Großeinsatz

Fünf Verletzte bei Feuerunfall auf der "Gartenträume"-Messe in Freiburg

Joachim Röderer

In Halle 2 der Messe Freiburg ist es am Sonntagmittag bei der Messe "Gartenträume" zu einem Feuerunfall gekommen. Eine 68-jährige Frau erlitt dabei schwere Brandverletzungen.

Rettungsdienst, Notarzt, Feuerwehr und Polizei waren wegen des Unfalls mit einem größeren Aufgebot vor Ort. In einer ersten Meldung spricht die Polizei von insgesamt fünf Verletzten. Die schwerverletzte 68-Jährige sei mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen worden, sagte Polizeisprecher Jerry Clark am Nachmittag auf BZ-Nachfrage. Die Frau gehörte nach BZ-Informationen zum Team des Standes. Über die Schwere der Verletzungen der weiteren Betroffenen konnten zunächst keine Angaben gemacht werden. Nach dem Zwischenfall war auch ein Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes im Einsatz und der organisatorische Leiter Rettungsdienst von den Maltesern. Mehrere Rettungswagen waren zur Messe geschickt worden, auch mehrere Notärzte waren dort im Einsatz.


Eine Stichflamme an einem Stand für Ethanol-Kamine soll den Feuerwehreinsatz ausgelöst haben

Der Unfall soll sich an einem Stand, an dem Ethanol-Kamine angeboten werden, ereignet haben. Der Stand befand sich in Halle 2. Es soll zu einer Stichflamme gekommen sein. Die Integrierte Leitstelle war um 13.08 Uhr durch die Brandmeldeanlage der Messe alarmiert worden. Kurze Zeit später gingen dann ein Notruf per Telefon aus der Messehalle ein. Ein Zug der Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Wehren aus Zähringen und Herdern rückten sofort zum Ort des Geschehens im Freiburger Nordwesten aus.

Beim Eintreffen der Feuerwehr sei der Brand des Standes bereits von Messemitarbeitern mit Feuerlöschern und einem Wasserschlauch aus dem Wandhydranten gelöscht gewesen, meldet die Einsatzleitung. Die gesamten Messehallen seien vorbildlich von Veranstalter und der Messe Freiburg geräumt worden. Verantwortlich für die "Gartenträume" ist eine niederländische Firma. Nach einiger Zeit konnten dann die Hallen 1 und 3 in Absprache mit der Polizei wieder frei gegeben werden, die Halle 2 blieb geschlossen.

Ethanol-Öfen gelten als risikoreich

Zu der Unfallursache laufen noch die Ermittlungen. Ethanol-Kamine sind Feuerstellen, die nur für den dekorativen Gebrauch geeignet sind – sie sorgen für Lagerfeuer-Atmosphäre, ganz ohne Holz und Asche. Sie sind nicht zum Heizen geeignet und sollten nur in gut belüfteten Räumen eingesetzt werden, heißt es in einer Empfehlung der Stiftung Warentest. Die Tester warnen seit Jahren auch immer wieder vor den großen Risiken der Ethanol-Öfen, weil es immer wieder zu Unfällen mit schweren Brandverletzungen gekommen sei, wie auf der Website test.de zu lesen ist. "Die Feuerwehr rät davon ab, Ethanol-Kamine in geschlossenen Räumen zu verwenden", war der Tenor eines Beitrags des NDR zum Thema. Der Brennstoff Ethanol bildet demnach schon ab einer Raumtemperatur von 21 Grad Celsius ein leicht entzündliches und sogar explosionsfähiges Gemisch. Vor allem beim Nachfüllen der Brennkammern bestehe laut Experten eine hohe Brandgefahr.

Die Polizei und die Staatsanwaltschaft waren auch späteren Sonntagnachmittag noch vor Ort, um die Ursache des Feuers zu ermitteln. Daniel Strowitzki, Chef der Messe Freiburg, zeigte sich betroffen: "Unsere Gedanken sind bei den Verletzten. Wir hoffen, dass es ihnen allen bald wieder besser geht", meinte er. Die Betreiber der anderen Stände in der betroffenen Halle wurden von der Polizei zu ihren Ständen gebracht, damit sie ihre Wertsachen holen konnten. Unklar blieb, ob die Aussteller schon heute oder doch erst morgen ihre Stände abbauen können.