Fotogalerie: Zeitfahren in Bad Säckingen

Carolin Buchheim

Die Deutschland-Tour machte gestern zur 7.Etappe, dem Einzelzeitfahren, Halt in Bad Säckingen. Nachdem rund 1000 Amateure sich am 38,2km langen Kampf gegen die Uhr ('Contre le Montre') probiert hatten, gingen die Profis unter großem Jubel Magenta und Gelb gekleideter Fans auf die Straße. Caro hat Euch Impressionen aus Bad Säckingen mitgebracht.



Die jüngsten Doping-Skandale scheinen der Radsport-Euphorie in Südbaden kaum einen Dämpfer versetzt zu haben. Für einen Moment könnte man meinen, man sei bei der Tour de France. Bad Säckingen ist am Dienstagmorgen in Bestlaune, ein Merchandise-Auto fährt herum, per Lautsprecher preist eine Frauenstimme französischem Akzent Deutschland-Tour T-Shirts an und die Teambusse parken auf dem Bahnhofsvorplatz. Sie sind umringt von Radsportfans vom Kindergarten- bis ins Rentenalter. Besonders die Traube um den Bus des CSC Teams, dem Team von Jens Voigt, ist riesig. Aber von Doping reden trotzdem alle.

Jens Voigt ist ganz klar heute der Sympathieträger, und zwar nicht nur, weil er gerade die Gesamtwertung anführt. Jens Voigt fährt bei dieser Tour stellvertretend für die Ehre aller deutschen Profi-Radpsportler. "Der Jens, der würde nie dopen! Der ist eine ehrliche Haut!" - diese Aussage fällt so oder ähnlich in beinah jedem Gespräch des Tages. Auch Erik Zabel, Träger des Trikot des Sprintbesten, wird von den meisten Radsportfans so eingeschätzt. Jens aus Rheinfelden, 28, der mit seinem Rennrad zur Strecke gekommen ist, ist sich sicher. "Voigt, Zabel und Aldag, die alten Haudegen, die würden sowas nie machen."

Enttäuscht von Jan Ullrich ist Jens immer noch. "Ich war so enttäuscht. Ich kann schon verstehen, warum er das gemacht hat, er hatte Angst, als der ewige Zweite in die Tourgeschichte einzugehen, aber man darf einfach nicht zu so schmierigen Mitteln greifen. Wenn, dann fair, durch hartes, echtes Training." Jens glaubt, dass die aktuellen Skandale dem Radsport langfristig helfen werden. "Ab jetzt wird es sauberer. Heute fährt garantiert niemand auf Doping. Zumindest keiner von den Profis. Ich glaub' die Amateure sind da ja noch viel skrupelloser."

Das Zeitfahren führt die Radspezialisten einmal rund um Bad Säckingen; Start und Ziel liegen in der Innenstadt nah beieinander, und die ganze Stadt ist auf den Beinen und feuert jeden Profi fair an. Mit Jens Voigt, Erik Zabel und Sebastian Lang sind drei Deutsche in drei der vier Trikots der Rundfahrt; was mehr könnte man sich wünschen. Die drei Sympathieträger werden dabei natürlich am lautesten beklatscht, und am Ende dieses Tages hat Jens Voigt sicher auch dank der Anfeuerungsrufe an der Strecke seinen Gesamtsieg sicher.

Aber nicht nur den Anfeuerungsrufen verdankt Voigt seinen Sieg; er hatte Geheimmittel benutzt. Man könnte glatt behaupten, Jens Vogt sei gedopt gewesen. Anstatt wie vor dem Rennen üblich und von ihm seit 25 Jahren praktiziert, ordentlich Pasta zu schaufeln, ließ er sich von seiner Betreuerin zum ersten Mal vor einem Rennen Milchreis kochen. "Der war super!" erzählt ein glücklicher Jens Voigt bei der Pressekonferenz nach dem Rennen.

Und solange Jens Voigt weiter so erfolgreich auf Milchreis fährt, ist der Radsport in Deutschland sicher noch nicht ganz verloren.

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