fudders Lieblingspizzerien: Hirschen

Fudders Pizza-Guru

fudder hat die elf Lieblingspizzerien der fudder-User besucht. Wo gibt's die leckersten Pizzen? Wie ist das Ambiente? Und wer ist eigentlich der Pizzabäcker? Zum Start der Serie hat sich unser Pizzatester den Hirschen in Haslach vorgeknöpft. Wie’s war:

 

Auf der Speisekarte

Die Auswahl im Hirschen ist groß, aber zum Glück nicht zu groß, als dass man schon beim Auswählen in die Bredouille käme. Genau zwei Dutzend Pizza-Varianten hält die Speisekarte bereit - und noch mal genauso viele Pastagerichte, jeweils übersichtlich auf einer Seit angeordnet. Wer auf das italienische „P“ grad keine Lust hat, kann wählen zwischen ein paar Schnitzelvarianten, Schweinefilet, Rumpsteak und vier Fischgerichten. An Vorspeisen gibt es gut eine Handvoll Suppen und auch Salate oder auch Antipasti misto. Für die Kleinen gibt es extra Kindergerichte.

 

Die Pizza

Wir haben uns für eine Quattro Stagioni entschieden. Da ist es dem Pizzabäcker oder Wirt überlassen, welche (vier) Zutaten Verwendung finden. Die Pizza ist großzügig belegt, aber nicht zu üppig oder überladen. Dieses Exemplar schmücken zu je einem Viertel: Salami, gehackte Paprika in drei Farben, geschnittener Schinken und Dosenchampignons. In der Mitte, kleiner Gag, grüßen zwei gekreuzte Spargelstangen.

Apropos fünf: Kaum bestellt, ist die Pizza schon da. Gerade einmal fünf Minuten hat es gedauert – damit dürfte der Hirschen als eine der schnellsten Pizzerien Freiburgs ganz vorne mitmischen. Gut, es ist auch Glück dabei und hängt davon ab, wie viel gerade los ist: Die meisten hatten schon gegessen.

Die knusprig dampfende Pizza hat 26 cm Durchmesser, ist am leicht nach oben gewölbten Rand bis zu zwei Zentimeter hoch und innen etwa fünf Millimeter dünn. Außen schön knusprig, aber nicht zu trocken, innen ist der Teig weicher. Durchweg angenehm am Gaumen. An einer winzigen Stelle ziert ein schwarzer Fleck das sonst käsehelle (Innen) bis gelbbraune Rund (Außen). An der Unterseite gibt sich der Teig vornehm blass bis hellbraun. Keine Beulenpest, kein schwarzen Flecken. Insgesamt hat die Quattro Stagioni also eine schöne Farbe.



Und geschmacklich ist die „Vier Jahreszeiten“ durchweg gut. Wunderbar knusprig außen, angenehm weich innen. Nicht zu feucht, nicht zu trocken. Vielleicht würde ihr noch eine Prise Oregano gut tun. Schulnote: 2.

Riesig und sehr frisch ist der Beilagensalat. Der den Namen übrigens gar nicht verdient hat: Eine mittelgroße Schüssel landet auf dem Tisch, die locker für zwei gereicht hätte. Zwiebelringe, Radieslescheiben, Salatgurke und Tomate bekränzen den knackig-frischen Kopfsalat. Angemacht ist alles mit einer klassischen Öl-Essig-Kräuter-Mischung. Oregano, wie sich später herausstellt. Das ein oder andere Salatblatt ist vielleicht einen Tick zu feucht; aber allemal besser als zu trocken…

Die Zutaten

…stammen allesamt vom Großmarkt – früher Ruef, heute Edeka, wie Wirt Pasquale Di Rienzo erzählt. Auf die Pizza kommt, das ist seiner Frau Ursula besonders wichtig, kein Analogkäse – wie ein User in einem Online-Forum behauptet –, sondern Edamer, der in großen Blöcken eingekauft und dann durch die Reibe gejagt wird. Und auch kein Formschinken, sondern echter Schinken.

Der Ofen

…ist ein typischer Pizzaofen, wie er in der Gastronomie Verwendung findet. Maximal finden 15 Pizzen gleichzeitig ein warmes Plätzchen darin.



Der Pizzabäcker

Francesco, ein waschechter Italiener mit Bäuchle, arbeitet seit über 30 Jahren für Di Rienzo. Zuerst, in den 80er Jahren, in der „Krone“ in der Sundgauallee, dann im Hirschen. Dort schafft das eingespielte und familiäre Team seit bald 25 Jahren zusammen. Francesco, den alle nur „Ciccio“ nennen, kommt, wie es sich für einen Pizzabäcker gehört, aus der Nähe von Neapel. Da soll ja auch die Pizza herkommen.

Ciccio ist 55 Jahre alt. Und genau an seinem Geburtstag, dem 15.12., hat die Familie Di Rienzo damals, 1989, ihren Hirschen eröffnet. Angefangen hatte Ciccio als Hilfskoch, doch als Autodidakt hat er sich vom damaligen Pizzabäcker alles abgeguckt. So schwang er sich selbst zum Pizzabäcker auf.

Lieblingsgericht des Pizzabäckers

„Der isst alles“, sagt Pasquale Di Rienzo lachend über seinen Koch und Pizzabäcker. Er überlegt kurz und legt sich fest: „Sein Leibgericht sind Tagliatelle mit Fleischklößchen in Tomatensauce.“

Lieblings-Fußballclub des Pizzabäckers

Die ‚Alte Dame‘ Juve! Also Juventus Turin. Sein zweitliebster Fußballverein ist der SSC Neapel.

Spezialitäten: Das gibt’s nur hier

Penne alla Ciccio, eine Kreation des Pizzabäckers, das sind Nudeln in Hackfleisch-Sahne-Soße. „Das geht wahnsinnig gut“, sagt der Wirt. Sonst zwei günstige Mittagstische: ein Nudelgericht mit Salat für 5 Euro sowie ein Fleischgericht mit Salat für 5,50.



Interieur und Ambiente

Wollte man das Interieur auf einen begrifflichen Nenner bringen, so kommt einem altmodisch-gutbürgerlich in den Sinn. Holzgetäfelte Wände und Decken in Nussbraun bilden den Hauptraum (mit etwa zehn Tischen) dieses Restaurants, das den Charme einer Dorfgaststätte verströmt. Hinter dem grünen Kachelofen geht es zum Raucherraum. Von der Decke pendeln kleine Hängelampen, an den Wänden wechseln sich Maßkrüge und Gemälde ab. Das zieht viel älteres Stammpublikum an. Die Jüngeren bestellen eher zum Mitnehmen.

Der Service ist in weiblicher Hand: flott und einwandfrei.  Sobald es wärmer ist, kann man draußen im Garten Platz nehmen.

Die Preise

Speisen: Die Liste der Pastagerichte umfasst Lasagne, Cannelloni, Gnocchi, Spaghetti, Penne, Tagliatelle und Tortellini mit Preisen zwischen 4,50 und 7,80 Euro. Den Klassiker aus Bologna gibt’s für 4,80 Euro, Lasagne und Cannelloni schlagen mit 6,20 Euro zu Buche, während die Spaghetti alla pescatora (mit Meeresfrüchten) das obere Ende der Preisskala bilden.

Die Margherita geht über den Ladentisch für nur 3,30 Euro, während eine Pizza mit einem Belag zwischen 4,50 und 5,50 Euro kostet und die raffinierteren Varianten wie die Pizza della casa bis 7,50 Euro hinaufgehen. Die von uns getestete Quattro Stagioni gibt es für 6,50. Das klassische Schniposa ist im Hirschen für 8,90 Euro zu haben.

Getränke: Fast alle alkfreien Getränke sind in den drei Größen 02l, 0,3l und 0,4l zu haben. Für 1,50 Euro bekommt man ein Bonaqua-Wasser (0,2l), für 2,50 Euro 0,4l. Die kleine Apfelschorle latzt lediglich 1,60 Euro, während die große mit 2,70 zu Buche schlägt. Ein Weizen ist mit 2,80 Euro in der Freiburger Kneipenlandschaft vergleichsweise günstig, dafür kommt es aus der Flasche. Krombacher oder Waldhaus Pils laufen vom Fass ins Glas und kosten 1,60 Euro (0,2l), 2,10 (0,3l) bzw. drei Euro der halbe Liter. Der Viertelliter Weißweinschorle ist für 2,10 Euro zu haben. Ein 0,25l-Glas Wein kostet zwischen 2,80 und 3,40 Euro.

Das sagen die Kunden

„Ich war zum ersten Mal da, das Essen war gut“, sagt eine Frau um die 60. Ihre Begleiter pflichten ihr bei. Sonst ist der Laden um die Zeit schon wieder leer; eigentlich ist nämlich jetzt schon zu.



Restaurant & Pizzeria Hirschen bei Pasquale di Rienzo

Carl-Kistner-Straße 1
79115 Freiburg im Breisgau, Haslach
0761.472660

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
11:30 bis 14.30 und 17:30 bis 24 Uhr

Samstag und Sonntag
11 bis 14 und 17:30 bis 24 Uhr
Warme Küche bis 23:30 Uhr

Mittwoch Ruhetag

Mehr dazu:


Die Serie: fudders Lieblingspizzerien in Freiburg

 
Foto-Galerie: Ruben Fees


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