Qu Club in Freiburg

Gäste warten noch Monate nach abgesagtem Sido-Auftritt auf Infos

Anika Maldacker

Wegen Corona musste ein Auftritt des Rappers Sido im Freiburger Qu Club abgesagt werden. Monatelang bekamen Fans keine Ansage. Auch Veranstalter und Ticketportal sind im Ungewissen.

Im März hagelte es Absagen von Konzerten, auch ein Auftritt des bekannten Rappers Sido am 14. März im Qu Club in Freiburg wurde abgesagt. Monatelang wissen die Ticketkäufer nicht, wann die Veranstaltung nachgeholt und wie mit ihren Eintrittsgeldern verfahren wird. Das sorgt für Unmut bei den Fans – und hinter den Kulissen herrscht Verwirrung.


Der Rapper Sido aus Berlin hat den Höhepunkt seiner Karriere zwar schon überschritten, aber sein Name zieht noch bei Rap-Fans. Mehrere Hundert Tickets wurden für den am 14. März geplanten Clubabend von Sido und DJ Desue in Freiburg laut Veranstalterin Ursula Steiner-Vranici verkauft. Der Auftritt, der im Qu Club am Fahnenbergplatz stattfinden sollte, musste aber abgesagt werden. Einen Tag vorher hat die Stadt Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen verboten.

Auf der Facebook-Seite der Bar hieß es im März, dass die Veranstaltung nachgeholt werden soll. Einen Termin gibt es aber wegen den Corona-Verordnungen noch nicht. Auf Nachfragen erhielten Ticketkäufer monatelang keine Antwort. Das sorgte für schlechte Stimmung.


"Prinzipiell muss der Vertragspartner für Kunden ansprechbar sein." Oliver Buttler

"Ich habe mehrmals an den Club geschrieben und keine Antwort bekommen", sagt Nadine Seubel-Krumm, die insgesamt vier Karten für den Live-Gig gekauft hat. 27 Euro hat eine Karte gekostet. Auch Mareike Panschin aus Bad Krozingen hat zwei Karten für den Auftritt gekauft und auf Rückfragen zum Termin nie eine Antwort bekommen. Den beiden geht es in erster Linie nicht um das Geld, sondern um die mangelhafte Kommunikation vonseiten der Veranstalterin. "Ich habe Verständnis dafür, dass es Veranstalter und Künstler derzeit schwer haben", sagt Seubel-Krumm, "aber eine Antwort sollte schon drin sein."

Veranstalter kann Wertgutschein als Ersatz anbieten

Das sieht auch Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg so. "Prinzipiell muss der Vertragspartner für Kunden ansprechbar sein", sagt er. Fällt eine Veranstaltung aus, müsse das Geld rückerstattet werden. Seit Mai gibt es eine Sonderregelung für Veranstaltungen, die wegen der Pandemie abgesagt wurden. Voraussetzung ist, dass die Veranstaltungskarten vor dem 8. März gekauft und bezahlt wurden. Dann hat der Veranstalter auch die Möglichkeit, einen Wertgutschein als Ersatz anzubieten. Dieser kann dann bis 31. Dezember 2021 für eine andere, gleichwertige Veranstaltung eingelöst werden. Wenn dem Kunde der Ersatz nicht passt, kann er danach sein Geld zurückfordern. Wer es jetzt schon zurückwill, ohne dass es einen neuen Termin gibt, ist auf die Kulanz des Veranstalters angewiesen.

Veranstalterin Steiner-Vranici, die den Qu Club seit vergangenem Jahr betreibt, hat kaum auf Kundenanfragen reagiert – aus zeitlichen Gründen wie sie sagt. Einzig in kurzen Facebook-Posts erklärte sie, dass das Konzert nachgeholt wird.

Erst am Montag kam eine lange Mail vom Ticketportal, in der Steiner-Vranici erklärt, dass der Künstler und die Agentur darauf bestehen, den Auftritt nach der Pandemie durchzuführen – und dass erst dann, wenn der Ersatztermin feststeht, eventuell Ticketkosten zurückerstattet werden können.

Darauf verweist auch die ausrichtende Agentur On-Off-Booking, mit Sitz im Landkreis Heilbronn. "Wenn es wieder möglich ist, sind wir in Freiburg sofort am Start", erklärt Inhaber Ono Fiore. Darüber, wann das sein könnte, will niemand spekulieren.

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