fudders Lieblingseisdielen: Gioia

Bernhard Amelung

Wo gibt’s Freiburgs bestes Eis? Ihr habt abgestimmt, zehn Eisdielen ausgewählt und wir testen sie für euch. Weiter geht’s mit dem Eiscafé Gioia im Stühlinger.



In der Eistheke

Die 24 süß-fruchtigen und sahnig-cremigen Versuchungen in der Eistheke des Eiscafé Gioia warten nur darauf, dass die Gäste schwach werden und sich ihnen hingeben. „Vier Sorten pro Woche tauschen wir aus“, erklärt Inhaber Diego Parla sein Angebot. „Klassische Geschmacksrichtungen wie Schokolade, Vanille, Erdbeere oder Stracciatella haben wir immer im Programm“, ergänzt seine Partnerin. „Es ist für einen Eismacher die größte Herausforderung, die Klassiker jeden Tag mit gleichbleibend hoher Güte anzubieten, denn der Kunde macht bei der Qualität keine Kompromisse“, so Parla.

So beweisen die Parlas Kreativität und Phantasie weniger bei extravaganten Zusammensetzungen, dafür umso mehr in der detailverliebten Veredelung traditioneller Geschmacksrichtungen und bei den Sorbets. So verleiht beispielsweise Safran dem Pistazieneis eine herb-süße Note. Und besonders im Hochsommer erfreuen sich Campari-, Limoncello- oder Mojito-Sorbets großer Beliebtheit. „Hier schlagen unsere sizilianischen Wurzeln durch“, sagt Parla mit lachenden Augen.

Spezialitäten des Hauses

Eine Spezialität des Eiscafé Gioia ist eine Kreation, die sich im Namen und Geschmack an der italienischen Süßspeise „Zuppa Inglese“ ausrichtet. Biskuit, Rum, Eierlikör, Vanille und Milchspeiseeis bilden die Grundlage. „Das besondere daran ist die Verbindung von zartschmelzenden Biskuitstückchen und cremigem Eis“, beschreibt Diego Parla den Charakter dieser Sorte. Die Herstellung sei mit hohem Aufwand verbunden, denn auf Grund des Alkoholgehalts verlagere sich der Schmelzpunkt.



Für den Spätsommer und den anstehenden Herbst arbeiten die Parlas derzeit mit Herzblut und Leidenschaft an saisongerechten Geschmacksrichtungen. Eine – mögliche – Sorte wird „Ricotta und Birne“ sein. „Die Verwendung von Ricotta für Desserts hat auf Sizilien eine lange Tradition. Diese wollen wir mit saisonalem Obst Verbinden. Und das zarte Aroma von Birnen geht sehr gut zusammen mit dem mild-süßlichen Geschmack von Ricotta“, so Parla. Auch möchte er Sternanis mit Mango verbinden. Doch bis eine Sorte in den Verkauf komme, müsse alles stimmen, die Cremigkeit und die Süße, aber auch die Rohstoffe. An deren Qualität dürfe man nicht sparen, betont Parla regelmäßig.

Wie schmeckt das Eis?

Zunächst haben wir uns auf zwei klassische Sorten – Schokolade und Stracciatella -, zwei Fruchtsorbets – Mango und Passionsfrucht/Maracuja – sowie Pistazie mit Safran und Kinderschokolade beschränkt. Wer auf der Suche nach einem Schokoladeneis ist, das dem Gaumen mit einem feinherben Aroma schmeichelt, hat im Eiscafé Gioia eine gute Anlaufstelle. Große Schokoladensplitter lassen das Stracciatellaeis zu einem knackig-krossen Beißgenuss werden, der dennoch nichts an Cremigkeit vermissen lässt.

Die Sorbets bestechen mit der Fruchtigkeit sonnengereiften Obstes. Vor allem Mango erweist sich als geschmackliche Offenbarung. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Parlas ihr sizilianisches Erbe der Eismacherkunst verinnerlicht haben.

Die Eismacher

Die Familie Parla stammt ursprünglich aus Sizilien. Doch seit nunmehr rund vierzig Jahren verwöhnen sie ihre Gäste mit Eisspezialitäten im Südwesten Deutschlands. Ganz zu Beginn noch in Saarbrücken, eroberte Diego Parlas Vater zusammen mit zwei Brüdern von Emmendingen aus den Breisgau – anfangs noch mit einem Eiswagen. Inzwischen bieten die Parlas ihre verführerischen Kreationen an fünf Standorten an, seit drei Jahren auch in dem kleinen Ecklokal an der Eschholzstraße.

Die Preise

Eine Kugel kostet 80 Cent. Die Jumbo-Kugel gibt es für einen Euro. Kaffee bekommt der Gast bereits für 1,20 Euro, für Eiskaffee werden 3,40 Euro berechnet.

Das Ambiente

Winzig, eng aber gemütlich. Scheint die Sonne, lädt die kleine, dem Eiscafé vorgelagerte Terrasse zum Verweilen ein. Hier fühlt man sich nach kurzer Zeit so wohl, dass durchaus der Gedanke aufkommen kann, beim nächsten Besuch sein Arbeitsmaterial mitzubringen und das Tagwerk an der Ecke Eschholzstraße und Engelbergstraße zu verrichten.



Wen trifft man dort?

Im Eiscafé Gioia treffen die studentische und arbeitende Bevölkerung Freiburgs gleichermaßen aufeinander. Dazu gesellen sich in den späten Nachmittagstunden zahlreiche Freizeitsportler – Rennradfahrer, Mountainbiker, Inlineskater -, die sich ein paar Kugeln der süßen Schleckwaren als Belohnung für die körperliche Ausdauerleistung gönnen.

Sehr beliebt ist das Gioia auch bei jungen Familien und – in den Stunden um die Mittagszeit – bei manch einem Senior, der eisschleckend in der Sonne sitzt und die wärmenden Strahlen genießt.

Das sagen die Kunden

Simona, 21, Medizinstudentin: „Ich lebe seit April diesen Jahres in Freiburg und habe das Gioia durch eine Freundin kennen gelernt, die in dem Wohnheim um die Ecke lebt. Seitdem vergeht kein Besuch, ohne dass wir zusammen Eis essen gehen. Am liebsten habe ich Stracciatella und Kinderschokolade.“

Heinz, 72, Rentner: „Meine Frau schickt mich regelmäßig zum Einkaufen. Manchmal macht sie sich sorgen, warum ich so lange wegbleibe. Das liegt daran, dass mich ab und zu hier hin setze und eine Kugel Eis schlecke. Ich wechsle öfters die Sorten, aber Schokolade muss immer mit dabei sein.“

Ellinor, 32, Studentin: „Ich habe mich für Himbeer und Caffè entschieden. Ich liebe Himbeeren auch als Obst, und ohne Kaffee geht bei mir gar nichts. Deswegen...“



Adresse

Eiscafé Gioia
Eschholzstraße / Engelbergerstraße
79106 Freiburg

Öffnungszeiten

täglich von 9:30 bis 23:30 Uhr.
Winterpause im Dezember und Januar.

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Foto-Galerie: Ruben Fees

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