Frida Gold im Spiegelzelt: Von der Querflötistin zur Popmusikerin

Hannah Allgaier & Gina Kutkat

Vor einem Jahr kannte man Frida Gold noch nicht. Doch zwei Top-20-Hits in den deutschen Single Charts später war das Spiegelzelt am Mittwochabend mit 550 Zuschauern ordentlich voll. So voll, dass Sängerin Alina ihre Wolljacke ganz schnell auszog. Später sang sie von einer menschlichen Schaukel aus. Hannah und Gina waren dabei.



„Ich war erst zwei Mal in Freiburg. Das erste Mal habe ich hier Jugend musiziert gespielt. Das zweite Mal war ich hier zur Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule. Querflöte. Ich! Zum Glück habe ich das nach zwei Semestern geschmissen. Gut oder?“, lacht Alina, Sängerin von Frida Gold. "Vor zwei Monaten dachte wir noch, dass wir das Zelt hier nie im Leben voll bekommen. Schön, dass ihr alle hier seid!"

Mit der Ballade „Aufgewacht“ eröffnet die Band das Konzert. Die vier Jungs stehen bereits auf der Bühne. Die ersten Töne erklingen. Stille im Spiegelzelt. Es ertönt die klare Stimme von Alina. Ein Liedtext, der im Gedächtnis bleibt: „Ich kann nie mehr schlafen, aus Angst, einen Moment mit dir zu verpassen.“ Dann kommt sie auf die Bühne. Das Publikum, bis jetzt in Trance gefangen, ist plötzlich hellwach.  Im schwarzen, sexy Oberteil steht sie da und singt. V-Ausschnitt bis zum Bauchnabel, die rote Wolljacke passt zu den purpurnen Highheels. Die Zuschauer sind bereits ins Schwitzen geraten. Alina behält trotzdem ganze zwei Songs die Wolljacke an -  im gefühlt 40 Grad heißen Zelt.

„Mit diesem Song hat alles angefangen. Ich denke ihr kennt ihn!“ ruft Alina ins Mikrofon. „Zeig mir wie du tanzt“. Dieser Titel untermalte 2010 den Werbesong eines Mobilfunkanbieters. Elektro-Pop vom Feinsten, der niemanden im Zelt mehr stillstehen lässt.

Während einer von Alinas Bühnenansagen ruft es plötzlich aus dem Zuschauerraum: „Heute ist Tag des Kusses!“ Das lässt sich die Leadsängerin nicht zweimal sagen. Spontan geht sie einmal herum und gibt jedem ihrer Jungs auf der Bühne einen dicken Schmatzer auf die Backe. „Bäh, jetzt habe ich den Schweiß von vier Männern auf meinen Lippen kleben“, lacht Alina und nimmt einen kräftigen Schluck Wasser.



Nach 45 Minuten ist das Publikum und die Band in Hochform. Kleiner Dämpfer: „Eigentlich kommen wir jetzt schon zum Schluss vom Konzert. Wir haben eben leider erst ein Debütalbum draußen.“ Und trotzdem spielt die Band noch weitere 30 Minuten. Endlich kommt der Song, auf den alle gewartet haben. „Ich denke, ihr kennt ihn alle. Auf geht’s, Freiburg ich will euch Party machen sehen!“, ruft Alina in die Menge. Und es geht weiter mit ihrem aktuellen ZDF-Song zur Frauen Fußball WM „Wovon sollen wir träumen". Das Publikum ist sofort dabei. Textsicher und lautstark unterstützen sie Alina und die Jungs.

„So, meine Lieben, das war's jetzt schon. Aber ihr wisst ja, wie das läuft. Wir gehen von der Bühne, ihr seid ganz laut. Wir wissen das. Wir kommen nochmal. Bis gleich, Freiburg!“ Spätestens jetzt hat man sie ins Herz geschlossen. Die Band lässt sich nicht lange bitten und ist schnell wieder zur Zugabe auf der Bühne. Zum Song „Denn Liebe ist...“ erklärt Alina Folgendes: „In jeder Stadt machen wir bei diesem Hit etwas Besonders. Das letzte Mal stand ich auf einer lebenden Pyramide aus Männern, ich saß schon auf einer Bar, lag auf den Händen der Zuschauer. Was wollt ihr, Freiburg? Habt ihr eine Idee?“

Am Ende kichert Alina, als sie sich auf die Hände von zwei Männern setzt, die eine lebende Schaukel darstellen.

Als letzten Song des Abends spielt die Band nochmal ihren größten Hit „Wovon sollen wir träumen.“ Nach 90 Minuten verlässt die Newcomerband die Bühne. Bis spät in den Abend verteilen sie den Fans noch Autogramme.  

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