Mögliche Expo-Verschiebung

Freiburg wäre auch 2021 in Dubai mit dabei

Jens Kitzler

In knapp zwei Wochen soll die Entscheidung fallen, ob die Expo 2020 wegen des Coronavirus verschoben wird.Die Freiburger Wirtschaftsförderung sieht der Entscheidung entspannt entgegen.

In wenigen Tagen fällt die Entscheidung, ob die Weltausstellung Expo 2020 in Dubai aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben wird. Das betrifft auch die Freiburger Wirtschaftsförderung: Die FWTM ist Teil der Projektgesellschaft, die den Auftritt Baden-Württembergs auf der Expo bauen und betreiben soll.


In rund zwei Wochen soll die Entscheidung fallen

Am 20. April tagt das Bureau International des Expositions in Paris, das internationale Gremium, das die Weltausstellungen vergibt. Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass dann auch die Expo 2020 in Dubai vor der Corona-Pandemie ins Jahr 2021 flieht, nicht anders als auch die olympischen Spiele oder die Fußball-Europameisterschaft. Für Baden-Württemberg eine Entscheidung von Bedeutung, schließlich ist geplant, dass zwischen den ganzen teilnehmenden Nationen das Ländle einen eigenen Auftritt als Bundesland bekommt – wo die Expo Dubai das Motto "Connecting Minds, Creating the Future" voranstellt, will der südwestdeutsche Teil der Republik mit dem Slogan "Baden-Württemberg 5.0" unterschlüpfen.

Für den Bau des Pavillons und für den Ausstellungsbetrieb wurde vergangenes Jahr die "Baden-Württemberg Expo 2020 Dubai GmbH" gegründet, an ihr beteiligt sind die Ingenieurkammer Baden-Württemberg, das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation – und die "Freiburg Management und Marketing International GmbH" (FMMI), eine Tochter der Freiburger Wirtschaftsförderungsgesellschaft FWTM. "Jetzt gibt es engen Austausch mit dem Wirtschaftsministerium in Stuttgart", sagt Daniel Strowitzki, Freiburgs Messechef und Geschäftsführer der Expo 2020 GmbH, "es werden Gespräche geführt, wie weit das Land zusammen mit der Projektgesellschaft die Verschiebung mitgeht und dann 2021 in Dubai vor Ort ist". Ist auch denkbar, dass das Land die Pläne für den wohl rund 13 Millionen Euro teuren Auftritt hinschmeißt? Strowitzki glaubt es nicht. "Es wurden schon viel Herzblut und natürlich auch Geld in das Projekt investiert. Vielleicht nimmt man einfach das Jahr mit, um noch etwas entspannter in die Vorbereitung zu gehen."

Ursprünglich hatte man schon für letzten Herbst die Grundsteinlegung für den gleich neben dem Pavillon von Monaco angesiedelten Landesauftritt geplant gehabt. Davon war aber schnell keine Rede mehr. Aktuell sei die Bauplanung abgeschlossen, erklärt Pablo Dahl von der Ingenieurkammer in Stuttgart. Also sei man nun vorbereitet, falls der Startschuss fiele – allerdings entstünden durch ein Hinziehen bis kommendes Jahr zusätzliche Kosten. In welcher Höhe, dazu gebe es bislang keine Kalkulationen.

Bei der Freiburger FMMI ginge es allein um Personalkosten, sagt Geschäftsführer Strowitzki, ohne Zahlen zu nennen – die habe man unter den Teilgesellschaftern bisher nicht aufgeschlüsselt. Die Expo 2020 GmbH finanziert sich aus Sponsorengeldern und Landeszuschüssen. Seit die Freiburger Beteiligung am Dubai-Projekt im März 2019 von einem wenig begeisterten Freiburger Gemeinderat genehmigt wurde, steht in der zugehörigen Vorlage, der Stadt entstünden aus der Beteiligung keine weiteren Kosten. "Das bleibt auch so", sagt Strowitzki.

Kummer mit dem Auftritt gewohnt

Kummer mit dem Expo-Auftritt ist man ansonsten gewöhnt. Die Akquise von Sponsoren verlief schwerfälliger als gedacht, also ging das Land erstmal millionenschwer in Vorleistung. Im Zuge der Querelen verlor vergangenen Herbst der ehemalige Freiburger CDU-Stadtrat Daniel Sander seinen Posten als Geschäftsführer der Ingenieurkammer und der Expo-Projektgesellschaft. Fragen zur Personalie bekommt man auch heute noch mit Hinweis auf ein laufendes Verfahren von keiner Seite beantwortet.

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