Foto-Galerie & Nightlife-Guru: Bela B im Güterbahnhof

Nightlife-Guru

Nicht nur für Fans war das gestrige Konzert von Bela B y los Helmstedt in der Alten Güterbahnhofshalle ein Schmaus: mit einer tollen Show machte er das "Abrisshaus Güterbahnhof zu einem Ort der Liebe" (O-Ton Bela). Unser Nightlife-Guru war mit dabei.



Die Jungs und Mädels an der Tür...

...hatten es den Abend über ziemlich ruhig, was man besonders ihren entspannten Gesichtern entnehmen konnte. Die mehreren kleinen Schlangen wurden fix abgearbeitet und so konnten die erwartungsfreudigen Anhänger schnell gen Bühne, um sich einen guten Platz zu sichern. Einzig ein Stift, zufälligerweise meiner, brachte einen Security-Mitarbeiter ins Schwitzen: Er dachte es sei ein gemeingefährlicher Gegenstand.

Inneneinrichtung & Deko

Naja, sagen wir es einmal so: Der Alte Güterbahnhof mag einen gewissen Charme haben, doch sonderlich herrichten lässt er sich nicht. Die alten Schrummelswände wurden mit Bauzäunen und Planen abgedeckt. Besonders modrige Stellen wurden mit Bela-Konzertplakaten oder Hinweisschildern für die Toilette getarnt. Alles beim Alten.

Doch die Bands machten für den Betrachter das Beste draus – jede auf ihre Art und Weise. Die Vorband Smoke Stack Lightning mit einem möglicherweise selbst gepinselten Leinentuch, Bela y los Helmstedt mit einer Showtreppe und einigen Lichteffekten.

Die Blicke der Bela-Fans fokussierten sich ja ohnehin auf ihn.

Wer war da?



Ein ganz bunt gemischtes Publikum: Vom weiblichen Jung-Fan am Merch-Stand („Das T-Shirt ziehe ich am Montag auf jeden Fall in die Schule an!“) bis hin zu tanzenden Rockern jenseits der 50, die einfach finden, dass „Bela ’ne coole Sau ist“. Dazu noch viele Ärzte-Fans, zu erkennen an den „FarinBelaRod“-T-Shirts, und Rockabillys mit Tolle, Lederjacke und Schmuck in Form von Kirschen und Totenköpfen.

Partyatmosphäre und Klangwaren-TÜV

Die Vorband Smoke Stack Lightning wurden von Bela (mit Ritterhelm auf dem Kopf – zur exzellenten Tarnung) als Country-Band angesagt, was bei einigen Skepsis aufkommen ließ. Doch diese war unbegründet. Mit einer handvoll tollen Songs, unter anderem ein Country-Cover von „Altes Arschloch Liebe“, heizten sie die Stimmung ordentlich an.

Wer gestern Abend nicht dabei war, sich aber selbst ein Bild von der Band aus Nürnberg machen will, sollte heute Abend um 20 Uhr ins Dreisam-Ufercafé gehen. Da gibt's einen Nachklapp-Gig.



Haupt-Act Bela himself – wegen dem ja schließlich alle in den Güterbahnhof gekommen waren – begeisterte danach – doofes Konzert-Klischee – vom ersten Song an. Mit „Rockula“ brachte er die Fans in den ersten Reihen zum Tanzen, und die im hinteren Teil der nicht ausverkauften Halle immerhin zum mit den Knien wackeln.

Es folgten weitere tolle Tracks des aktuellen Albums „Code B“ wie „Geburtstagsleid“, „In diesem Leben nicht“ oder „Schwarz Weiß“. Immer wieder zog es Bela zur Menge, er klatschte ab, ließ sich fotografieren und antatschen, was besonders die weiblichen Anhänger freute.

Sehr sympathisch machten ihn auch die immer wieder aufkommenden Mobbing-Attacken gegen einen Bühnensecurity („Ist das Lippenstift? Nein das ist ja ein Bart! Du bist ja gar keine Frau!“). Nach einem Tanz mit einem Mädel aus dem Publikum rockte die Combo noch mal mit „Dieses Leben nicht“ und „Als wir unsterblich waren“. Dann verabschiedeten sie sich in die erste Pause.

Nach „Liegestütze und Eiweißdrinks“ und vielen „Zugabe“-Rufen ließ es Bela noch mal ordentlich krachen. Krönendes Highlight gegen Ende des Konzerts stellte die Single „Altes Arschloch Liebe“ dar, bei der Bela mehr oder weniger tatkräftig vom Publikum unterstützt wurde.

Catering und Getränkekarte

Zu futtern gab es nichts, war auch nicht notwendig. Das Bier kostete 3 Euro, der Jägermeister-Shot 2 Euro. Wer zum Trinken kam wurde enttäuscht. Total überflüssig: 0,2 l-Sekt auf Eis für geschlagene 6 Euro!

Auf dem Klo um 22.30 Uhr...

...war tote Hose! Denn alle pochten auf eine Zugabe und „wollten den Bela sehen“.

Aufheiterle

Eindeutig der Merch-Stand. Ihr könnt Bela nicht nur in Form eines Pullis oder eines T-Shirts an euch spüren, nein, nein, Bela ist nun auch bei euren intimsten Momenten dabei: Für ein Paar Euro gibt es Bela-Kondome für die gemeinsamen Stunden zu Zweit.



Aber auch bei der Zigarette danach ist Bela allgegenwärtig. Den Zehner-Pack Streichhölzer gibt es für satte 5 €. Auch bemerkenswert war das weltpolitische Einsetzen Belas in Form eines attac-Standes für eine friedliche Weltwirtschaftsordnung.

Fazit

Mit seiner tollen Band Los Helmstedt, unter anderem mit einem britischen, etwas fülligen und Reden schwingenden Drummer und einer durchaus attraktiven französischen Backgroundsängerin, heizte Bela B. der Meute in der Alten Güterbahnhofshalle über zwei Stunden ordentlich ein.

Ein wirklich tolles Konzert mit einem super aufgelegten, einfach sympathischen Meister des Entertainments.

Bela komm bald wieder!



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Foto-Galerie: Martin Neumann


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