Foto-Galerie & Nightlife-Guru: Grenzenlos-Open-Air auf den Feldberg

Nightlife-Guru & Leopold Dzajkic

Am Samstag war Altglashütten das Partyziel Nummer 1: Das Grenzenlos-Festival lud zum ersten Winter-Festival auf den Feldberg. Schade nur, dass es in Strömen regnete. Wie's war:



Die Jungs an der Tür …

... sind trotz des furchtbaren Wetters freundlich. Sie drängen sich unter den Eingangs-Pavillon, um nicht klitschnass zu werden. Deshalb wird es am Eingang kuschelig eng. In der Schlange vor dem Pavillon ist man dem Regen jedoch schutzlos ausgeliefert. Wer reinkommt, flüchtet erst mal in die Halle. 

Partylocation & Deko

Kein Wunder, dass man in der Halle hier und da auf dem Boden ausgebreitete Klamotten findet, die dort zum Trocknen abgelegt wurden. Große Deko war angekündigt worden, 'große' Deko ist da: aufgeblasene farbige Sterne und Figuren sind auf dem gesamten Gelände und in der Feldberghalle verteilt.



Schön, bunt, abgefahren - dank Lampen im Inneren der Sterne schaffen diese in der Dunkelheit eine besonders schöne Szenerie. Das abgefahrenste sind jedoch die vier Laser-Scanner, die von der Outdoor-Bühne in die Menge strahlen, ein unbeschreibliches Farbspektakel. Daumen hoch!

Wer war da?

Diejenigen die schon vormittags da sind, sind zu bemitleiden, denn bis zum Nachmittag bleibt das Publikum leider sehr übersichtlich - das Wetter macht den Veranstaltern klar einen Strich durch die Rechnung.

Zwischen 15 bis 17 Uhr wird es dann jedoch einigermaßen voll. Vor allem auf dem großen Indoor-Floor tanzt eine sehr interessante Publikumsmischung. Der Floor scheint in drei Teile unterteilt zu sein, die sich am heutigen Tag und Abend auch nicht mehr ändern wird: In der Mitte der Halle stehen etwas schüchtern tanzende junge Mädels und Jungs und wirken deplaziert. Sie tragen unauffällige Klamotten und wirken nicht unbedingt so, als hätten sie den riesigen Spaß. Liegt's am um diese Uhrzeit heftig und deftig hämmernden Techno? Ganz anders sieht es links und rechts vor den Boxentürmen aus: Dort versammeln sich die Techno-Jünger. Es wird geschuffelt und gestampft, dass der Sporthallen-Boden glüht.



Auf dem Weg zum Klo läuft mir ein Kerl mit seinem Haustier über den Weg: Es handelt sich um eine Aufblas-Schildkröte, die er an der Leine Gassi führt. Gute Sache, so ein Tier muss ja schließlich auch mal raus. Ein Kerl in weißem T-Shirt mit Tiger-Muster, BOY-Cap, leichter Baggy-Pant und Sonnebrille tanzt den ganzen Tag quer durch die Halle. Betty BBQ bekommt beim Anblick des Herrn weiche Knie. "Der süße Kerl erinnert mich an die hübschen Techno-Boys der 90er!", schwärmt die Dame. Mir imponiert jedoch einer der Organisatoren am meisten: Er ist die perfekte Kopie des Techno-Vikings - nur organisiert er heute eben die Party.

Kurz nachdem Matthias Tanzmann auf dem Open-Air-Mainfloor sein Set beginnt, hört es endlich auf zu regnen. Schnell trauen sich die ersten unter den aufgestellten Pavillons hervor und vor die Bühne, und etwas Partyvolk kommt sogar aus der Halle.

Eine kleine Gruppe Jungs fällt mir sofort auf: Sie tragen superweite, neon-farbene Hosen und Sportschuhe oder Stiefel. Ihre Haare sind kurz, und silberne Panzerketten blinken unter ihren Tank-Tops und T-Shirts hervor. Keine Frage: Techno never dies! 



Ich frage mich schon den ganzen Tag, wo denn die Hipster-Fraktion geblieben ist. Ob sie sich nicht in den Regen traut oder heute einfach was Besseres zu tun hat? Doch es gibt ja auch noch jene Hipster, die MELT und Southside erprobt sind - und genau die kommen pünktlich zu den Headlinern. Mit Gummistiefeln, grünem Regenparka, schwarzen Röhrenjeans und Basecap unter der Kaputze. Sie stehen etwas weiter hinten, genießen Marc Romboy live und tanzen gemütlich vor sich hin.

Zwei Meter Luftlinie entfernt steht ein Kerl in weißen Turnschuhen, weiter Hose, offener Regenjacke und etwas verwirrtem Blick. Er hält in seiner rechten Hand eine Digitalkamera und scheint das Geschehen zu filmen. Das ist an sich nichts Besonderes. Doch er hört nicht auf. Eine halbe Stunde später steht er immer noch da. Es scheint so, als hätte er einfach vergessen, dass sich hinter dem LCD-Bildschirm seiner Kamera die wirkliche Party abspielt.

Partyatmosphäre und Klangwaren-TÜV

Soundtechnisch hat Tecstage das Grenzenlos-Festival bestens ausgerüstet. Boxentürme stehen oder hängen vor den Bühnen und drücken mächtig. Die zum Indoor-Floor umfunktionierte Halle hat allerdings die warscheinlich schlechtmöglichste Akustik. Der Sound wird in Ping-Pong-Manier hin und her geschossen und klingt noch schlimmer als der große Saal im Artik. Doch die Höhen und Tiefen sind fein adjustiert, und falls was nicht zu 100 Prozent passt, steht schnell ein Profi da, der den Sound nachbessert. Dickes Plus hierfür!



Eher kein Plus gibt's dafür, dass die Witterung die Veranstalter ein wenig überrascht zu haben scheint. Anders kann ich mir nicht erklären, warum DJ Acoma dem Veranstalter darauf hinweisen muss, dass die Pavillons näher an die Outdoor-Bühne gerückt werden müssen. Die Party-Atmo ist bis um 16:30 Uhr auf dem Tiefpunkt, auch wenn drinnen vereinzelt getanzt wird. Schade für die DJs, denn die legen sich trotz des Regens und der geringen Anzahl an Gästen mächtig ins Zeug und spielen super Sets - egal ob 123-bpm-Tech-House draußen oder Bretter-Techno drinnen.

Dann hört der Regen auf und es kommen immer mehr Gäste. Die Stimmung steigt, Tanzmann wird vom Glühwein aufgewärmt, passt sich dem Wetter an und hat ein Set raus, das zwischen ruhigen, melodiösen Parts und deepen, heftigen Drops wechselt. Sehr fein anzuhören!

Mittlerweile in der Halle: Jan Blomqvist on Stage, der Songs von Angus & Julia Stone remixt, aber nicht im Chart-Charakter, sondern in Tanz-Charakter. Die Menge jubelt, tanzt, schwitzt und bewegt sich durch den immer dichter werdenden Nebel.

Das Live-Set von Marc Romboy schließt fast übergangslos an Tanzmann an. In Daunenjacke und mit ordentlich Equipment pumpt er seine Musik in die Nacht hinein. In Dauerbewegung drückt und schiebt er an den Reglern und Knöpfen. Er hat sichtlich Spaß, die Tanzenden haben Lächeln in den Gesichtern. Zur gleichen Zeit hämmert der Bass in der Halle. Es ist dunkel, Schweiß und Nebel hängen in der Luft, es ist Hanne & Lore, es ist Techno.



Ich schlendere ziemlich erschöpft über das Gelände. Da fällt mir auf: Es gibt keine Sitzmöglichkeiten außerhalb des VIP-Bereichs! Was ist denn bitte hier schief gelaufen? Haben die Veranstalter damit gerechnet, dass hier jeder so auf Teilen durch die Gegend schwebt, dass man vergisst, wie ein Stuhl aussieht? So etwas darf nicht passieren. Wenigstens hat Stefan Bodzin sich mittlerweile die Hände warm gepustet, denn zum Aufwärmen hatte er leider nichts. Sein Set schließt an das von Romboy an und passt super in die Atmosphäre: nicht zu schwer, genug leichte Melodie, jedoch ohne den nötigen Druck herauszunehmen. Mit einfachen Worten: Es tanzt sich einfach gut.



An der Bar ...

... gibt es superschnell was zu Trinken. Über die Kälte der Getränke verliere ich kein Wort - dazu war die Außentemperatur zu niedrig. Beim Grenzenlos hätte ich meinen Club-Mate auch lauwarm getrunken.

Auf dem Klo um 14 Uhr …

... die Toiletten sind ausgehängt und amtlich versifft. Zwei Kerle unterhalten sich darüber, dass man auf den Toitois sicher sei. Aha.



Aufregerle

Ich befinde mich seit sechs Stunden auf dem Festival, als ich um 17:31 Uhr in ein Zelt stolpere. Dort läuft Musik. Ich habe soeben den dritten Floor entdeckt! Die DJane steht nicht hinter dem Pult, sondern unterhält sich irgendwo an neben dem Eingang des Zelts. Kann man ihr nicht verübeln, ist eh keiner da - weil es keine Hinweise gibt, dass dieser Floor überhaupt existiert. Das geht mal gar nicht.

Aufheiterle


Betty BBQ
war zwar schon - mit zwei Stunden Unterbrechung - seit gut 24 Stunden auf den Beinen, als sie auf das Grenzenlos kam. Die Lady verbreitete trotzdem Partystimmung in einem solchen Maße, dass auch der letzte Techno-Druffi mit seinem übelsten Chemie-Gemisch micht mehr mitkommen konnte.

Fazit

Lieber Petrus, denk doch an die Veranstalter! Du hättest es schneien lassen sollen - nicht regnen! Keiner tanzt gerne im Regen, und die Motivation von Freiburg auf den Feldberg zu fahren, um dort im Regen zu stehen, ist natürlichermaßen eher gering. Und mit dem Wetter steht und fällt ein Festival, das zum Teil Open-Air ist, nun mal. Das Line-up war super, die Orga okay, die Anreise problemlos, die Heimreise eine Challenge. Aber alles in allem - gerne wieder, aber im Sommer, mit Sitzgelegenheiten - und ausgeschriebenen Zelt-Floors!  

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