TV-Show

Fünf Gründe, warum "Der Bachelor" nervt

Annika Vogelbacher & Stefanie Huschle

Halbzeit bei der zehnten Staffel des Bachelors mit Sebastian Preuss und der Freiburger Kandidatin Vanessa Guida. Warum Letztere die einzig wahre Entertainerin der Show und der Bachelor sexistische Kackscheiße ist.



1. Nein heißt Nein – zur Frau

Wer nicht rummachen will, kriegt weder Verständnis noch Rose, egal wie gut es sonst so passt, egal ob man sich mag, sich wohlfühlt beieinander. Aber: Will die als Favoritin des Bachelors geltende Linda nicht sofort und als fünfte Frau innerhalb weniger Tage mit ihm rummachen, diskutiert Sebastian Preuss bis ins Unendliche. Er treibt Linda in die Enge und hackt immer wieder darauf rum, dass er nicht bekommen hat, was er will und dass ihn das "total nervt". Mit so viel eigenem Willen einer Frau kommt der Bachelor nicht klar. "Du sollst auch dran arbeiten, wenn’s dir wichtig ist", sagt er, was in dem Zusammenhang so viel bedeutet, wie: "Du sollst machen, was ich will, wenn du mich magst".

Frauen werden egozentrisch dargestellt, weil sie zu sich stehen

Wenn die Frau, die dem Bachelor "den Kuss verweigert hat" (seine Worte!), im Interview nach dem Rausschmiss ein paar Mal sagt "Ich bin ich geblieben", dann wird diese Aussage von RTL so oft hintereinander geschnitten, damit sie lächerlich wirkt und wie die egozentrischste Person der Welt.

Frauen, die nicht lächeln, sind Hexen

Weil Kandidatin Birgit nicht immer, wenn der Bachelor das gerne hätte lächeln will, muss sie sich von ihm Bemerkungen anhören, wie: "Jetzt schau nicht so grimmig. Manno!" und "Das ständige böse Schauen, das mag ich überhaupt nicht" und "Sie schaut eingebildet". Auch ihre Mitstreiterinnen sind von Birgits richtigen Prophezeiungen wer gehen muss, derart aus dem Häuschen, dass sie mit Gänsehaut in ihren Zimmern sitzen, die Bibel anfassen, die "Scheißerei" bekommen und ihre Omas zuhause in die Kirche schicken. "Ich zünd mir eine Fackel an und die Hexenverbrennung beginnt. Ich schwör auf alles" meint eine Kandidatin. Im Jahr 2020! Toller Teamgeist, Mädels – vor allem ist das total lächerlich.

Ladiessssss, Laadies, Ladies!

Der Bachelor kennt kein anderes Wort für Frauen und sagt das Wort jedes Mal so lüstern, dass er genauso gut "Sexobjekt" sagen könnte. Okay, manchmal nennt er die allesamt volljährigen Frauen auch "Mädchen", meistens dann, wenn er versucht, ihren Charakter zu loben. Dafür hat er stets zwei Sätze parat, die er abwechselnd benutzt und manchmal sogar kombiniert: "Das ist ein liebes Mädchen" und "Die hat das Herz am rechten Fleck."

Wer nicht lieb ist und schleimt, fliegt

"Zickig" sind für den Bachelor Frauen, die nicht immer lieb sind und auch mal zeigen, wenn sie genervt sind. Dafür gibt’s keine Rose. Aber auch wer keine Lust hat, ständig zu fragen, ob der Bachelor sich zu einem Gespräch erbarmen möchte, ist der Rose nicht würdig. Das könnte am Ego-Problem liegen, das der Bachelor wahrscheinlich hat. Er fordert die Frauen auf, ihm zu zeigen, wenn sie Bock auf ihn haben und ihn begehren. "Ladies, wenn ihr euch für mich interessiert, dann könnt ihr auch Gas geben." Anders geht’s auch nicht, denn wir wissen ja schon: Ohne Kuss ist Schluss.

Die einzige Entertainerin der Show ist die Freiburger Make-Up-Artistin Vanessa Guida

Vanessa Guida ist lustig und schleimt den Bachelor nicht voll. Aber wenn das der einzige Grund ist, die Show zu schauen, sollte man es wohl besser lassen.

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