Rap

Freiburger Rapper veröffentlicht ein Musikvideo über Corona

Stefan Mertlik

"Fühl mich wie ein Häftling in meinem Zimmer", rappt Neo Elias in seinem neuen Video "Corona". Die Isolation zehrt auch an den Nerven des Musikers. An die Außenwelt möchte er mit dem Lied eine ganz bestimmte Botschaft senden.

Dass die Zeit allein in den eigenen vier Wänden an einem nagt, hat auch der Rapper Neo Elias festgestellt. "Quarantäne ist okay, ja, aber nicht für immer", heißt es in der ersten Strophe seines neuen Liedes "Corona". Wie so viele Menschen musste auch der 26-Jährige seine tägliche Routine umstellen. Was das bedeutet, bemerkte er schnell an seinem Biorhythmus. "Nachdem ich aufgestanden bin, könnte ich wenige Stunden später schon wieder einschlafen", sagt Elias.




Mit "Corona" hat Elias Jacoby, wie der Musiker mit bürgerlichem Namen heißt, einen modernen Rap-Song darüber geschrieben. Der Text entstand innerhalb eines Tages. Vor dem Schreiben sammelte er allerdings Stichworte und Gedanken: "Ich habe geschaut, wie sich das alles in mir anfühlt und wie die Leute auf die derzeitige Situation reagieren."
Ursprünglich wollte Elias zu "Corona" einen aufwändigen Clip drehen. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen musste er diese Pläne einstampfen.

Wie schon bei einem früheren Musikvideo verwendete der gelernte Mediengestalter stattdessen kostenloses Stock-Footage aus dem Internet. Auch wenn das Material nicht extra für dieses Projekt gedreht wurde, passen die Bilder perfekt: Ein Mann in Schutzkleidung betreibt Yoga und der Mona Lisa wird eine Mund- und Nasenmaske verpasst.

Kein Aufruf zur Selbstoptimierung

Neo Elias gehört nicht zu den ersten Musikern, die über die Einsamkeit in Corona-Zeiten schreiben. Im Vergleich zu vielen Kollegen, die mit einem Augenzwinkern über mangelnde Körperpflege und endlose Netflix-Sessions singen, wehrt sich Elias gegen körperliche und geistige Verwahrlosung: "Würde gerne shoppen gehen, doch alles hier hat zu / also nutze ich meine Zeit und steiger meinen IQ / informiere mich über Raum und Zeit / weil von zweiterem sowieso mehr bleibt."



Zur Selbstoptimierung möchte Elias mit dem Lied trotzdem nicht aufrufen. Jeder solle selbst herausfinden, was ihm im Umgang mit der Corona-Krise hilft. Sein Beitrag besteht darin, die Menschen zu ermutigen, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Denn Klopapier- und Desinfektionsmittel-Engpässe seien kein Grund zur Panik. "Man sollte seinen Sinn für Humor nicht im Wartezimmer des Hausarztes vergessen", empfiehlt der Rapper.