Einsatz bei Günterstal

Feuerwehr bekämpfte Waldbrand in unwegsamem Gelände

Joachim Röderer & Carolin Buchheim

Der schnelle Einsatz der Feuerwehr hat im Stadtwald beim Eselbacken über Günterstal einen noch größeren Waldbrand verhindert. Die Wehrleute kämpften über einen Steilhang zum Feuer vor.

Eine etwa 300 Quadratmeter große Waldfläche voller Douglasien hat am späten Freitagabend im stadtnahen Freiburger Sternwald gebrannt. Das Feuer brach im Gebiet Eselbacken unterhalb des 607 Meter hoch gelegenen Brombergkopfes und oberhalb des Klosters St. Lioba in Freiburg-Günterstal aus. Die Löscharbeiten durch die Berufsfeuerwehr und mehrere Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Stadtgebiet dauerten bis zum späten Freitagabend an.


Rund 70 Feuerwehrmänner und -frauen waren im Einsatz – sie brachten den Brand unter Kontrolle. "Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr und durch die gute Zusammenarbeit mit dem städtischen Forstamt konnte eine Ausbreitung der Flammen auf ein noch größeres Gebiet verhindert werden", heißt es in der verschickten Bilanz der Feuerwehr zum Feuer im Wald. Zur Brandursache gibt es bislang noch keine Hinweise. Der Eselbacken liegt in einem beliebten Naherholungsgebiet zwischen Stadt und dem Schauinslandsbereich, wo stets viele Wanderer und Mountainbiker unterwegs sind.

94 Bürgerinnen und Bürger wählten den Notruf 112

Um 21:04 Uhr wurde der Brand zum ersten Mal per Anruf an die Feuerwehr gemeldet – alsbald hatten Freiburgerinnen und Freiburger 94 Mal bei der Feuerwehr angerufen, so Philipp Golecki, stellvertretender Leiter des Amts für Brand- und Katastrophenschutz. Die Flammen schlugen beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte meterhoch in die Höhe.



Alle Tanklöschfahrzeuge aus dem Stadtgebiet wurden alarmiert – mit ihnen konnte Wasser bis an die Brandstelle gebracht werden. Allerdings bloß über einen Steilhang, denn die Brandstelle befand sich laut Feuerwehr in unwegsamen. Mit mehreren Löschrohren sowie Spezialausrüstung der Vegetationsbrandeinheiten – Löschrucksäcken und Feuerpatschen, eine Art Besen aus Stahl – rückten die Wehrleute den Flammen zu Leibe. Die Brandstelle lag 200 Meter vom Waldweg entfernt. Über einen Steilhang und nur "unter großen Anstrengungen", so die Feuerwehr, wurden die Löschleitungen und das notwendige Material zur Brandstelle getragen. Hinzu kam: Die Außentemperaturen lagen in der tropischen Nacht zu dem Zeitpunkt des Einsatzes nur wenig unterhalb 30-Grad-Marke.

19 Feuerwehrfahrzeuge waren im Einsatz. Einige davon parkten in der Türkenlouisstraße. Im Einsatz war laut Golecki auch die "Taskforce Wald- und Vegetationsbrände", die von den Abteilungen Kappel und Waltershofen gebildet wird.

Es gibt für Waldbrände ein abgestimmtes Konzept zwischen dem Freiburger Forstamt und der Feuerwehr. Am Freitagabend wiesen Mitarbeitende des Forstamts der Wehr den Weg zur Brandstelle. Die Freiburger Wehr sieht sich gut vorbereitet: "Erst am vergangenen Samstag hat es eine Waldbrandübung der Taskforce gegeben", so Golecki.

Die Waldbrandgefahr ist am Samstag besonders hoch

In der Mittelwiehre rund um die Günterstalstraße war am Abend deutlicher Brandgeruch zu riechen. Durch den Hitzetag ist der Waldbrandindex am Freitag auf Stufe 4 gestiegen. Am Samstag wird Stufe 5 gelten, die höchste Stufe. Hitze und Dürre haben die Bodenvegetation im Wald ausgetrocknet. Forstminister Peter Hauk (CDU) warnte deshalb am Freitag vor einer hohen Waldbrandgefahr und mahnte zur Vorsicht. Das Grillen auf mitgebrachten Grillgeräten im Wald sei tabu; bis Oktober gelte in den Wäldern zudem Rauchverbot.
Folgende Regeln gelten

Grillen nur an offiziellen Stellen erlaubt
Außerhalb der ausgewiesenen Grillstellen im Wald sowie in einer Entfernung von 100 Metern zum Waldrand darf auf keinen Fall Feuer entfacht werden.
Grillen mit Holz verboten
Auf offiziell eingerichteten Grillplätzen muss dringend darauf geachtet werden, dass kein Funkenflug entsteht. Zu diesem Zweck darf ab sofort nicht mehr mit Holz gegrillt werden. Ersatzweise ist ausschließlich Holzkohle zu verwenden.
Wasser zum Löschen der Grillstelle mitführen
Zum Löschen der Glut muss ein Kanister Wasser mitgeführt werden, da nur so die Glut sicher gelöscht werden kann.
Keine eigenen Grillgeräte verwenden
Das Grillen auf selbst mitgebrachten Grillgeräten ist verboten.
Rauchen im und um den Wald verboten
Im Wald und in einer Entfernung von 100 Metern zum Waldrand ist das Rauchen von März bis Oktober grundsätzlich verboten.
Keine Flaschen, Scherben, Zigarettenkippen liegen lassen
Waldbrandgefahr geht auch von liegen gelassenen Flaschen und Glasscherben aus, außerdem von Zigarettenkippen, die entlang von Straßen achtlos aus dem Fenster geworfen werden.
Parken nur auf ausgewiesenen Flächen, Rettungswege freihalten
Zufahrtswege in die Wälder nicht mit Fahrzeugen blockieren. Autos dürfen nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden. Fahrzeuge sollten nicht über trockenem Bodenbewuchs oder laubbedeckten Flächen und trockenem Gras parken, da heiße Katalysatoren oder Auspuffteile die trockene Vegetation leicht entzünden können.
(Quelle: Forstamt Freiburg)