Freiburger Warenwelt (18): Priesterbekleidung bei Rudolf Dischler

Stephan Elsemann

Ein außergewöhnliches Geschäft, das die wenigsten von innen kennen, ist Rudolf Dischlers Werkstätte für Priesterbekleidung, Kirchengeräte und christliche Heimkunst. Wie man sich als Priester adäquat einkleidet, hat Franz Dischinger Stephan verraten.



Franz Dischinger

Rudolf Dischler war vor 110 Jahren der Gründer des Geschäfts, das noch immer seinen Namen trägt. Seit fast vierzig Jahren allerdings gehört das Geschäft Franz Dischinger.

Ein Geschäft, das so eng mit der Kirche verbunden ist, übernimmt man nicht einfach so. Dischinger war als Kind Messdiener in Ehrenkirchen, da, wo er aufgewachsen ist und noch heute lebt. Und er engagierte sich auch in katholischen Jugendgruppen.



Hier und sonst nirgends

Franz Dischinger unterhält die einzige gewerbliche Werkstätte für Paramente in Freiburg. Das sind Textilien, die bei der Messe und in anderen gottesdienstlichen Bereichen gebraucht werden. Am auffälligsten sind die Messgewänder selbst.



Vier Messgewänder braucht jeder Priester – in vier Farben, die für bestimmte Feste und Zeiträume vorgesehen sind. Weiß wird an Weihnachten, Ostern und an Fronleichnam getragen. Rot ist vorgesehen die Tage des heiligen Geistes, Pfingsten und für Märtyrer. Violett gilt als die Farbe des Übergangs und wird bei Begräbnissen, in der Fastenzeit und auch im Advent getragen. Grün trägt der Priester an an allen anderen Tagen.



Messgewänder kosten zwischen 600 und 3000 Euro – das liegt im Bereich von Couture-Kleidung. Dazu kommt dann noch eine Albe, ein weißes Unterkleid. Ob denn auch modische Aspekte oder gar persönliche Eitelkeit eine Rolle bei der Priesterbekleidung spielen? Franz Dischinger verneint. Es komme immer darauf an, dass das Gewand auch passt. In einer hypermodernen Kirche mit einem barocken Gewand aufzutreten, passt nicht, findet er.

Notizen für den Einkaufszettel

Viele Gerätschaften umfasst das Sortiment, vieles, was einem Nicht-Kirchgänger rätselhaft erscheinen muss. Ein junges Pärchen, das hereinschneit, will nur "mal gucken".



Da wäre eine Ewig-Licht-Lampe zu haben, sie kostet 2350 Euro. Messkelche sind allgemein bekannter. Gute Kelche sind aus vergoldetem massivem Silber. Die weniger guten sind bloß aus vergoldetem Messing. "Das gibt Probleme mit dem Messwein", erklärt Dischinger, "denn die Säure des Weins zehrt an der Goldauflage." Deshalb lieber gleich einen guten Kelch. Mit ungefähr 2500 Euro ist man dabei.



Beliebter bei der Laufkundschaft sind Rosenkränze. Die gibt's schon ab 3,50 Euro und sie wurden vor ein paar Jahren sogar Mode. Der Fußballer David Beckham ist nicht ganz unschuldig daran, weiß Herr Dischinger. Gelegentlich fragt er mal nach, wozu denn seine jungen Kunden die Rosenkränze brauchen.



Und wenn er keine zufriedenstellende Antwort bekommt, erklärt er es gern: Zum Beten sind sie gemacht. Wie das geht, einen Rosenkranz zu beten, steht in einer Broschüre. Die bekommt man für 4,50 Euro dazu.



Wegbeschreibung

Vom Bertoldsbrunnen zum Siegesdenkmal laufen, rechts in den Leopoldring abbiegen. An der ersten Straße links abbiegen. Das Geschäft liegt an der linken Seite der Karlstraße und nach ein paar Schritten steht man davor. Fünf Minuten.



Adresse

Rudolf Dischler
Inhaber Franz Dischinger
Karlstraße 10
79104 Freiburg

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag: 9 Uhr bis 12.30 Uhr und 14 bis 18 Uhr
Samstag: 9 Uhr bis 12 Uhr

Foto-Galerie: Stephan Elsemann

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.