Trimm-dich-Pfad

Forstamt und Uni errichten im Freiburger Sternwald einen Bewegungspark

Jelka Louisa Beule

Entstaubtes Trimmen im Freiburger Sternwald: Das Forstamt und die Universität Freiburg haben im Sternwald einen Bewegungspark errichtet. Die Geräte sind nun alle an einem zentralen Ort.

Die gute alte Kniebeuge heißt jetzt "Squat", der Klimmzug "Pull-Up", und Anweisungen gibt es nicht mehr auf Holzschildern, sondern über QR-Code aufs Smartphone: Aus dem Trimm-dich-Pfad im Sternwald im Stadtteil Wiehre ist ein hochmoderner "Calisthenics-Parc" geworden. Neu ist auch, dass die Outdoorsportgeräte nicht mehr verstreut entlang einer Laufstrecke liegen, sondern an einem zentralen Ort. Der Bewegungspark ist ein Gemeinschaftsprodukt von Stadtverwaltung und Universität – Nachfolgeprojekte sind angedacht.


Laufen und alle paar hundert Meter eine Kraftübung machen: So sah der Trimm-dich-Pfad im Sternwald bislang aus. Doch dieses Konzept aus den 1970er Jahren ist längst überholt. Und auch die Geräte waren so marode, dass sie größtenteils bereits abgebaut werden mussten. Dabei liegt Outdoor-Sport im Trend. Schon lange vor Corona wollten immer mehr Sportler statt im Fitnessstudio an der frischen Luft trainieren. Freizeitsportler hatten deshalb sogar im Sternwald auf eigene Faust Trimm-dich-Geräte gebaut.

Gearbeitet wird mit dem Eigengewicht

Das hat das städtische Forstamt lange toleriert. Am Ende habe jedoch auch dieses "Wald-Gym" entfernt werden müssen, weil die Sicherheit der Nutzer nicht garantiert werden konnte, erklärte Forstamtsleiterin Nicole Schmalfuß gestern bei der Einweihung des neuen Calisthenics-Parcs. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: "kalos" bedeutet schön oder gut, "sthenos" Kraft. Gearbeitet wird mit dem Eigengewicht.

Reckstangen, Hangelleiter, Ringe, Barren, Balancierstangen, Holzböcke: Die neuen Geräte erinnern in vielem an das, was auch der alte Trimm-dich-Pfad im Angebot hatte. Wie vielfältig die Module zu nutzen sind, ist auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich. Doch das Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Freiburg hat ein komplexes Konzept ausgetüftelt – das auch bei nass-kaltem Nieselwetter zu nutzen ist, wie Studierende bei der Einweihung tapfer demonstrierten.
Bewegungspark

Der neue Bewegungspark befindet sich im Sternwald oberhalb des Wiehre-Bahnhofs. Der Platz ist rund um die Uhr frei zugänglich. Der direkte Weg führt über die Waldseestraße. Auf halber Strecke zwischen Max-Planck-Institut und Höhe Wiehre-Bahnhof führt eine asphaltierte Straße rechts steil bergan (Alter Franzosenweg). Nach etwa 300 Metern geht es links in einen Waldweg, von dort aus sind es nochmal rund 200 Meter bis zum Bewegungspark.

Hampelmann auf der Tartanfläche, Handstand gegen die Wand, Liegestütze zwischen Eisenstangen oder Gleichgewichtsübungen auf dem "Wackel-Pilz" – da waren selbst die Sportstudierenden schnell außer Atem. Aber nicht nur Profis sollen auf ihre Kosten kommen. Es gibt verschiedene Schwierigkeitsstufen, so dass auch Couchpotatoes und Schreibtischhocker leicht einsteigen und etwas für ihre Gesundheit tun können.

"Das Projekt ist ein Gemeinschaftswerk in wirklich tollster Form." Forstamtsleiterin Nicole Schmalfuß

Trotz dieser Komplexität: "Wir wollten keinen Schilderwald schaffen", so Silke Bergmann, die gemeinsam mit Sabine Schlegel und Studierenden das Projekt von Seiten der Sportuni koordiniert hat. Deshalb gibt es nur eine große Erklärtafel. Alles weitere läuft übers Smartphone. Mittels QR-Code sind Videos direkt online abrufbar, die genau beschreiben, welche Übungen an den einzelnen Stationen möglich sind und worauf man jeweils besonders achten muss, um diese schonend für Gelenke und Rücken – und übrigens mit Blick auf die Stadt und das Münster – auszuführen.

Geräte im Sternwald sind größtenteils Marke Eigenbau

"Das Projekt ist ein Gemeinschaftswerk in wirklich tollster Form", sagte Forstamtsleiterin Nicole Schmalfuß. Denn neben Stadtverwaltung und Universität ist die Expertise der früheren Wald-Gym-Freizeitsportler mit in den Bewegungspark eingeflossen, auch die Bürgervereine Mittel- und Unterwiehre sowie Oberwiehre-Waldsee waren mit an Bord.

Calisthenics-Module gibt es fertig zu kaufen. Die Geräte im Sternwald sind jedoch größtenteils Marke Eigenbau: Mitarbeiter des Forstamts haben selbst gewerkelt und geschraubt. Auch das Holz stammt aus dem heimischen Wald. Die Kosten lagen bei 30.000 Euro.

Wenn sich das Konzept bewährt – und davon gehe sie aus, so Nicole Schmalfuß – sei es durchaus denkbar, dass in Freiburg weitere derartige Bewegungsparks entstünden. Zum Beispiel am Hirzberg im Freiburger Osten: Dort gibt es ebenfalls einen Trimm-dich-Pfad, der deutlich in die Jahre gekommen ist.