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Freiburger Partnerstädte sind ganz unterschiedlich von der Pandemie betroffen

Joshua Kocher

Besançon, Innsbruck, Tel Aviv-Yafo Granada, Padua: Einige der Freiburger Partnerstädte waren und sind besonders stark von der Pandemie betroffen. Andere, wie Matsuyama oder Suwon, hingegen kaum.

Eine Wanderung entlang der Brème, eine Fahrt in den Wald von Chailluz: Das können die Menschen in Besançon seit dem 28. November wieder unternehmen. Zuvor durften sie sich über Wochen nicht länger als eine Stunde und nicht weiter als einen Kilometer von ihrem Haus entfernen – eine Regelung, die in ganz Frankreich galt. Doch vergangene Woche wurde leicht gelockert. Die Ausgangserlaubnis wurde auf drei Stunden und 20 Kilometer angehoben, auch durften Kleiderläden wieder öffnen, am Mittwoch auch Bibliotheken. In der Region Bourgogne Franche-Comté liegt die Zahl der Neuinfektionen aber noch immer über dem nationalen Durchschnitt. Seit Beginn der Pandemie sind mehr als 2000 Menschen an Covid-19 gestorben.

Ähnlich strenge Beschränkungen herrschen bis am Sonntag in Innsbruck. Wie in ganz Österreich gibt es im Bundesland Tirol seit drei Wochen eine ganztägige Ausgangsbeschränkung. Man darf die Wohnung nur zum Arbeiten, Einkaufen, für Arztbesuche, Pflege anderer Menschen oder zum Spazierengehen und Sportmachen verlassen. Ab Montag soll gelockert werden. Die Tiroler Landesregierung organisiert am Wochenende zudem einen freiwilligen Massentest. Alle Tirolerinnen und Tiroler können sich zwischen Freitag und Sonntag abstreichen lassen. Damit sollen unbemerkte Infektionen entdeckt und mögliche Ansteckungsketten gestoppt werden. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in den vergangene Tagen in Tirol bei über 400, in Innsbruck über 300.
Partnerschaftshilfe

Im Rahmen eines Solidaritätsfonds bekommen Städte vom Bund Geld bereitgestellt, um ihren Partnerstädten Corona-Hilfspakete zuschicken. Für eine Lieferung unter anderem von Schutzmasken und Patientenmonitoren nach Isfahan hat das Freiburger Rathaus 50 000 Euro bewilligt bekommen, eine andere Lieferung in dieser Größenordnung ist nach Accra in Ghana unterwegs. Ein weiterer Antrag für Peru mit den Städten San Jeronimo und Cusco wird derzeit vorbereitet. Vor einigen Monaten hat die Stadt schon aus eigenen Mitteln Schutzausrüstung für 10 000 Euro gekauft und in den Iran geschickt. Eine Lieferung nach Lviv scheiterte am Zoll in der Ukraine.

Die Region Venetien, in der Padua liegt, war vor allem in der ersten Corona-Welle stark betroffen. Am 23. Februar wurde der Lockdown verkündet. Nicht weit von Padua, im Dorf Vó soll der erste Italiener an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben sein. Doch auch jetzt steigt die Zahl der Covid-Patienten in den Krankenhäusern wieder. Allerdings moderat. Nach Angaben der Landesregierung liegt die Zahl der positiven Testergebnisse bei etwa einem Drittel derer im März.

In Asien scheint die Lage ruhig zu sein

In Granada dürfen seit dieser Woche wieder Bars und Restaurants bis 18 Uhr öffnen. Die wochenlangen, strikten Beschränkungen werden aktuell etwas gelockert. Andalusien war lange Zeit die am stärksten betroffene Region in Spanien. Noch heute gibt es täglich bis zu 1500 Neuinfektionen. In den Wochen zuvor waren es bis zu 5000.

Schwierig ist die Lage in Tel Aviv-Yafo. Nach weitreichenden Lockerungen im Sommer schossen die Infektionszahlen in Israel im Herbst in die Höhe, die Regierung verhängte einen harten Lockdown. Der wurde jetzt teilweise wieder aufgehoben, was prompt eine dritte Infektionswelle auslöste. Vergangene Woche wurden so viele Neuinfektionen gemeldet wie zuletzt im Oktober. In Tel Aviv-Yafo können sich Bürgerinnen und Bürger an verschiedenen Orten der Stadt kostenlos testen lassen. Die Stadtverwaltung veröffentliche kürzlich eine Liste mit Orten, an denen sich Verliebte mit Abstand und Zugluft infektiologisch bedenkenlos treffen können.

In der japanischen Präfektur Ehime mit der Hauptstadt Matsuyama gab es in den vergangenen zwei Wochen einen Mini-Ausbruch. Nachdem die Zahl der täglichen Neuinfektionen seit Ende Mai beinahe bei null lag, stieg sie Mitte November auf bis zu 26. Doch schon am Dienstag wurden den Behörden in Ehime nur noch sechs Neuinfektionen gemeldet. Obwohl Japan viel dichter besiedelt ist als Deutschland, hat das Land die Pandemie besser im Griff. Vor allem, weil das Tragen von Masken schon vor der Pandemie üblich war.

Ähnlich ist die Situation in Suwon. In den offiziellen Zahlen deutet sich nach den Ausbrüchen im März und August in ganz Südkorea eine dritte Welle an. Allerdings bewegt sich das Infektionsgeschehen auf einem niedrigen Niveau. Das Land zählt zu den weltweit erfolgreichsten Ländern bei der Virus-Bekämpfung.