Funk

Fatcat verbreiten mit ihrer neuen Platte gute Laune

Stefan Mertlik

Die Freiburger Musiker der Funkband Fatcat haben mit ihrem zweiten Album "GOOD.zip" eine tanzbare Platte pünktlich zur Krisenzeit herausgebracht. Das Album hat die achtköpfige Band in Eigenregie aufgenommen.

Einen besseren Zeitpunkt hätten Fatcat für ihr zweites Studioalbum nicht wählen können. Während die Welt von einer Krise in die nächste taumelt, veröffentlichen die Freiburger "GOOD.zip". Der Inhalt: Gute Laune auf ein Musikalbum komprimiert. Oder wie es die achtköpfige Band auf ihrer Facebook-Seite schreibt: "Unser zweites großes Baby ist auf der Welt – gesund, munter und zu 100% purer Powerfunk!"




Vier Jahre sind seit "Champagne Rush" vergangen, mit dem sich Fatcat auch über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen erspielt haben. Jamie Cullum äußerte Lob, Chaka Khan bat um Support, ein Auftritt beim renommierten Montreux Jazz Festival landete sogar auf einer Doppel-LP. Auf den Erfolgsdruck reagierten Fatcat mit mehr Kontrolle. Statt die eigene Musik in fremde Hände zu geben, entschied sich die Band für eine Eigenproduktion. "GOOD.zip" klingt dennoch so sauber und poliert wie der Vorgänger.

Interview-Passagen von James Brown

Sänger Kenny Joyner steht mit seiner warmen und kraftvollen Stimme im Mittelpunkt. Das Scheinwerferlicht stiehlt er seinen Mitmusikern trotzdem nicht. Saxofon, Gitarre, Posaune, Keyboard und Bass drücken sich regelmäßig für Solos in den Vordergrund. Die DNA ihrer Musik setzt sich aus unterschiedlichen Stilen zusammen. Je nach Gewichtung der Instrumente verschieben sich die Funk-, Disco-, R'n'B- und Rock-Anteile.



Woher diese Einflüsse stammen, verrät "GOOD.zip" ebenfalls. Kurze Interview-Passagen von James Brown ziehen sich wie ein roter Faden durch die Platte. Bei den drei Skits belässt es die Band aber nicht. So zitiert sie in "I_feel_good" Ausnahmekünstler Prince: "And I’m gonna party like it’s 1999."
So gnadenlos wie Prince sexualisieren Fatcat ihre Inhalte allerdings nicht. Im Kern geht es auf "GOOD.zip" um zwischenmenschliche Beziehungen im Allgemeinen. "I need your body", singt Joyner in der Schlafzimmer-Hymne "Two_Step". Dabei hat er keinen Sex, sondern das Spüren von körperlicher Nähe im Sinn. Es geht um romantische, aber auch platonische Liebe, wenn sich Joyner Stolz an seine Liebsten richtet: "Never been so proud of you, never been so loud for you."

Neue Elemente, ohne auf Bewährtes zu verzichten

Wie viel sich Fatcat mittlerweile zutrauen, zeigt das Abschlussstück "Golden_leaves_and_Rain". Drei Minuten spielt das Oktett nach Vorschrift. Plötzlich kippt die Stimmung. Das Schlagzeug nimmt sich immer mehr Raum, bis es minutenlang herumirrt. Dann scheint es plötzlich ein Ziel ausgemacht zu haben. Nach und nach setzen elektronische Elemente ein, bis die Musik endgültig in einem lupenreinen Drum'n'Bass-Abschnitt aufgeht.
Trotz aller Experimente bleibt "GOOD.zip" eine tanzbare Platte. Das Album komplett in Eigenregie zu produzieren, entpuppte sich als gute Entscheidung. Mit Mut und Spielfreude haben die Freiburger ihrem Sound neue Bausteine hinzugefügt, ohne Bewährtes zu vernachlässigen.

Zum Release ihres neuen Albums spielt Fatcat am Samstag, 13. Juni, ein Autokino-Konzert auf der Messe Freiburg.
  • Was: Autokino Konzert
  • Wann: Samstag, 13. Juni, 20.30 Uhr
  • Wo: Messe Freiburg