Kundgebung

Fridays for Future fordert mehr Fokus auf Entwicklungsländer

Annika Vogelbacher

Bei der Klimakonferenz in Ägypten wurden kaum Fortschritte erzielt. Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future halten eine Kundgebung in Freiburg ab: Die Länder des Globalen Südens sollen mehr in den Mittelpunkt rücken, fordern sie.

"Amerika wollen wir nicht. Amerika schicken wir an den Rand", spaßen Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten von Fridays for Future diesen Freitag auf dem Platz der Alten Synagoge. Mit Kerzenlichtern formen sie eine Weltkarte: Afrika stellen sie in die Mitte, rechts Australien und Asien, links an den Rand Amerika. "Wir wollen weg von der eurozentrischen Weltsicht", erklärt Clara Buck. Etwa 20 Leute sind zu der Kundgebung gekommen um Kritik an der diesjährigen Klimakonferenz zu üben – der COP 27. "Viele wissen wahrscheinlich gar nicht, dass gerade Klimakonferenz ist", sagt Jule Pehnt. Fridays for Future wolle in Freiburg auf das Thema aufmerksam machen und Kritik üben.

"Wir wollen eine Debatte darüber führen, wie viel die Konferenz bringt" Jule Pehnt
"Wir wollen eine Debatte darüber führen, wie viel die Konferenz bringt", sagt Pehnt. Wieder einmal würden dort Dinge diskutiert, die anschließend missachtet würden und nicht ausreichen. "Unser größter Kritikpunkt ist, dass die Menschen, die die Klimakrise am meisten trifft, oft gar nicht zur Konferenz geladen sind und sich die Industriestaaten vor Ausgleichszahlungen sträuben", erklärt Pehnt weiter. Fridays for Future solidarisiere sich mit diesen Regionen und versucht es besser zu machen: An dem heutigen Abend ist eine Rednerin aus der Ukraine und ein Redner aus dem Libanon geladen.

Auf dem Highway zur Klimahölle

Diese erzählen von den Klimaschäden in ihren Heimatländern durch einen Geno- und Ökozid Russlands gegenüber der Ukraine und fehlenden nachhaltigen Energieträgern im Libanon. "Menschen in den Ländern des globalen Südens, die am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben, müssen unter den Folgen am meisten leiden", sagt Jonathan Schmiederer von Fridays for Future in seiner Rede. "Um Antonio Guterres zu zitieren: Wir sind auf einem Highway in die Klimahölle und haben den Fuß auf dem Gaspedal. " Denn das einst vereinbarte 1,5°C-Ziel sei in weiter Ferne. "Aber es lohnt sich für jedes Zehntel Grad zu kämpfen", ruft er und bekommt Beifall.