Gentleman im Zäpfle Club der Rothaus Arena

Daniel Weber & Janos Ruf

Gentleman, Deutschlands Reggae-Botschafter Nummer Eins, hat am Samstagabend den Zäpfle-Club in der Rothaus Arena mit einem schönen Konzert eröffnet. Daniel und Janos waren für fudder dabei.



Nun war es also Gentleman anstelle von Bushido, der den Zäpfle-Club eröffnete. Der Berliner Gangsta-Rapper musste sein Konzert in Freiburg vor wenigen Wochen aus Krankheitsgründen absagen. Vor einer Woche sah es kurzzeitig danach aus, als könnte der Kölner Reggae-Chanter dasselbe tun, nachdem er seinen Auftritt in Stuttgart cancelte. Tillmann Otto stand jedoch fit und gut gelaunt auf der Breisgauer Bühne.

Diese stand nicht wie sonst bei Konzerten in der Rothaus Arena an der Längsseite, sondern die Halle wurde quer bespielt. Es ist der signifikanteste Unterschied zwischen regulären Konzerten in der großen Veranstaltungshalle und dem so genannten Zäpfle-Club, der ab sofort das Mittelding auf der Freiburger Veranstaltungslandkarte zwischen zu kleiner Halle und zu großer Arena bilden soll.

Club-Atmosphäre durch eine gedämpfte Beleuchtung und abtrennende Vorhänge soll darin für bis zu 3000 Zuschauer geschaffen werden. Dies gelingt. Die Atmosphäre ist gemütlich, die Halle gut gefüllt, wenn auch bei weitem nicht in der Nähe eines ausverkauften Hauses.

Nachdem Jahcoustix und Christopher Martin souverän die Opener des Reggae-Abends geben, vergeht nicht mal eine Minute, da beginnt „Evolution“, die neu zusammengesetzte Backing Band von Gentleman schon  mit dem Intro. Im Hintergrund prangt in mittelgroßen Lettern schlicht und einfach „Diversity“, der Titel des aktuellen Albums von Gentleman. Während sich das instrumentelle Intro noch Roots-lastig durch vergangene Riddims alter Gentleman-LPs zieht, betritt der Mann des Abends mit einem Lächeln die Bühne. Weiße Adidas-Sneaker, Cargo-Hose, dunkles Shirt und Hut auf.

Effekthascherei ist seine Sache nicht.



Das Konzert beginnt ebenso gemütlich. Die erste halbe Stunde dient der Einstimmung. „Strictly Roots“ ist die Losung. Bis dann irgendwann ein Stück nicht mehr sanft ausgespielt, sondern hart unterbrochen wird. Die Drums werden härter, das Keyboard gibt Synthesizer, das Stroboskop setzt ein.

Hier zeigt sich die Neuausrichtung des Kölners, die sich auf dem aktuellen Album fundamentiert. Er experimentiert mehr und geht neue Wege, womit er an manchen Stellen die Weggabelung zwischen Reggae, Dancehall und Pop begeht. Die neue Band setzt das auf der Bühne gut um, zu den allgegenwärtigen Vibes gesellt sich da eine neue Energie, etwa auf „To The Top“, für das Feature-Partner und Voract Christopher Martin wieder zurück auf die Bühne kommt.

Mit dem Jamaikaner spielt Gentleman den Mittelteil der Show, in den auch ein Medley mit Reggae-Klassikern aus der älteren und jüngeren Vergangenheit gepackt wird.



Der in diesem Jahr verstorbenen Reggae-Legende Gregory Isaacs wird per Darbietung seines Hits „Night Nurse“ gehuldigt. Aus der jüngeren Vergangenheit stammt dann „One Way Ticket“ von Luciano. Die Kombination der Krächzstimme Gentlemans und des hohen klaren Organs des Jamaikaners Christopher Martin ist eine gute. Auch die Backgroundsängerinnen Mamadee und Tamika, Gentlemans Frau, bekommen ihr Scheinwerferlicht, in dem vor allem Mamadee mit ihrem Song über Afrika scheint.

Es ist ein gewohnt schönes Konzert, das Gentleman mit seiner Entourage auf die Bühne legt. Nach Klassikern wie „Jah Ina Yuh Life“, „Dem Gone“ oder „Intoxication“, sowie zweier Zugaben sind dann rund zwei Stunden vergangen. „Vielen Dank Freiburg, ihr wart nice“, flüstert Gentleman zum Abschluss ins Mikro.

Effekthascherei ist seine Sache nicht. Gut so.



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