Skatepark

Freiburgs Skater bekommen einen Backyard Pool

Jens Kitzler

Endspurt für ein Langzeitprojekt: Noch im Januar beginnen die Bauarbeiten für den zweiten Abschnitt des Skateparks im Dietenbachpark, schon im Frühjahr sollen die Bretter dort rollen.

Mit rund 30 erstellten Skateboardanlagen im In- und Ausland wirbt die Firma Anker Skateboard Rampen für sich, über kurz oder lang dürfte in dieser Liste auch Freiburg auftauchen. Hier wollen die Spezialisten aus Kiel jetzt mit der Gestaltung des zweiten und letzten Bauabschnitts des Skateparks beginnen. Im Mai, heißt es im Rathaus, könnte die Anlage fertig sein. Weil Vertreter der Skaterszene mitplanten, zeigen die sich jetzt zufrieden.


"Was jetzt dabei herausgekommen ist, ist zeitgemäß und jeder kann seine Wünsche darin wiederfinden." Merlin Brauns, Vorsitzender Skateboarding Freiburg
Dann dürfen Freiburgs Skater unter anderem durch einen "Backyard-Pool" sausen, eine Art eingelassenes Becken mit abfallenden und somit befahrbaren Rändern. Ein hierzulande noch seltenes Fahrelement, auch wenn Ältere es schon aus US-Jugendfilmen der frühen 1980er Jahre kennen. Die mittlerweile fast zehn Jahre alten Pläne für den zweiten Teil durften Freiburgs Skater zusammen mit der Planungsfirma Endboss noch einmal überarbeiten.

"Was jetzt dabei herausgekommen ist, ist zeitgemäß und jeder kann seine Wünsche darin wiederfinden", sagt Merlin Brauns, Vorsitzender des Vereins Skateboarding Freiburg. Nur eine Beleuchtung, praktisch der letzte, große Wunsch der Skater, ist "im Budget nicht enthalten" teilt das Rathaus mit.

Mit der Erweiterung wächst die Anlage von rund 900 auf über 3200 Quadratmeter, also auf fast das Vierfache der ursprünglichen Größe, und so kostet der zweite Teil mit 560 000 Euro auch fast dreimal soviel wie der erste. Bezahlt werden kann das, weil der Gemeinderat in den jüngsten Haushaltsberatungen noch 150 000 Euro zu den bereits vorgesehenen 200 000 Euro aus dem Haushalt genehmigte und auch, weil die Eugen-Martin-Stiftung 140 000 Euro beisteuert. Weitere 70 000 Euro zahlt die Stadt.

Die Szene hat sich aktiv und mit langem Atem an der Planung beteiligt

Der Skatepark wurde im Jahr 2015 eröffnet, dafür gekämpft hatten Freiburger Skater seit den späten 1990er-Jahren. Ob "Skateboard-Union", "Skatement" oder "Skateboarding-Freiburg", eine Interessensvertretung nach der anderen hatte sich an der politischen Umsetzung abgearbeitet. Bis zuletzt hatte die Szene noch fürchten müssen, dass der Weiterbau aus Geldmangel auf die lange Bank geschoben würde – problematisch, weil es auf der neuen Anlage schon wieder recht voll geworden und das Ganze eben noch unvollständig sei. "Das Konzept wurde so angelegt, dass der Park den Bedürfnissen der Szene gerecht wird. Wenn man dann aber nur ein Viertel des Ganzen umgesetzt hätte, hätte das nicht geklappt", sagt Merlin Brauns.