Freiburger Warenwelt: Euro-Kaffe

Stephan Elsemann

Die Liebe zum Kaffee blüht in Freiburg - gerade auch im Privaten. Wie wäre es da mit einer eigenen Röstmaschine? Macht sich gut neben Vollautomaten und frischer geht es nicht. Mehmet Gürbüz macht es möglich. Ein Besuch im Euro-Kaffe am Friedrichring.



Hier und sonst nirgends

Beim Kaffeegenuss hat sich in den vergangenen zehn Jahren extrem viel getan. Kaffeeautomaten für den Hausgebrauch für 1000 Euro aufwärts sind beliebte Statussymbole geworden und die heimische Aufrüstung ist schon weit fortgeschritten. In Internetforen tummeln sich Experten, die mit hochheiligem Ernst um den richtigen Weg zum perfekten Kaffee streiten.

Warum also nicht noch einen Schritt weiter gehen und rohe Kaffeebohnen zu Hause rösten? Einiges spricht dafür. Denn Rohkaffee ist um vieles billiger und sehr viel länger haltbar als der geröstete Kaffee mit seinen flüchtigen Aromen. Zwei Röstgeräte für den Hausgebrauch sind bei Mehmet Gürbüz am Friedrichring zu haben – exklusiv in Freiburg, wie er sagt.



Billig ist das Vergnügen nicht. Der "Röstmeister", ein Gerät aus Deutschland, kostet 290 Euro und ist eigentlich ein Heißluftfön mit einer Trommel davor. Die heiße Luft aus dem Fön hält die Trommel mit den blassen rohen Bohnen in Rotation. Nach und nach werden sie braun und der Duft von frischem Kaffee verbreitet sich.

Beim Schweizer "Alpenröst" für 390 Euro liegt die Trommel quer. Der Luftstrom ist schwächer und indirekt. Das erlaubt differenzierte und langsamere Röstungen. Darauf kommt es auch an. Zeit ist Geld und beim Kaffee aus industrieller Produktion nimmt man sich für die Röstungen oft nur zwei bis drei Minuten. Mit den Heimgeräten kann man den Bohnen auch eine halbe Stunde Zeit lassen, bis sie den richtigen Bräununsgsgrad erreicht haben.



Ein weites Experimentierfeld für Aficionados tut sich hier auf: Es gilt, den besten Rohkaffee ausfindig zu machen und vor allem, die richtige Temperatur mit der passenden Röstzeit zu kombinieren.

Mehmet Gürbüz und das Euro-Café



Mehmet Gürbüz kann auch da helfen. Denn er hat seinen Lieblingskaffee vor vielen Jahren gefunden und vertreibt ihn in seinem Café am Friedrichring. Der "Euro-Kaffe" ohne Doppel-'e' am Ende ist ein besonders edler Hochlandkaffee aus den Bergen des Jemen. Der Kaffee im Verkauf wird allerdings nicht von Mehmet Gürbüz mit seinen Maschinchen selbst geröstet. Er lässt das in Rotterdam machen.



Seit 25 Jahren befasst er sich mit Kaffee. Es begann mit dem Kaffee, den er den Kunden seines Reisebüros in Waldshut-Tiengen ausschenkte. Die fanden den Kaffee so lecker, dass sie ihn kaufen wollten und so wurde über die vielen Jahre der Kaffee zu seinem Hauptgeschäft und er gab das Reisebüro auf.

Notizen für den Einkaufszettel

Euro-Kaffe kostet 19,90 Euro ein Kilo. Die kleine 250-Gramm-Packung ist zur Zeit billiger: 3,90 Euro als Probierangebot. Rohkaffee kostet um die vier Euro pro Kilo in bester Qualität. Damit sich der Preis für eine Röstmaschine amortisiert, muss man rund 70 Kilo Kaffee trinken. Oder sogar noch mehr, wenn man den Strom dazu rechnet.

Das Euro-Kaffe ist auch ein Stehcafé - mit interessanten Preisen. Alle Kaffees, ob Espresso oder Cappuccino, kosten nur einen Euro. Ebenso die Milkshakes.



Wegbeschreibung

Vom Bertoldsbrunnen zum Siegesdenkmal laufen, links in den Friedrichring abbiegen, weiterlaufen, bis man auf der Höhe des Denkmals angekommen ist. Die Straße überqueren, auf das Denkmal zu und an ihm vorbei auf die anderen Starßenseite. Jetzt links auf dem Friedrichring weiterlaufen. Nach ein paar Metern steht man vor dem Euro-Kaffe. Fünf Minuten Laufzeit.



Adresse

Euro-Kaffe
Friedrichring 15
79098 Freiburg
Tel.: 0761-5900000

Öffnungszeiten

  • Montag bis Freitag 11 bis 17 Uhr

Mehr dazu:

 

Foto-Galerie: Stephan Elsemann