Freiburger Warenwelt (45): Der Taschenofen

Stephan Elsemann

Der Taschenofen ist eine tolle Sache bei arktischen Temperaturen. Schon so manches eiskalte Händchen konnte damit vor dem Erfrieren bewahrt werden. Kein Witz, es ist wirklich ein Ofen, den man sich in die Tasche steckt. In Outdoor-Läden und Sportgeschäften sind sie zu bekommen – in vielen Variationen.



Der Kohleofen für die Tasche

Ganz harmlos sieht er aus – in Samt gepackt wie ein Brillenetui. Doch es ist ein  Kohleofen. Befeuert wird er mit Mini-Briketts. Auf einer Seite wird das Brikett angezündet – oder gleich auf beiden, wenn es besonders kalt ist. Dreißig Sekunden brennen lassen, auspusten und das glühende Brikett in das Brillenetui legen. Der Kohleofen brennt einige Stunden lang. Das reicht für einen Nachmittag mit frostigen Wartezeiten am Skilift. Mit 5,95 Euro ist man dabei.



Ein anderer traditioneller Ofen wird mit mit Benzin beheizt und riecht leider auch danach; sie brennen allerdings bis zu 16 Stunden lang.

Notizen für den Einkaufszettel

Neben den Traditionsöfen gibt es auch Hi-Tech-Konstruktionen zur transportablen Wärmeerzeugung, kleine Kissen mit Glibbermasse und einem Metallplättchen drin. Knickt man dieses, wird das Kissen undurchsichtig, hart und schlagartig warm – ziemlich warm sogar. Und wer sich fragt wo die Wärme herkommt, sollte das Kissen zu Hause in kochendes Wasser werfen.

Das heiße Wasser löst eine chemische Reaktion aus. Das Kissen speichert einen Teil der Wärme aus dem Wasser und wird dabei wieder weich. Knickt man das Metallplättchen erneut, wird erneut ein chemischer Prozess ausgelöst, der die Wärme frei gibt. Das ist alles.

Besonders frostempfindlich im Winter sind aber auch Füße. Extra dünne Zehen- und Sohlenwärmer sind auf den Markt, die ähnlich funktionieren, wie die Gel-Kissen, aber nur einmal verwendbar sind. Eisen wird mit Aktivkohle zum Oxydieren gebracht und erwärmt sich dabei – es wird Rost produziert. Ein Paar bekommt man für rund zwei Euro. Preisbrecher ist Waffen-Kirsch, der die Kissen für 1,70 Euro verkauft.



Am anderen Ende der Preisskala liegen Thermo-Sohlen mit einem separaten Akku. Sie sind in Sportgeschäften zu haben und wurden für Ski-Stiefel geschaffen. Rund 50 Euro kosten die heißen Sohlen, die aber nur mit einem Akku für weitere 100 Euro betrieben werden können.

Es sind Preise, die von Skifahrern akzeptiert werden, die mehrere hundert Euro für Skistiefel ausgeben, meint Thomas Zäh von Sport-Bohny. Er selbst nutzt die Thermo-Sohlen beim Radfahren. Überall, wo man die Füße nicht gut bewegen kann, können sie ihre Stärken ausspielen.



Eine ganz andere, traditionelle Art des Taschenofens verkauft die Adventure Company: Es handelt sich um ein Edelstahlgefäß mit verschraubbarem Deckel. Das auch als Flachmann bekannte Gefäß fasst 0,2 Liter und kostet 12,95 Euro ohne Inhalt.

Es wird mit Flüssigkeiten befüllt, die einzunehmen sind und deren Wärmeerzeugungspotential ebenfalls auf einer chemischen Reaktion beruht. Wegen schwer kalkulierbarer Auswirkungen auf den gesamten Organismus kann diese Version des Taschenofens nur unter größten Vorbehalten empfohlen werden.



Wegbeschreibung

Vom Bertoldsbrunnen in Richtung Martinstor laufen. Sport Bohny folgt nach 200 Metern auf der linken Seite. Zur Adventure Company geht es vom Bertoldsbrunnen über die Bertoldstraße Richtung Stadttheater. Links halten und an Theater und Cinemaxx vorbeilaufen und schon sieht man das Geschäft an Ecke der Moltkestraße liegen.

Mehr dazu:

Adventure Company
Bertoldstraße 54
79098 Freiburg
0761-37934
Outdoorshop.de

Montag bis Freitag 10 bis 20 Uhr
Samstag 10 bis 18 Uhr

Sport Bohny
Kaiser-Joseph-Straße 217
79098 Freiburg
0761-2026690
info@bohny.de
Bohny.de

Montag bis Freitag 10 bis 19.30 Uhr
Samstag 10 bis 19 Uhr

Foto-Galerie: Stephan Elsemann


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