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Interview

Freiburger Archäologin entdeckt mit ihrem Team eine 3400 Jahre alte Stadt im Irak

Die Archäologin Ivana Puljiz von der Uni Freiburg hat eine 3400 Jahre alte Stadt im Irak ausgegraben. Der Ort tritt selten zum Vorschein – wenn der Tigris wenig Wasser führt, wie Anfang 2022.

BZ: Frau Puljiz, Sie waren im Irak und haben mit anderen Forschern eine versunkene, antike Stadt entdeckt. Wie kam es dazu?
Ivana Puljiz: Das war eine Rettungsgrabung, die wir im Januar und Februar im Nordirak gemacht haben. Wir haben sie mit nur zwei Wochen Vorlauf geplant. Ich kannte den Fundort, weil ich dort bereits 2018 gegraben hatte. Damals hatten wir tolle und wichtige Befunde ausgegraben. Ich wusste also um das Potential dieses Ortes.
BZ: Der Klimawandel hat vermutlich eine Rolle bei der Grabung gespielt. Warum?
Puljiz: Der Klimawandel hat eine sehr wichtige Rolle gespielt. Ursprünglich befand sich die Stadt am östlichen Ufer des Tigris. In den 80er-Jahren wurde die Mossul-Talsperre gebaut. Seit der Staudamm existiert, ist der Ort permanent unter Wasser und tritt nur alle paar Jahre ein wenig hervor. Aber niemals vollständig. Das erste Mal seit 2018 ist der Ort in diesem Winter wieder aufgetaucht – wegen der Dürre im Irak. Die Behörden haben beschlossen Wasser aus dem Stausee abzulassen, um den Süden des Landes zu bewässern. So ist der Wasserspiegel gefallen. Normalerweise wäre er durch Winter-Niederschläge viel höher gewesen.
"Wir standen unter Druck, weil wir nicht wussten, wann der Wasserspiegel wieder ansteigt."
BZ: Das heißt, Sie mussten wegen der niedrigen Pegelstände schnell reagieren?
Puljiz: Ja, ich habe Mitte Dezember festgestellt, dass der Wasserspiegel gesunken ist. Seit drei Jahren habe ich regelmäßig die Satellitenbilder überprüft. Ich wusste, dass wir sofort reagieren müssen und habe meine Kooperationspartner, nämlich nämlich Peter Pfälzner von der Uni Tübingen und Hasan A. Qasim von der Kurdistan Archaeology Organization informiert. Wir ...

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