Absage

Freiburger Kulinarik-Messe Plaza Culinaria findet 2020 nur als Webshop statt

Joachim Röderer

Schweren Herzens sagt die Freiburger Messegesellschaft die Plaza Culinaria ab – und schafft ein kleines Ersatzangebot. Produkte, die es auf der Messe gegeben hätte, sollen im Netz erhältlich sein.

Das Coronavirus hat auch die 2020er-Ausgabe der hochgradig beliebten Plaza Culinaria sozusagen zur Strecke gebracht. Mit traurigem Blick verkündete Messechef Daniel Strowitzki am Dienstag die Absage. "Es würde keinen Sinn machen", sagt er. Genießen, bummeln, schlemmen, Versucherle probieren – wie soll das gehen mit Mund-Nasen-Schutz? Und jedes Mal bei einer Einkehr auf einem gastronomischen Messestand hätte sich der Gast registrieren müssen – viel zu kompliziert. Dann lässt man es lieber gleich, so das Fazit.


"Die Nähe und das Miteinander gehören da einfach dazu." Daniel Strowitzki, Messechef
Die Messe Freiburg hat eine Umfrage unter den Ausstellern gestartet. Der Rücklauf von rund 150 der Befragten kam, und die Antwort war mehr als eindeutig: Weit über 60 Prozent plädierten unter diesen Voraussetzungen für eine Absage. Dabei ist die Genießermesse ein echter Publikumsfavorit: 43.000 Besucherinnen und Besucher weit über die Region hinaus hatte die Plaza Culinaria im vergangenen Jahr angezogen. "Die Nähe und das Miteinander gehören da einfach dazu", sagt Strowitzki. Auf Basis der aktuellen Corona-Verordnung des Landes hätte die FWTM maximal 20.000 Besucher zulassen können. Der Besuch wäre nur per Vorabbuchung möglich gewesen und während eines bestimmten Zeitfensters. Es hätte keine Tageskasse geöffnet werden dürfen.

Masken und Mindestabstand wären Pflicht gewesen

Maske tragen und 1,5 Meter Mindestabstand wären Pflicht gewesen. Für jeden Besucher hätte die Messe genau sieben Quadratmeter Fläche vorhalten müssen. Da wäre wenig von dem Flair übrig geblieben, das die Messe in ganz Deutschland so einzigartig mache, meinte René Gessler vom Hotel Schloss Reinach in Munzingen, mitverantwortlich für die regionale Genussmeile in Halle 1 und die jährliche Charity Night. Und sein Schwiegersohn Johannes Gessler nannte noch ein anderes Argument für die Absage: "Wenn es auf der Messe zu Ansteckungen gekommen wäre, wäre das ein Schaden gewesen, den wir nicht mehr hätten gut machen können."

Jenny Santo, Projektleiterin für die Plaza Culinaria, konnte immerhin ein kleines Trostpflaster präsentieren. Die Genießermesse bekommt einen Online-Marktplatz – einen Webshop, über den die Produkte, die auf der Messe angeboten werden, bestellt und bezogen werden können. Damit wollen Ausstellern auch ein wenig helfen, die Umsatzeinbrüche abzufedern. Der Webshop wird gemeinsam mit dem Freiburger Unternehmen Oxid Sales zum Laufen gebracht. "Wir hatten so etwas schon lange vor, aber bislang hat uns immer die Zeit dafür gefehlt", erklärte FWTM-Geschäftsführer Daniel Strowitzki.

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