Klimabewegung

Fridays for Future plant Großdemo mit 9000 Menschen in Freiburg

Julia Littmann

Eine coronakonforme Demonstration mit Tausenden Teilnehmern plant Fridays for Future für Ende September. Die Bewegung will damit auch zeigen, dass sie auch während der Pandemie aktiv ist.

Für die Pressekonferenz am Montagnachmittag setzen die Organisatoren von Fridays for Future – kurz: FfF – das Motto für ihre bevorstehende Demo kurzerhand am Dietenbachsee in Szene: Sieben Aktive ziehen in voller Montur los in den See, denn "uns steht das Wasser bis zum Hals". Am Freitag, 25. September, ab 10 Uhr findet unter dieser Überschrift die erste FfF-Demo seit der Corona-Pandemie statt, die Veranstalter rechnen mit etwa 5000 bis 9000 Teilnehmern.


"Wir wollen zeigen, dass wir nach der langen Pause in Sachen Demos wieder da sind." Clara Sommer, FfF
Zum Auftakt führen die Aktivisten öffentlichkeitswirksam vor, dass ihnen – und ihren Mitmenschen – klimamäßig das Wasser bis zum Hals steht. Ganz und gar verschwinden alle unter Wasser – und tauchen wieder auf. Ein symbolträchtiges Bild. "Wir wollen zeigen, dass wir nach der langen Pause in Sachen Demos wieder da sind", sagt Clara Sommer, "diese Demo wird auch ein Signal." Zunächst werden die Demonstranten sich an der Messe versammeln und dann zum Platz der Alten Synagoge laufen, so stellen die FfF-Aktiven ihr Konzept vor.

Alle Corona-Schutzmaßnahmen sollen eingehalten werden

Dass ein Septembernachmittag so brütend heiß sein kann, so witzeln die drei Pressesprecher, sei nachgerade ein Indiz für den Klimawandel. Tatsächlich ist dem Trio allerdings gar nicht nach Scherzen zumute. Viele Problemlagen verlangten derzeit dringend danach, dass gehandelt werde, erklärt Felix Quartier. Und Sarah-Lea Kuner führt aus: "Die aktuellen Krisen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sie stehen alle gleich wichtig vor uns – Corona, die Klima-Krise, das Flüchtlingsdrama, um nur einige zu nennen." FfF ist angetreten, um auf die Gefahren der Klimakatastrophe aufmerksam zu machen – und Forderungen nach Veränderung zu stellen.

Klar, werden bei einer Demo in diesem Zusammenhang nun auch coronataugliche Konzepte erdacht – und berücksichtigt. Schon der Treffpunkt an der Messe soll die Übersicht erleichtern, viele Ordner werden für die Einhaltung von Abständen und die Zuordnung in "Blöcken" sorgen. "Es ist uns wichtig, dass bei unserer Demo alle Schutzmaßnahmen eingehalten werden", betonen die Drei.

Im Übrigen werde nicht wie bei der "Rekord-Demo" vor einem Jahr für die Teilnahme geworben – in der aktuellen Situation sei das unsinnig. Wohl aber wollen die FfF-Aktiven das Thema Klima wieder in den Blick rücken. Für den nächsten Doppelhaushalt ist derzeit ein Forderungskatalog in Arbeit: Auch in Sachen Klima müssen Politikerinnen und Politiker das Wissen von Wissenschaftlern umsetzen.

Und schon für Samstag, 19. September, um 14 Uhr ruft FfF mit der Initiative Fuß- und Radentscheid zur "Kidical-Mass-Demo" auf dem Europaplatz auf, für mehr Platz, mehr Sicherheit und mehr Zukunft für Kids, also für Kinder.

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