Erste Single

Freiburger Künstler Faitsch will unterschiedliche Musikgenres miteinander verbinden

Thomas Kubina

Quasi von der Wiege an hat der ausgebildete Singer-Songwriter Dominik Faitsch mit Musik zu tun. Der gebürtige Wolfacher spielte in seiner Heimat auf Hochzeiten und Wohnzimmerkonzerten. Nun will er sich mit seiner ersten Single "Teppich" neu definieren.

Zwei markante Eigenschaften braucht es, um als stereotypischer Singer-Songwriter durchzugehen: Zum Einen die Akustik-Gitarre, zum anderen Texte, die sich um das triste und schmerzliche Dasein drehen. Beides hat auch Dominik Faitsch aufzuweisen. Vor etwa fünf Jahren begann seine Zeit als Solo-Künstler und Singer-Songwriter: "Das fand ich eine Weile super, ich spielte auf vielen Wohnzimmerkonzerten, doch irgendwann habe ich gespürt, dass ich mich erweitern möchte", sagt der 24-jährige Politik- und Musikstudent.

"Meine ersten selbstgeschrieben Lieder würde ich heute nicht mehr hören wollen."

Musik ist aber nicht etwas, was ihn erst seit etwa fünf Jahren beschäftigt. Es ist schon immer sein Hauptlebensinhalt gewesen. Faitsch, dessen Künstlername auch sein bürgerlicher ist, wuchs auf einem idyllischen Bauernhof im Kinzigtal auf. Quasi von der Wiege an war Musik ein Thema für ihn. Das liegt daran, dass seine Wohnstätte zugleich ein Kulturzentrum ist. In der Zeit vor Corona veranstalteten seine Eltern regelmäßig musikalische Abende zu verschiedenen Anlässen, viele davon waren Hochzeitsfeiern. Mit 11 Jahren begann er Bass zu spielen, dann folgte die Gitarre.

Erste eigene Lieder mit 15

Nach diversen Schulband-Konzerten kristallisierte sich eine Hochzeitsband namens "Ziemlich auf die 12" heraus, in der er zahlreiche Auftritte hatte. Weil ihm das nicht auf Dauer genügte, entschloss er sich einen eigenen Weg einzuschlagen. "Ich wollte mich als eigener Künstler profilieren", sagt Faitsch und erfüllte sich den Traum erstmals mit 15 Jahren, als er anfing, seine eigenen Lieder zu schreiben. Er schmunzelte: "Meine ersten selbstgeschrieben Lieder würde ich heute nicht mehr hören wollen."



Mittlerweile ist Musik auch kein Hobby mehr führ ihn: "Es wäre etwas anmaßend für mich, wenn ich das noch als Hobby sehen würde." Das liegt vielleicht auch daran, dass sein Weg von zuhause aus nach Stuttgart führte. Dort absolvierte er sogar ein Singer-Songwriter-Studium. Da dieses Studium allerdings nicht unbedingt ein sicheres Berufsleben bereitet, entschied er sich für ein Lehramtsstudium in Freiburg. In dieser Zeit sollte Faitsch auch merken, dass es Zeit ist, gänzlich neue Wege einzuschlagen und sich vom klassischen Singer-Songwriter-Image zu befreien. "Es tut mir selbst in der Seele weh, aber ich möchte den Singer-Songwriter-Begriff ablegen", sagt er. Was nun zählt: "Ich will mehr Genres in meinen Stil mit einfließen lassen und alles miteinander kombinieren". Von nun an sollen sich verschiedene Stile miteinander vermischen- ein Sammelsurium aus Funk, Soul, Pop oder auch Hip Hop. Diese ganzen Stile machen seinen musikalischen Rucksack aus, mit dem er seine neue Route beginnt.



Mit seiner ersten Single "Teppich" hat er das getan, was er sich vorgenommen hatte. Er schuf ein Werk, das sich nicht so leicht kategorisieren lässt und lassen soll – vor allem nicht, wenn es darum geht, worüber ein Song handelt. Faitsch: "Songs müssen für mich Bilder malen. Es kommt stark darauf an, dass der Künstler ein Kunstwerk daraus macht." Diese Einstellung kommt nicht von irgendwo her. Einen kleinen Beitrag lieferte zumindest der Red Hot Chili Pepers Texter und Sänger Anthony Kiedis. In Interviews habe er oft auf die Frage, was ein Song zu bedeuten habe, geantwortet, dass es ihn glücklicher machen würde, wenn jeder das für sich selbst entdecke.

Alle zwei Monate eine Single

Und genau das will Faitsch auch: Seine Hörerinnen und Hörer sollen sich in diese Bilderwelten hineinversetzen können. Und das schafft sein Song "Teppich": Er entwirft eine Vorstellungswelt, die sich mit seiner rauen Stimme zu etwas verbindet, was von Sinnlichkeit und Einfühlsamkeit kaum zu übertreffen ist. Sprach er mit seinen Leuten über das Lied, sei oft sei das Wort "warm" gefallen, sagt er. "Die Reaktionen haben mich sehr berührt, weil die Leute so viele Emotionen damit verbinden." Nachdem er mit der ersten Single zufrieden war, soll zukünftig alle zwei Monate eine Single veröffentlicht werden. Er selbst produziert die Musik in einem kleinen Heimatstudio bei seinen Eltern.

Was Faitsch bleibt: ein Musiker mit Singer-Songwriter-Wurzeln. Was kommen wird: seine Neigung zu verspieltem Indie-Pop. Was die Zukunft bringt: bleibt offen. Faitsch hatte durch die Corona-Pandemie noch nicht die Möglichkeit, sich in Freiburg auf der Bühne zu zeigen. "Ich freue mich, wenn die Zeit wieder vorbei ist, dann werde ich so viel wie möglich spielen." Musikalisch auf dem Teppich liegen bleiben, wird er sicherlich nicht.
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