Preisträger

Freiburg hat noch nie so viele Umweltpreise vergeben wie in diesem Jahr

Stephanie Streif

Rekordverdächtig: 15 Preisträger in vier Kategorien. Die Jury verleiht Preise für Klimaschutz, Naturschutz, Umweltbildung und einen Sonderpreis für Industrie und Gewerbe.

Die Umweltpreise 2020 wurden in den Kategorien Klimaschutz, Naturschutz und Umweltbildung vergeben, weiter gab es einen Sonderpreis für Industrie und Gewerbe. Zur Jury gehörten Mitglieder des Gemeinderates, die Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik, die Amtsleitung des Umweltschutzamtes, die Wirtschafts- und Tourismusförderung der Stadt sowie mehrere Umweltverbände.


Klimaschutzpreise "Climate First"
Der Verein Gartencoop bringt das Gemüse klimaschonend an den Verbraucher. Das von Gärtnern im Raum Bad Krozingen angebaute Gemüse wird ohne Plastik und mit Lastenfahrrädern ausgefahren. Dafür gab es den ersten Preis (3000 Euro).
Geerdet, bodenständig – diese Begriffe stecken in der Wortschöpfung "terran". Der Verein Terran setzt sich auf seiner Plattform für flugfreies Reisen ein. Der Verein belegt den zweiten Platz (2000 Euro).
"Kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement" heißt das vom Institut für Fortbildung und Projektmanagement sowie vom Verein Fesa entwickelte Fortbildungsprogramm. Dafür gab es Platz drei (1000 Euro).

Naturschutzpreise
Um den Fortbestand des Alpenseglers zu sichern, hat der Nabu in Freiburg ein Projekt aufgesetzt, das die Interessen von Bauherren, Eigentümern und Behörden mit den Bedürfnissen des Vogels abgleicht – unter anderem mit Beratung. Dieses Projekt hat den ersten Naturschutzpreis (3000 Euro) gewonnen.
Im Winzerkreis-Opfingen haben sich Winzer und Landwirte aus den Tuniberg-Ortschaften zusammengeschlossen und dem Umweltschutz verpflichtet – etwa indem sie weniger Pestizide spritzen oder ihr Blütensortiment vergrößern. Im Rahmen eines Winzerlehrlingstreffens geben sie ihr Wissen weiter. Darum: Platz zwei (2000 Euro).

Sonderpreis
Obwohl die Freiburger Betriebsstätte der Pfizer Manufacturing Deutschland GmbH deutlich mehr produziert als früher, konnte sie ihren CO2-Ausstoß um 21 Prozent reduzieren – auch, indem erneuerbare Energie genutzt wurden.

Umweltbildungspreise

Bevor etwas auf der Leinwand passiert, muss erst einmal gestrampelt werden. Das Klimaaktionskino des Vereins Solare Zukunft läuft nur, wenn Radler Strom dafür erzeugen.
Für die Schulgemeinschaft des Montessori Zentrums Angell gehören Nachhaltigkeitsthemen zum Schulalltag: Um den Nachhaltigkeitsgrundsatz noch stärker zu verankern, hat die Schülerschaft eine Öko-AG gegründet. Alle Schüleraktivitäten in Sachen Nachhaltigkeit wurden in einem Green Campus Day präsentiert. Weiter wurde ein Klimagipfel aller Klassen einberufen, um einen zukunftsfähige Strategie zu entwickeln.
In der Lessing-Realschule gibt es in jeder Klasse zwei Energiemanager, die in ihrem Klassenzimmer, aber auch außerhalb der Schule dafür sorgen, dass sich alle Schüler möglichst energie-, klima- und ressourcenschonend verhalten. Ausgebildet wird das Klimateam der Schule von der Energieagentur Regio Freiburg.
Das UWC Robert Bosch College will CO2-neutrale Schule werden. Schritt eins: Ermittlung der CO2-Bilanz; Schritt zwei: Verhalten, das Ressourcen schont, wie die Etablierung eines Kleiderkreisels; Schritt drei: CO2-Verbrauchs-Kompensation durch Baumpflanzungen.
In Kooperation mit dem Fraunhofer ISE hat der Förderverein der Anne-Frank-Schule das Projekt Kleine Energieforscher aufgesetzt, das die Grundschüler an die Themen Energieverbrauch und Klimaschutz heranführen soll.
Auch das Freiburger Goethe-Gymnasium will klimaneutral werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden unter anderem elektronische Thermostate angeschafft. Außerdem unterstütz die Schule die Aktion "Plant for the Planet".
Energie, Mobilität, Konsum, Stadtentwicklung, Landwirtschaft – all diese Themen werden in dem Samstagsforum Regio-Freiburg, einer seit 2006 regelmäßig stattfindenden Vortrags- und Bildungsreihe, gespielt. So soll möglichst viel Wissen im Bereich Nachhaltigkeit an die Menschen gebracht werden.
Die Eichhörnchen-Auffangstation der Biologielehrerin Stefanie Buchholz gibt es bereits seit zehn Jahren. Buchholz kümmert sich nicht nur um die verletzten oder verwaisten Tierchen, sondern nimmt diese auch mit in die Schule, um dort Naturwissen konkret zu vermitteln.
Der Garten der Reinhold-Schneider-Schule wurde durch den Förderverein der Schule noch stärker in den Unterricht eingebunden: Im Rahmen eines Projektes sollten die Schüler eine Dachflächenbegrünung zum Auffangen von Regenwasser, das in einen Trockenbach eingespeist werden soll, planen und anlegen.