7-Tage-Inzidenz

Freiburg und der Breisgau kratzen an der Schwelle zum Corona-Hotspot

Max Schuler

49,7 in Breisgau-Hochschwarzwald und 47,6 in Freiburg – die 7-Tage-Inzidenz der Kreise nähert sich der Hotspot-Schwelle von 50 an. Im Gesundheitsamt helfen fünf Soldaten bei der Kontaktverfolgung.

Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ist kurz davor Corona-Hotspot zu werden. Am Montag lag die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner und Woche bei 49,7 und damit nur noch minimal unter dem kritischen Schwellenwert von 50. Hätte es in der vergangenen Woche einen registrierten Corona-Fall mehr gegeben, läge der Kreis heute schon über der Hotspot-Schwelle. Auch die Stadt Freiburg ist kurz davor diese zu überschreiten: In der Stadt liegt der Wert bei 47,6.


Sollte der Wert von 50 überschritten werden, könnten Stadt- und Landkreis weitere und schärfere Maßnahmen ergreifen, wie es beispielsweise Stuttgart mit einem nächtlichen Alkoholverbot bereits getan hat. Auch eine nächtliche Ausgangssperre wäre möglich.

Besuchsstopp in den Helioskliniken im Kreis

Seit Montag gilt bereits eineneue Corona-Verordnung des Landes. Diese schreibt unter anderem eine erweiterte Maskenpflicht – zum Beispiel in Fußgängerzonen – vor, sowie Beschränkung privater Treffen und Ansammlungen auf 10 Personen oder 2 Hausstände. Veranstaltungen werden auf 100 Teilnehmer begrenzt.

Angesichts der erneut stark steigenden Infektionszahlen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald führen die Helios Kliniken in Müllheim, Breisach und Titisee-Neustadt ab Dienstag wieder einen Besuchsstopp ein. "Nur in Ausnahmefällen kann ein Patient mit einer Sonderregelung und nach vorheriger telefonischer Absprache einen Besucher empfangen", heißt es in einer Pressemitteilung. "Mir ist sehr bewusst, wie schwierig es ist, Menschen den Besuch bei kranken Angehörigen zu versagen. Wir ergreifen diese Maßnahmen, um unsere Patienten und Mitarbeiter vor einer Übertragung von Infektionskrankheiten so gut wie möglich zu schützen", sagt Klinikgeschäftsführerin Beatrice Palausch. Bei jedem Patienten, der die Klinik betritt, werde auch wieder kontaktlos Fieber gemessen.

In Herzzentrum in Bad Krozingen war am Montagnachmittag noch kein Besuchsstopp geplant, wie Pressesprecher Benjamin Waschow mitteilte. Wie bereits im Frühjahr entschieden, ist aber Besuch nicht ohne weiteres möglich. Stationäre Patienten können zwei Kontaktpersonen nennen, die sie besuchen dürfen. Von diesen darf pro Tag nur einer zu Besuch kommen.

Soldaten helfen im Gesundheitsamt

Fünf Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade aus Müllheim helfen mittlerweile im Gesundheitsamt bei der Kontaktverfolgung von Corona-Infizierten. Der Corona-Krisenstab stünde auch weiterhin in Kontakt mit der Bundeswehr. "Gegebenenfalls bekommen wir weitere Kräfte von dort", sagt der Pressesprecher des Landratsamtes Matthias Fetterer. Außerdem gab es auch zeitweise Unterstützung von Sanitätskräften der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, der Bergwacht und des Malteser Hilfsdienstes.

Bei den Soldaten handelt es sich um Logistiker. "Die Brigade hat momentan noch 626 Soldatinnen und Soldaten als Reserve mit unterschiedlichen Abrufzeiten, mit denen wir im Kampf gegen die Weiterverbreitung des Coronavirus unterstützen können", sagt Presseoffizier Markus Bayer am Montagmittag. Auch in Offenburg sind sechs Soldaten vom Versorgungsbataillon aus Müllheim im Einsatz. Das Jägerbataillon aus Donaueschingen, das ebenfalls zur Brigade zählt, hilft mit 60 Soldaten in Stuttgart bei der Kontaktnachverfolgung von Coronainfizierten. Tätig sind Soldaten der Brigade zudem in Balingen und Esslingen.
Gesunde Väter dürfen Schwangere begleiten

Die Helios-Kliniken im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald haben ein Besuchsstopp erlassen. Nur mit Ausnahmeregelungen dürfen Patienten besucht werden. Die Arztpraxen im Haus bleiben weiterhin für Patienten geöffnet. Gebärende Mütter können unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen von einer gesunden, nicht wechselnden Person begleitet werden. Patienten, welche die Notfallambulanz oder Notaufnahme in den Kliniken aufsuchen, können ebenfalls maximal von einer Person begleitet werden. Kinder sind als Begleitpersonen nicht berechtigt, werden jedoch weiterhin als Patienten behandelt. Angehörige, die stationär aufgenommenen Patienten Wäsche oder weitere persönliche Gegenstände vorbeibringen möchten, können diese beschriftet an den Rezeptionen abgeben. Bei Erkältungssymptomen ist der Zutritt nicht erlaubt.