Musikveranstaltung

"Freiburg stimmt ein" könnte das erste Vor-Ort-Festival der Stadt des Jahres werden

Anika Maldacker

Lkw-Konzerte oder Hygieneregeln: Das Mitmach-Musikfestival "Freiburg stimmt ein" könnte die erste große Open-Air-Veranstaltung des Jahres werden. Die Veranstalter arbeiten auch an Alternativen.

Es könnte Freiburgs erstes, großes Musikfestival seit vergangenem Herbst werden: "Freiburg stimmt ein". Bisher plant der veranstaltende Verein "Kultur leben", das unkommerzielle Festival am ersten Juliwochenende auszurichten – wenn die dann geltenden Abstands- und Hygieneregeln es zulassen. Falls nicht, gibt es Alternativkonzepte.

Vorstand Stefan Sinn und seinem Verein "Kultur leben" wohnt in der Pandemie ein gewisser Pioniergeist inne. Denn schon im vergangenen September war "Freiburg stimmt ein" das erste große Festival, das nach Beginn der Corona-Pandemie in der Region stattfand. Nun wird der Verein wieder der erste sein, wenn die elfte Ausgabe des kostenlosen Livemusik-Festivals wie geplant am Wochenende vom 2. bis 4. Juli stattfinden kann.

160 Bands wollen mitmachen

In erster Linie hängt das Musik- und Kulturfestival von der Inzidenz ab. "Wir haben dieselben Hygienemaßnahmen wie beim letzten Mal eingeplant", sagt Stefan Sinn von "Kultur leben". Das heißt: Der Zugang zu den über die ganze Stadt verteilten Freiluftkonzertstätten ist eingeschränkt, es gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht, wenn nötig. Erste Zusagen vom Amt für öffentliche Ordnung habe man schon eingeholt. 160 Bands sowie Solomusikerinnen und -musiker haben sich laut Sinn bisher für Auftritte angemeldet. Wie viele Künstlerinnen und Künstler spielen werden und wo, steht noch nicht fest. Im vergangenen Jahr gab es während eines Sonntags auf acht Freiburger Plätzen Livemusik – vom Seepark bis zum Kanonenplatz.

Vorausgesetzt, die Zahlen lassen es zu, könnte das Festival am Samstag seinen Höhepunkt erreichen. Denn am 3. Juli plant der Stühlinger Verein "Schwere(s)los!" ein Straßenfest auf der teilweise verkehrsberuhigten Eschholzstraße. Der Straßenabschnitt zwischen Ferdinand-Weiss-Straße und Egonstraße soll von 14 bis 22 Uhr gesperrt werden. Auf drei kleinen Bühnen soll es Livemusik geben, außerdem Straßenkünstler, offene Hinterhöfe sowie ein gastronomisches Angebot. "Es wäre toll, wenn wir zum Abschluss dieses Tages eine Art Rave im Eschholzpark beisteuern könnten", so Sinn. Mitte Mai wolle sich der Verein beraten, wie der Aktionstag aussehen könnte – oder ob er in den Herbst verschoben werde.

Ob das Festival in der bisher geplanten Form stattfindet, hängt vom Infektionsgeschehen ab. "Außerdem sind wir mit dem ersten Juliwochenende auch sehr nahe am voraussichtlichen Ende der Bundesnotbremse-Bestimmungen dran", sagt Sinn. Diese gilt bisher bis zum 30. Juni. "Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, dass die Gefahr dann sofort vorüber ist", sagt er.

Mit mobilen Bühnen auf Lkw in die Stadtviertel

Daher hat Sinn beim Amt für öffentliche Ordnung angefragt, ob das Festival auch mobil auf Lkw ausgerichtet werden kann. "Die Idee ist, mit mehreren Lastwagen in verschiedene Wohngebiete zu fahren und die Viertel von mobilen Bühnen zu bespielen", sagt Sinn. Zwischen fünf und zehn Lkw könnten dann von Freiburger Quartier zu Quartier ziehen, die Bands auf den Ladeflächen stundenweise musizieren. "Wir würden die Leute über Lautsprecher bitten, sich nicht in Gruppen vor den Bühnen zu versammeln", sagt Sinn. Falls das doch geschehe, könnte die mobile Bühne weiterziehen. Die genauen Details müssten noch ausgearbeitet werden – auch unter Einbeziehung der Bürgervereine.

Falls keine der beiden Varianten möglich wäre, würde "Freiburg stimmt ein" erneut auf den Herbst verschoben. "Das Wochenende am 18. und 19. September könnte ein möglicher Termin sein", so Sinn. Für ihn und den Verein ist die hiesige Ausgabe ein runder Geburtstag. Denn 2011 ging "Freiburg stimmt ein" zum ersten Mal über die Bühnen. Seither findet das kostenlose Festival einmal im Jahr statt. "Kultur leben" versteht es als "Mitmach-Festival, das für alle offen sein will – für Musiker und Helfer. Das Festival wird über Spenden und Zuschüsse finanziert. Alle Beteiligten machen ehrenamtlich mit. Bei dem Festival wird kein Alkohol und kein Fleisch angeboten.

Was auf jeden Fall wieder in der diesjährigen Version des Festivals stattfinden soll: die Veranstaltungen im Musikerviertel in Herdern, die 2020 Premiere feierten. Die Idee: In Straßen, die nach Musikern benannt wurden, sollen Künstlerinnen und Künstler deren Musik spielen.
Veranstaltungen

Für den Sommer sind in Freiburg einige Kulturfestivals geplant. Ob diese stattfinden, hängt von den Coronaverordnungen ab. Ein Überblick ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit.

Es grimmt
22. bis 24. Juni, Lesungen und Märchen-Parcours, Bühne im Stadtgarten
Freiburg stimmt ein
2. bis 4. Juli, Musik aller Genres,
verschiedene Orte
Summerstage
Theater-Vorplatz, 4. bis 24. Juli,
verschiedene Genres
Weltgarten – Lesefest
7. bis 11. Juli, verschiedene Orte
Stadtjubiläum
Abschluss-Reihe, Juli,
exakter Termin steht noch nicht fest
Ins Weite
Mitte Juli bis 22. August, Kino, Musik, Literatur,

Mensagarten, Alter Wiehrebahnhof
100 Jahre Studierendenwerk
21. und 22. Juli, Mensagarten
Open-Air-Sommer
Einzelveranstaltungen zwischen 23. Juli und 5. September,
Innenhof des Basler Hofs
Asphalt Sessions
8. bis 25. Juli, danach spontane Auftritte Kleinkunstszene, Biergarten E-Werk.