Profifußball

Fans des SC Freiburg fordern eine gerechtere Fernsehgeld-Verteilung

Joachim Röderer

Sportclub-Fans haben sich in einem offenen Brief an den SC-Vorsitzenden und DFL-Vizepräsidenten Oliver Leki gewandt. Ihr Anliegen: Leki soll sich für gleichmäßigere Verteilung der TV-Gelder einsetzen.

27 SC-Fangruppierungen von den Alsterfüchsen Hamburg bis zu den Weingärtner Füchsen haben einen offenen Brief an SC-Vorstand Oliver Leki unterzeichnet, der auch Vizepräsident der Deutschen Fußballliga (DFL) ist. Das Anliegen der Fans: Leki soll sich im Sinne der Integrität des Wettbewerbs für eine "deutlich gleichmäßigere Verteilung aller TV-Gelder" im Präsidium der DFL einsetzen.


Konkret fordern die Sportclub-Fans einen möglichst hohen Sockelbetrag – zum Beispiel 75 Prozent – der Medienerlöse, der innerhalb der Ligen gleich verteilt wird. Das verbleibende Geld soll dann anhand von Leistungskriterien, die auch Zukunftsorientierung und Nachhaltigkeit beinhalten, verteilt werden. Dabei könnte nach Meinung der Briefunterzeichner auch die Jugendförderung eine Rolle spielen – und auch eine "Effizienzquote", die SC-Vorstand Leki selbst vor einiger Zeit in die Diskussion eingebracht hat: Dabei könnte der sportliche Erfolg in Relation zu den finanziellen Mitteln gesetzt und dann gewertet werden. Die Fanclubs fordern vom SC-Chef: "Lassen Sie sich von vermeintlich großen Playern nicht unter Druck setzen." Im Ergebnis müsse die Spreizung innerhalb der Liga drastisch zurückgehen.

Reformen im Profifußball gewünscht

Etliche Freiburger Fanclubs, Fangruppen und Einzelpersonen hatten sich in diesem Sommer im Rahmen der Initiative "Unser Fußball" für grundlegende Reformen im Profifußball ausgesprochen. Freiburger Fans waren Mitinitiatoren von "Unser Fußball".

Hinter den Kulissen wird seit längerem um die Verteilung der Fernsehgelder gestritten und verhandelt. Nach Ansicht der Fans könnten nun die Weichen für einen faireren und spannenderen Wettbewerb gestellt werden. "Diese Entscheidung wird auch zeigen, wie ernst der Fußball die Kritik von uns Fans nimmt." Die Fans wollen weg von einem System, in dem die großen Klubs massiv von den gemeinsamen Erlösen profitieren. In der Saison 2019/20 habe der Erstplatzierte Bayern München im Vergleich zum Sport-Club den fünffachen Fernsehgeld-Betrag erhalten und das Achtfache des Tabellenletzten SC Paderborn, kritisieren die Verfasser des offenen Briefs.

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