Freiburger Warenwelt: Seifenmanufaktur Beate Geschke

Stephan Elsemann

Seife liegt in aller Munde, wäre ein passender Kalauer, denn die bunten Stücke aus der Seifenküche von Beate Geschke in der Schwarzwaldstraße sehen wirklich besonders appetitanregend aus. Seife erlebt eine erstaunliche Renaissance als klassisches und verträgliches Hautreinigungsmittel in Wellness-Zeiten. Beate Geschke zeigt, wie Seife gemacht wird.



Die kleine Werkstatt mit den duftenden Erzeugnissen

Die Gegend könnte spröder und unscheinbarer nicht sein. In der Schwarzwaldstraße, zwischen Shell-Tanke und Knopfhäusern, in einer Seitenstraße, die nicht mal einen eigenen Namen hat, zog  Beate Geschke vor zwei Jahren mit ihrer Manufaktur ein. Sie besteht aus zwei Räumen, Verkaufsraum und Seifenküche. Ein großes Fenster verschafft Durchblick.

Die Manufaktur ist tatsächlich eine Küche mit Herd, Kochtöpfen, Messbechern, Rührgeräten und einem Vorratsregal, das viele essbare und trinkbare Dinge enthält wie Olivenöl, Rapsöl und Kräuter. Sogar eine Flasche Wodka ist dabei. Der Alkohol hilft dabei die einzelnen Seifenlagen besser zu trennen.



Hier und sonst nirgends

Beate Geschke hat ein offenes Haus geschaffen, nichts findet sich hier von geheimnisumwitterter Alchimie mit eifersüchtig bewachten Rezepturen. Jeder, der am Dienstag oder Donnerstag, ihren Öffnungstagen vorbei schaut, kann dabei sein und sehen, was hier passiert.

Grundlage jeder Seife sind Fette. In einem großen Topf stehen Sheabutter und Babassufett bereit, die zunächst leicht erhitzt und geschmolzen werden. Rapsöl und Olivenöl kommen dazu. Dann wird die eigentliche Verseifung unter Zugabe von Natronlauge eingeleitet.



Jetzt wird es gefährlich, denn Natronlauge ist ätzend. Beate Geschke setzt eine Schutzbrille auf, zieht ihre Handschuhe an, trägt den Topf mit der Lauge vorsichtig zum Herd und gießt den Inhalt zum Fett. Das Fett beginnt zu stocken. Anders als beim Kochen kommt es hier auf ganz präzise Mengenverhältnisse an, sonst klappt es nicht.

Ab jetzt kommt Phantasie ins Spiel. Farbstoffe kommen hinzu, Aromen, Kräuter und Gewürze werden beigegeben. Welche und wieviele sind das Ergebnis langjähriger Experimente. Beate Geschke ist Chemikerin. Sie hat viele Jahre in einer Kosmetikfirma gearbeitet, bevor sie sich selbstständig. machte. In ihrer Manufaktur werden ausschließlich Pflanzenölseifen hergestellt und naturreine ätherische Öle vewendet.

Danach wird die puddingartige Masse in eine Art Backform gegeben und darf aushärten und trocknen. Die Trocknung und Reifung dauert vier bis sechs Wochen, bis die Seifenstücke in den Verkauf gehen.



Notizen für den Einkaufszettel

Alle Seifen kann man in 100-Gramm- oder kleinen 30-Gramm-Stücken kaufen. Die großen kosten einheitlich 4,80 Euro, die kleinen bekommt man für 2 Euro. Für alle Geschmäcker und Bedarfslagen dürfte sich etwas finden. Mit Rosenduft, mit Zimt mit Anis und anderen äherischen Ölen werden die Sinne angesprochen. Doch praktischer geht es auch.

Die Gärtnerseife entfernt mit Mohn und Hafer "tief eingedrungenen Schmutz aus Händen und Nägeln". Eine Barfußseife zaubert mit Thymian, Teebaumöl und Luffagurkenpartikeln Schweiß und Hornhaut weg. Kaffeeseife hilft bei Knoblauch-, Zwiebel- und Fischgerüchen an den Händen. Die Ying- und Yang-Seife tut, was sie so zu tun hat mit Patchouli, Lemongrass und in Schwarzweiß.

Dazu gibt es Badeperlen, einmal als Badebömbchen in rund und als Badepralinen in flach. Die Stücke sind wie alles im Geschäft höchst dekorativ und eignen sich hervorragend als kleines Mitbringsel. Eines kostet 1,50 Euro, drei davon bekommt man für 4 Euro.



Wegbeschreibung

Die Manufaktur liegt auf dem Weg zur UB am Messplatz. Vom Bertoldsbrunnen geht es über die Salzstraße zum Schwabentor. Dann den Greifeneggring überqueren, dann links herum in die Kartäuserstraße abbiegen. Von der Kartäuserstraße die zweite Straße rechts nehmen und über die Dreisambrücke fahren.

Direkt danach links herum auf den Dreisamuferweg schwenken. In die erste Straße rechts abbiegen. Das ist die Gresserstraße. Vorfahren bis zur Schwarzwaldstraße, diese Queren und weiter geradeaus fahren. nach 30 Metren liegt Manufaktur auf der linken Seite. zehn Minuten mit dem Fahrrad.

Mit der Straßenbahn geht es einfacher. Mit der Linie 1 Richtung Littenweiler fahren und an der Haltestelle Maria-Hilf-Straße aussteigen. In Fahrtrichtung rechts weiterlaufen und hinter der Shell-Tankstelle rechts abbiegen.

 

Adresse

Seifenmanufaktur Beate Geschke
Schwarzwaldstraße 46
79117 Freiburg
0761-700232
seifen@beategeschke.de
Web: Beate Geschke

Öffnungszeiten

Dienstag und Donnerstag
14.:30 bis 18 Uhr

Außerdem am Freitag 4. Dezember 2010 und Samstag 5. Dezember 2010 auf dem Weihnachtsmarkt im Feierling-Biergarten

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Foto-Galerie: Stephan Elsemann

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