Musik

Freiburger A-Cappella-Popchor Twäng! veröffentlicht Debütalbum Pop!

Carolin Johannsen

Seit sieben Jahren gibt es den Popchor Twäng! aus Freiburg. Nun veröffentlicht die 42-köpfige Gruppe ihr Debütalbum "Pop!" – mit modernen Songs von Billie Eilish, aber auch Klassikern aus dem Repertoire der Sängerinnen und Sänger.

Popmusik ganz ohne Instrumente – das macht der Freiburger A-Cappella-Popchor Twäng! schon seit sieben Jahren. Wenn nicht gerade Corona ist, treten die 42 Sängerinnen und Sänger regelmäßig im Raum Freiburg, aber auch in ganz Deutschland auf. Während der Pandemie musste der Chor allerdings kreativ werden. Gemeinsame Proben und große Konzerte fielen weg. Stattdessen veröffentlichte Twäng! ein corona-konformes Musikvideo zur Twäng!-A-Cappella-Single "Blinding Lights" von The Weeknd. Die Single ist ein Teil des Großprojekts, das der Chor nun vorstellt: das erste eigene Album.

"Pop!" heißt das Album, das heute erschienen ist. Für fudder haben Chorleiter Adrian Goldner und Chormitglied Alexis Papathanassopoulos im Interview einen Einblick in die Entstehung ihres Debütalbums gegeben.

Twäng! gibt es jetzt schon seit sieben Jahren, warum habt ihr euch gerade jetzt entschieden, ein Album zu veröffentlichen?

Adrian: Gerade jetzt ist gut, wir haben uns eigentlich schon 2018 dazu entschieden, ein Album zu produzieren. 2019 haben wir ein Crowdfunding gestartet, das auch erfolgreich verlaufen ist, und dadurch wurde der Startschuss gesetzt. Die Produktion an sich hat dann einfach sehr lange gebraucht und es kam einiges dazwischen. Mit den Aufnahmen haben wir dann Mitte 2019 angefangen, die letzte Aufnahme war im November 2020 kurz vor dem Lockdown.

Wie seid ihr auf den Namen gekommen?

Adrian: Wir sind ein A-Cappella-Popchor und machen Popmusik und ich fand die Mehrdeutigkeit in dem Titel ganz lustig. Das geht mit Pop-Art einher, unser Logo ist auch ein wenig an den Pop-Art-Stil angelehnt und dann kamen wir auf die Idee, für das Cover Bubblewraps zu nehmen, die poppen ja auch. Es gab vorher auch einige andere Titel, aber die hätten nicht für alle Songs gepasst. Jetzt sind wir ehrlich und sagen, es ist einfach Popmusik.
Alexis: Der einfache Titel ist so auch ein Statement. Es soll ja auch beachtet werden und deswegen finde ich den Titel gar nicht schlecht.

"Das Singen im Studio ist wirklich etwas ganz anderes." Alexis

Was war bei der Produktion die größte Herausforderung?

Adrian: Die Aufnahmen waren ein ziemlich hoher logistischer Aufwand. Wir haben die elf Songs in acht Stimmgruppen aufgenommen in dem Studio der Band Fat Cat in Gundelfingen. Dementsprechend war jede Stimmgruppe für jeden Song einmal im Studio, es waren 88 Studiosessions, wo wir uns an Intensiv-Wochenenden getroffen und wie am Fließband alles abgearbeitet haben.
Alexis: Und es hatten ja auch nicht immer alle Zeit, das kam dann noch dazu.
Adrian: Wir haben das Ganze auch in der Zeit unterschätzt und gedacht, dass es einfacher wäre, eine CD aufzunehmen. Außerdem muss man sich erst daran gewöhnen, im Studio aufzunehmen, das ist eine ganz andere Art zu singen. Der Fokus liegt da mehr auf Perfektion als auf Spaß.
Alexis: Das Singen im Studio ist wirklich etwas ganz anderes. Man hört sich selbst über Kopfhörer und hört wirklich alles, deswegen muss man sein Singen anpassen und das geht nicht so schnell.

Was sagt ihr selbst zu dem Ergebnis?

Alexis: Als Sängerinnen und Sänger haben wir die meiste Zeit gewartet auf das Endergebnis und zwischendurch mal kleine Einblicke bekommen. Das war schon beeindruckend zu hören, was entstanden ist. Am schönsten finde ich, dass man noch hören kann, dass es unser Chor ist. Man kann immer noch die einzelnen Leute hören und es klingt ausgewogen und dynamisch.
Adrian: Ich bin sehr zufrieden! Dafür, dass es unsere erste Produktion in diesem Umfang ist, finde ich es sehr gelungen.

Was erwartet die Hörer des Albums?

Alexis: Auf dem Album sind sehr viele aktuelle Songs, auch eher jüngere Popmusik, zum Beispiel Billie Eilish oder The Weeknd.
Adrian: Wenn man uns live gehört hat, sind einige Sachen dabei, die man wiedererkennt, aber auch einige neue Songs. Zusammengefasst kann man sagen: moderne Popmusik im A-Cappella-Gewand.
Alexis: Ich glaube, gerade Leute, die keine A-Cappella-Musik hören, werden wahrscheinlich erstaunt sein, wie nah das an Instrumentalmusik sein kann. Die Beatbox wurde in viele Schichten reingemischt und klingt, finde ich, total authentisch. Für manche, die das zum ersten Mal hören, ist das wahrscheinlich interessant und überraschend.
"Nach dem Release werden wir uns jetzt Ziele suchen und Konzerte sind dann das A und O." Adrian

Welche Pläne habt ihr für die nähere Zukunft?

Adrian: Ich fände es schon cool, nochmal so ein Projekt zu starten, aber jetzt erstmal nicht. Jetzt haben wir lange genug an dem Album gearbeitet.
Alexis: Erstmal wollen wir jetzt Konzerte geben, wenn das wieder möglich ist und die Songs von der CD live präsentieren, das kam in letzter Zeit auch viel zu kurz.
Adrian: Konzerte haben wir aktuell, also in diesem Jahr, aber wegen der Pandemie nicht geplant.
Alexis: Unser letztes Konzert ist jetzt über ein Jahr her, der Videodreh von Blinding Lights war für uns als Chor das letzte größere Event.
Adrian: Nach dem Release werden wir uns jetzt Ziele suchen und Konzerte sind dann das A und O.
Alexis: Für die Konzerte werden wir dann sicher dieses Jahr auch schon anfangen zu proben und hoffen, dass wir nächstes Jahr im Frühjahr auftreten können.

Wo kann man das Album hören?

Adrian: Hören kann man das Album überall, wo man sonst auch Musik streamen kann. Die CD ist für 15 Euro nur bei uns über die Website erhältlich.

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