Gemeinderat

Freiburger Schwimmbäder sollen teurer werden

Simone Höhl

Mehr Geld, weniger Angebot: Freiburgs Schwimmbäder sollen teurer werden, und an Feiertagen nur noch zwei statt drei Hallenbäder geöffnet sein. Über diese Pläne stimmt am Dienstag der Gemeinderat ab.

Schon im Vorfeld gab es größere Debatten und zahlreiche Änderungswünsche bis hin zum Happy-Hour-Tarif. Doch die Stadtverwaltung hält am Einheitstarif für alle Bäder im Stadtgebiet fest.


Erwachsene sollen pro Eintritt 4,50 statt 4 Euro zahlen, für die Saisonkarte 95 statt 86 Euro. Für Kinder soll der Preis von 2,70 auf 3 Euro steigen, pro Saison von 48 auf 55 Euro. Im Durchschnitt sollen alle Tarife 13 Prozent teurer werden. Die letzte Preiserhöhung liegt fünf Jahre zurück. Um das Defizit der Bäder zu senken, sollen an Feiertagen nur noch Fauler- und Haslacher Bad öffnen, das Westbad geschlossen bleiben.

Das soll der Stadttochter Regio Bäder GmbH 185 000 Euro mehr in der Kasse bringen. Andererseits verteuern sich auch subventionierte Besuche für Schüler, Behinderte und Familiencard-Inhaber – macht knapp 60 000 Euro Mehrausgaben für den Stadtetat.

Beim Einheitstarif bleibt die Stadtverwaltung eisern

Als die Pläne im Sommer bekannt wurden, gab es kritische Reaktionen. Inzwischen haben die Fraktionen des Gemeinderats und Finanz- und Sportbürgermeister Otto Neideck das Thema in einem Gespräch ausgelotet. Dabei wurde klar, dass die Verwaltung bei einem eisern bleibt: Von einem Aufbrechen des stadtweit einheitlichen Tarifs rät sie ab.

In Hochdorf und Lehen waren billigere Preise für die kleinen Hallenbäder gefordert worden, weil sie weniger bieten. Eine Idee: ein Happy-Hour-Tarif. "Wir haben eine Preisstruktur für alle Bäder, jedes hat seinen Charme", sagt Herbert Mayer vom Sportreferat. Eine in Hochdorf gekaufte Zehnerkarte gelte ja überall. Sondertarife würden eine Debatte über Standards auslösen und darin münden, dass die Bäder bewertet werden müssten. Das will die Stadtverwaltung vermeiden.

Bei anderem zeigt sie sich kompromissbereit. Zwar gibt’s keine Saisonkarte für Hallenbäder, aber die 20er-Karte wird nun doch nicht abgeschafft. Anderes will sie aufnehmen, wenn Anträge kommen.

Anträge werden kommen. Die Grünen (11 von 48 Sitzen) tragen im Grundsatz die Pläne der Verwaltung mit, fordern aber Änderungen, sagt Stadtrat Gerhard Frey: Saisonkarten sollen im Paket günstiger sein. Und aus der Familien- soll eine Gruppenkarte werden, die nicht nur für zwei Erwachsene und zwei Kinder gilt, sondern ab dem dritten Kind Rabatt gewährt. "Ich geh’ davon aus, dass der Antrag eine Mehrheit haben wird", so Frey.

Die Fraktionen berieten am Montagabend das Thema noch, auch die CDU (9). Sie wird der Vorlage grundsätzlich zustimmen, sagt Stadtrat Hermann Aichele. Zu den Sondertarifen meint er nur: Die Forderung komme bei Preiserhöhungen so sicher, "wie das Ausgleichstor beim SC in der 90. Minute".

SPD (8) und Unabhängige Listen (7) stellen ebenfalls einen Antrag. "Wir sind mit anderen in guten Gesprächen", sagt Stefan Schillinger von der SPD. Diese würde "die Kröte schlucken", dass der Einzeleintritt teurer wird. Aber sie will eine geringere Preiserhöhung für Zehner- und 20er-Karten und "eine richtige Familienkarte, die auch deutlich billiger ist", sagt Schillinger – etwa 200 statt 300 Euro. In Bötzingen koste das Angebot 70 Euro. Insgesamt ist die SPD skeptisch. Gespart würden maximal 2,5 Prozent von den 4,5 Millionen Euro Verlust der Bäder, aber nur wenn keine Besucher wegbleiben. "Und das glauben wir nicht."

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