gemeinschaft

Global Shapers Freiburg: Junge Menschen wollen im Kleinen die Welt im Großen verändern

Gina Kutkat

Sie sind jung, klug – und wollen die Welt verändern. Die "Global Shapers" beschäftigen sich mit Klimawandel, Generationenwechsel oder sozialen Strukturen. Das Netzwerk ist weltweit aktiv – auch in Freiburg.

"Es ist ein Platz, an dem junge Menschen zusammenkommen," sagt Kumar Abhishek. Er hat den Freiburger Ableger der Global Shapers mit aufgebaut. Im Juni 2020 ging das "Hub" – so werden die lokalen Standorte genannt – an den Start. Freiburg ist damit die achte Stadt in Deutschland, die der weltweiten Gemeinschaft beitritt. Diese hat sich seit der Gründung im Jahr 2011 auf mehr als 150 Länder ausgeweitet. Aktuell engagieren sich acht junge Menschen – diese nennen sich "Shapers" – in Freiburg: Sie planen Events, Diskussionen oder Aktionen, die ihrer direkten Nachbarschaft zugute kommen sollen.

Kumar Abishek lebt seit 2018 in Freiburg. Der 30-Jährige kam mit einem Bundeskanzler-Stipendium nach Deutschland und arbeitet als Daten-Analyst bei einem Freiburger Unternehmen. Ehrenamtlich kümmert er sich um die Global Shapers und rekrutiert neue Mitglieder. Genauer gesagt: Als Shaper (aus dem Englischen von "formen") formt er die neue Gesellschaft. Nicht jeder oder jede kann dem Netzwerk beitreten: "Man muss etwas verändern wollen, motiviert sein und bereit dazu, sich für uns und unsere Aktionen einzusetzen", sagt Kumar. Die Freiburger Shapers arbeiten in unterschiedlichsten professionellen Bereichen und kommen aus Sri Lanka, Bulgarien oder Indien. Auch die Altersgrenze ist streng: Mit 31 Jahren wird man automatisch zum Alumni.

Mentoring-Programm soll Studierenden in der Pandemie helfen

Wer das Bewerbungsgespräch und die dreimonatige Probezeit geschafft hat, darf von viel Expertise, Inklusion und einem großen Gemeinschaftsgefühl profitieren. "Sechs junge Menschen sind bei uns gerade in der Probezeit", sagt Kumar. Das Freiburger Hub hat seit vergangenem Sommer bereits mehrere Aktionen auf die Beine gestellt. Im Februar gab es ein Webinar mit Business-Coach Laurent Kabbabé, der über das Geheimnis eines langen und glücklichen Lebens sprach. Im Hinblick auf Frühling und Sommer planen Kumar und sein Team eine Urban-Gardening-Aktion: Die Gruppe will ein Video auf allen Social-Media-Plattformen veröffentlichen, das den Leuten dabei hilft, ihre Balkone schön zu bepflanzen. "Wir pflanzen außerdem mehr als 100 Setzlinge in Joghurtbecher, die wir in der Stadt verteilen möchten", so Kumar.

Eine größere Herausforderung will das junge Team mit dem Peer-to-Peer-Mentoring angehen: Die globale Pandemie habe gezeigt, dass auch Studierende zu den vulnerablen Gruppen gehören. Auch in Freiburg leiden die jungen Menschen unter digitalem Unterricht, Einsamkeit und wenig Austausch. "Mit unserem Mentoring-Programm versuchen wir die Lücke zwischen der akademischen und der professionellen Welt zu schließen", so Kumar. Durch die Hilfe von jungen Professorinnen und Professoren sollen Studierende Starthilfe für den Jobeinstieg bekommen. Die Global Shapers Freiburg arbeiten dafür mit den Alumni Freiburg zusammen.

Treffen finden zwei Mal pro Monat statt

Mit großem Anspruch und viel Enthusiasmus wollen die Global Shapers die großen gesellschaftlichen Probleme im Kleinen angehen. Weitere Themen, um die sich die Shapers Gedanken machen, sind der Klima- und Gesellschaftswandel, Terrorismus, Armut, inklusive Wohnprojekte und Bildung. Unterstützung gibt es unter anderem vom Weltwirtschaftsforum, dessen Gründer Klaus Schwab auch die Idee zu den Global Shapers hatte. In Freiburg treffen sich die Shapers etwa zwei Mal pro Monat, wobei die Teilnahme an den Treffen freiwillig und flexibel ist. Wer daran interessiert ist, aktiv an der Zukunft der Nachbarschaft, der Stadt, des Landes und schließlich der Welt mitzuarbeiten, kann sich bewerben: freiburg@globalshapers.org