Stühlinger

Freiburger "Bis Späti" klagt gegen Alkoholverkaufsverbot ab 15. März

Anika Maldacker

Die Stadt Freiburg hat ein Alkoholverkaufsverbot gegen den "Bis Späti" im Stühlinger erwirkt. Ab 15. März darf dort dann kein Alkohol nach 22 Uhr verkauft werden. Die Betreiber wollen klagen.

Schlechte Aussichten für den "Bis Späti" in der Egonstraße: Die Stadtverwaltung hat das angekündigte Alkoholverkaufsverbot außer Haus ab 22 Uhr zum 15. März angeordnet. Das geht aus einem Schreiben an das 13-köpfige Betreiber-Kollektiv hervor. Damit darf der "Bis Späti", eine Mischung aus Gaststätte und Einzelhandel, ab Mitte März nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen – der Kneipenbetrieb ruht seit vergangenem Herbst coronabedingt. Gegen das Verbot wollen die Betreiber Widerspruch im Eilverfahren beim Verwaltungsgericht einlegen. "Das Verbot bedroht unser Gewerbe und die Einnahmequelle des Teams", sagt "Bis Späti"-Geschäftsführer Florian Höntsch. Man habe gehofft, das Geschäft bis zur Schließung im Juni in den wärmeren Monaten noch zu konsolidieren.

Die Stadt geht davon aus, dass die Entscheidung rechtskonform ist und der Widerspruch keinen Erfolg haben wird. Rechtsanwalt Heiko Melcher, der das Späti-Kollektiv juristisch vertritt und den Widerspruch Anfang kommender Woche einlegen will, sieht die Chancen nicht so schlecht. "Einen Späti zeichnet aus, dass man dort abends auch noch Alkoholika einkaufen kann", sagt er. Mit dem Verbot wäre das Geschäftsmodell obsolet. Auch sei nicht verständlich, wieso der Sofortvollzug jetzt, drei Monate vor der Ladenschließung, komme. Den Konflikt am Lederleplatz gebe es schon länger, so Melcher, die Stadt hätte schon vorher aktiv werden können. "Die Verwaltung lässt sich von ein oder zwei Anwohnern vor sich hertreiben", ist Melcher sicher. Mit einer Gerichtsentscheidung rechnet er bis übernächste Woche.

Zuvor hatte das Kollektiv versucht, mit einer Postkartenaktion an OB Horn zu zeigen, dass es auch positive Stimmen zum Laden gibt.

Mehr zum Thema: