Nahverkehr

Freiburgs neue Urbos-Straßenbahnen rollen jetzt an

Simone Höhl

Der erste von fünf neuen Urbossen steht auf dem Hof der Freiburger VAG. Sie ersetzen alte "Hobel" mit steilen Treppen am Einstieg. Und sie gleiten serienmäßig geschmeidig durch die Kurven.

Die erste von fünf neuen Straßenbahnen des Typs Urbos ist aus Spanien angekommen. Die Freiburger Verkehrs-AG (VAG) verjüngt damit ihren Fuhrpark. Passagiere können sich langsam von den alten Trams verabschieden, in die sie nur über Treppen ein- und aussteigen können – bis auf eine letzte, die für den Notfall im Depot bleibt.


"Vorsicht! Bremsversuch" steht auf einem Schild neben der fabrikneuen Straßenbahn. Doch die VAG gibt in Sachen Urbos gerade Gas: Der spanische Hersteller "Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles" (CAF) hat das erste der georderten Fahrzeuge geschickt. Nach und nach folgen die anderen.

Aufwendige Zulassung wegen Modifikationen

"Bis Ende April sollten alle fünf neuen Urbos im Einsatz sein", sagte VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt am Freitag. Der städtische Verkehrsbetrieb hat bereits zwölf Urbosse im Einsatz. Den Kaufpreis nennt er nicht, auch nicht für die fünf neuen. Allein die Förderung des Landes beträgt pro Tram eine Million Euro. Das erste Dutzend kostete knapp 40 Millionen Euro.

Die erste neue Bahn muss wegen einiger Modifikationen nun zunächst durch einen aufwändigen Prozess für die Serienzulassung. Einiges, was sonst der Hersteller erledigt, erfolgt nun auf dem Betriebsgelände der VAG. Hildebrandt zufolge hängt das mit Corona zusammen. CAF-Mechaniker nehmen Einstellungen, Fahr- und Bremstests vor.

Im Frühjahr sollen Passagiere einsteigen

Das Fahrzeug hat einige geänderte Details, vielleicht das wichtigste: Es ist der erste Urbos, der serienmäßig mit einer Schienenkopfkonditionierungsanlage ausgestattet ist. Die Vorrichtung mit dem sperrigen Namen verringert den Gleisverschleiß, der der VAG teilweise zu schaffen machte.

"Die Fahrgäste werden keine Veränderung wahrnehmen, außer der Nummer", sagte Andreas Hildebrandt: Es ist die 313. Die VAG schätzt, dass die Fahrgäste Ende Februar oder Anfang März einsteigen können. Bei den vier weiteren baugleichen Bahnen geht die Zulassung dann schneller.

Die schicken Stromer werden ausgemustert

Die neuen Urbosse ersetzen fünf Hochflur-Fahrzeuge des Typs GT 8K (Gelenktriebwagen mit acht Achsen) – zu erkennen an drei Stufen am Ein- und Ausstieg und einem schicken Einholm-Stromabnehmer. Sie fahren seit 1981 und verfügen über kein Niederflurabteil. Nun werden vier der Bahnen verschrottet. "Eine behalten wir noch als letzte Reserve."