Freiburger Warenwelt: Primo-Market

Stephan Elsemann

Schon mal einen Mönchsbart gegessen? Im Primo-Market am Siegesdenkmal gibt es eine Fülle von Delikatessen zu kaufen. Fabrizio Bonacci fährt einmal die Woche nach Mailand und bringt die Leckereien über die Alpen. Auch Rätselhaftes wie ein maliziöses Herrendeo findet man im Regal.



Der Mensch hinter den Waren

Vor vier Jahren hat Fabrizio Bonacci den Primo-Market von seinem Vorgänger Pino Cianca übernommen, ebenso das Geschäftskonzept: frische Lebensmittel direkt aus Italien nach Freiburg zu bringen. So kutschiert er seinen Wagen jede Woche nach Mailand auf den Großmarkt und wieder zurück nach Freiburg. Dienstagnachmittag ist Stichtag. Die Stammkunden wissen das und kaufen dienstags und mittwochs ein, bevor das meiste wieder weg ist.



Hier und sonst nirgends

Mit seinem transalpinen Direktimport hat Fabrizo Bonacci Zugang zu Obst- und Gemüsesorten, die im Freiburger Großmarkt nicht vertreten und folglich auch bei den Händlern auf den Wochenmärkten nicht zu bekommen sind.



Das Angebot von Gemüsen ist daher einzigartig in Freiburg. Wo sonst könnte man etwa Zucchiniblüten kaufen? Die leuchtend gelben Blüten werden in Teig geschwenkt und kurz frittiert. Oder Barba di Frate. Den Mönchsbart, wie er auf deutsch heißt, bringt Fabrizio Bonnacci ebenfalls aus Mailand mit – doch nur im Frühjahr. Die langen, grünen Fäden sind köstlich. Sie schmecken wie Spinat und sind dabei sehr einfach zu kochen.



Vorreiter in Freiburg war der Primo-Market auch bei den Ochsenherzen-Tomaten. Die Cuore di Bue machte Pino Ciancia in Freiburg bekannt. Ochsenherzen stammen aus Ligurien und gehören bestimmt zu den leckersten Tomaten der Welt. In Italien werde sie am liebsten blass gegessen, bevor sie reif sind.

Inzwischen sind sie auch woanders zu bekommen. Doch aufgepasst: Es hat sich herumgesprochen, wie gut sie schmecken und es dürfte nicht mehr lange dauern, bis sich geschmacksfreie Nachbauten verbreiten.



Zwei Sorten Büffelmozzarella gibt es hier. Zum einen die Mozzarella di Contadina in der Plastiktüte für 3,90 Euro (250 Gramm) und die Mandara im Tetrapack für 3,99 Euro (200 Gramm). Die geschmacksintensive Contadina ist ganz ohne Konservierungsstoffe gemacht und hält deshalb nicht lang. Wer wissen möchte, wie Mozzarella wirklich schmeckt, ist hier richtig.



Einen großen und ganz unerwarteten Verkaufserfolg hat Fabrizio Bonacci mit einem ganz anderen Produkt erzielt. Malizia Uomo, ein Deo für 4,60 Euro, findet reißenden Absatz bei jungen Freiburger Männern. Ein Rätsel ist das, auch für Herrn Bonacci: "In Italien ist es eher unbekannt, doch hier verkaufe ich es palettenweise."



Notizen für den Einkaufszettel

Der Primo-Markt ist ein Paradies zum Entdecken von ungewöhnlichen Dingen, aber auch von ganz alltäglichen – Grundlagen fürs Italienische im Haushalt. Tomatendosen von Divella kosten 75 Cent. Pasta der Edelmarken Voiello (1,65 Euro) und de Cecco (1,95 Euro) gibt es hier in allen Größen.

Espresso in 19 Sorten ist zu haben. Kleine, unbekanntere Marken sind auch dabei. Preiswert ist leckere Gioa in der grünen Packung für 12,99 Euro das Kilo. Oder ein gemahlener Gimoka für 3,50 Euro (250 Gramm). Olivenöle in vielen Sorten, darunter ein prämiertes Bio-Öl, sind zwischen zehn und zwanzig Euro zu haben.



Die riesige Verkaufsfläche bietet Raum für viel mehr. So kann man seit einiger Zeit auch Frischpasta (1,59 Euro), Aufschnitt (Salami 1,90 - 2,80 Euro) und Käse (Pecorino 1,69 Euro) an der Theke kaufen. Seit zwei Wochen gibt es hier auch mittags etwas Warmes zu essen (6,90 Euro).

Wegbeschreibung

Vom Bertoldsbrunnen bis zum Siegesdenkmal laufen, die Kreuzung überqueren und geradeaus in die Habsburgerstraße weitergehen. An der ersten Straße rechts abbiegen. Das ist die Bernhardstraße. Ein paar Schritte und man steht vor dem Primo-Market. Vier Minuten Laufzeit.

Adresse

Primo-Market
Bernhardstraße 6
79098 Freiburg
0761.2922441

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 9 Uhr bis 19:30 Uhr
Samstag 9 Uhr bis 16 Uhr

Foto-Galerie: Stephan Elsemann

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