Freiburger Warenwelt: Vitolo – Italienische Lebensmittel

Stephan Elsemann

Eine italienische Stunde der anderen Art kann erleben, wer sich nach Haslach in die Seitzstraße begibt. Gaetano Vitolo verkauft dort in einer riesigen Lagerhalle italienische Lebensmittel. Angefangen hat er als Großhändler für die italienischen Restaurants der Region. Mittlerweile können auch Privatleute bei ihm einkaufen. Es lohnt sich, denn oft ist es billiger als anderswo. Ein Taschenrecher kann aber nicht schaden, denn die Preise sind ohne Mehrwertsteuer angegeben.



Gaetano Vitolo – Italien aus dem Karton.

Gaetano Vitolo stammt aus der Gegend von Neapel. Erst vor sechs Jahren kam er als Kellner nach Freiburg, vermittelt durch seinen Arbeitgeber auf der Insel Ischia. Schon ein Jahr später machte er sein eigenes Geschäft auf, in der Zollhaldenstraße am Güterbahnhof. Das wurde recht bald zu klein und so zog er in die große Halle in Haslach.

Fast alle italienischen Restaurants in Freiburg und viele aus der Region kaufen hier ein. "Pinocchio, Bella Italia, Firenze, Ciao Bella, Gioa, Eiscafé Venezia, Casanova.......". Er rattert die Namen nur so herunter und wir müssen Herrn Vitolo unterbrechen, so lang ist die Liste seiner Kunden. Was man abends in der Pizzeria auf dem Teller hat – davon kann man wohl ausgehen – stammt mit einiger Wahrscheinlichkeit aus den Kartons aus Haslach.

Da ist gute Organisation gefragt. Vor Ort unterstützt ihn seine Schwägerin. Olga Kogan "wie Kagan nur mit o" absolviert gerade eine Ausbildung in Lagerlogistik und wird das bald noch besser können.



Doch Vitolos Italien hat mehr zu bieten als Eimer, Dosen und Kartons. Er stammt aus dem Städtchen Palma Camapania, das hinter dem Vesuv liegt. Zusammen mit den Nachbargemeinden wird auf der fruchtbaren Vulkanerde allesbestes Gemüse erzeugt. San Marzano ist eine Gemeinden und die berühmte gleichnamige Tomatensorte kommt natürlich von dort.

Die Verbindungen zur Heimat sind eng und vielfältig. Wenn es geht, wird das Gemüse direkt aus der "Agro Nocerino Sarnese", der Region hinter dem Vulkan, bezogen. Büffelmozarella kommt sowieso aus der Gegend. Kaffee produziert ein Cousin mit einer eigenen Marke "la Delize". Mit dem Kaffee ist es aber so eine Sache und nicht so einfach in Deutschland

Die Deutschen haben gern viel Schaum auf dem Kaffee, aber das Wasser ist anders als in Süditalien, also muss man anderen Kaffee nehmen um den gleichen Effekt zu erreichen - norditalienische Kaffees sind da besser, findet Vitolo. Denn Norditalien ist schließlich näher an Deutschland dran, sagt der Mann aus dem Mezzogiorno.



Hier und sonst nirgends

Das nüchterne Ambiente der Lagerhalle sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier auch sehr hochwertige Lebensmittel angeboten werden, wie eine besonders frische Büffelmozzarella, die wegen fehlender Konservierungsstoffe nur etwa eine Woche lang geniessbar ist. Oder auch frische gefüllte Pasta, die einmal die Woche geliefert wird. Die Lagerhalle suggeriert aber auch: Hier ist es besonders billig. Und sparen kann man tatsächlich. Allerdings sind Rechenoperationen gefragt, denn die Preise sind wegen der vielen Geschäftskunden ohne Mehrwertsteuer angegeben. Gold wert ist also eine gute Beherrschung der Grundrechenarten – oder ein Taschenrechner, damit man die 7 Prozent Mehrwertsteuer bei den Lebensmitteln oder 19 Prozent beim Alkohol addieren kann, um vergleichen zu können und an der Kasse nicht überrascht zu werden.

 

Notizen für den Einkaufszettel

Ein paar Preisbeispiele, die wir umgerechnet haben: Barilla Pasta kostet 0,89 Euro (500 Gramm), man zahlt also inklusive Mehrwertsteier 0,95 Euro. In der Fünf-Kilo-Packung sind es noch einmal zehn Cent weniger. Das kann sich rechnen, denn getrocknete Nudeln werden ja so schnell nicht schlecht. Die bessere Pasta der Marke "De Cecco" kostet 1,27 Euro inklusive Mehrwertsteier. Gimoka-Kaffee kostet umgerechnet 7,38 Euro. Die großen Tomatendosen mit 2,55 kg für die Geburtstagsparty kosten 2,13 Euro.

Frische Ravioli, Tortellini und Verwandte bekommt man zwischen 0,95 Euro und 1,28 Euro (100 Gramm). In der teuren Variante sind sie mit Seeteufel oder Schwertfisch gefüllt. Die Büffelmozzarella kostet 3,74 Euro (250 Gramm). Sie ist es wert.



Wegbeschreibung

"Hinterm Media-Markt", war die Ortsbeschreibung, die man am häufigsten von anderen Kunden erhielt. Das ist zwar zutreffend, doch so findet man nicht hin. Mit dem Fahrrad oder Auto über die Basler Straße und Guildfordallee nach Westen fahren und an der Uffhauser Straße rechts abbiegen. An der zweiten Straße links abbiegen, das ist der Raimanweg. am Ender kurzen Straße rechts abbiegen in die Seitzstarße. Links sieht man schon den Vitolo-Markt lieen, muss aber noch ein Stückchen weiter fahren, dann links in den Gewerbehof von Südgetränke einbiegen, auf deren Gelände der Markt liegt. Mit dem Fahrrad sind es zwanzig Minuten.



Adresse

Vitolo
Seitzstraße 8
79115 Freiburg
0761-1561971
vitolo_gaetano@gmx.de

Öffnungszeiten

Montag bis Samstag
9 bis 18 Uhr

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Foto-Galerie: Stephan Elsemann


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