Großspende

Familie Unmüßig spendet Freiburger Institutionen 250.000 Mundschutze

Joachim Röderer

Es gibt nicht genug Mundschutze in Alten- und Pflegeheimen? Das darf nicht sein, sagte sich der Unternehmer Peter Unmüßig. Mit seinen Kindern organisierte er eine Großlieferung aus China.

Der Freiburger Projektentwickler Peter Unmüßig und seine Familie haben vier Freiburger Institutionen 250.000 Nase-Mund-Schutzmasken übergeben – in diesen Corona-Zeiten ein begehrtes Gut. Die Spende hat einen Wert von rund 160.000 Euro. Die Lieferung organisierte die Familie über persönliche und freundschaftliche Beziehungen nach China. Die Unmüßigs haben dabei eine Quelle aufgetan, die nun auch Stadt und Land nutzen können. Denn der Hersteller in China könnte in den kommenden zwei Monaten 10 Millionen weitere Mundschutze liefern.


Ende der vergangenen Woche war die Fracht aus China in Freiburg eingetroffen. Sie war dann von Experten überprüft worden, ob sie auch den vorgegebenen Standards entspricht. Über Wochen hatten Peter Unmüßig und seine Kinder Philipp (42), Annabell (34) und Maximilian (32) an dem Spendenprojekt gearbeitet - "mit harter Energie und Terriermentalität", wie Unmüßig berichtete.

Es gab zwei Anknüpfungspunkte: Philipp Unmüßigs Ehefrau Hengzhi stammt aus China und Maximilian Unmüßig hat aus seiner Schulzeit am Kolleg in St. Blasien einen Schulfreund, der in einem Unternehmen in der Nähe von Shanghai arbeitet, das Schutzausrüstung herstellt. Durch diese direkten Kontakte hatte die Familie auch die Gewissheit, dass man den Partnern und deren Ware vertrauen kann. Zum Freund aus China hatte die Familie immer schon einen engen Kontakt, weil der zu Schulzeiten wegen der Entfernung an Feiertagen nicht in seine Heimat fliegen konnte und so oft dann mit nach Freiburg ins Haus der Unmüßigs mitgekommen ist.

Vier Freiburger Einrichtungen bekommen jeweils 50.000 Mundschutze

Das Deutsche Rote Kreuz, der Stadtcaritasverband, die Evangelische Stadtmission und die Stiftungsverwaltung bekommen nun je 50.000 Mundschutze, welche die Einrichtungen auch dringend brauchen – für die Mitarbeiter, aber auch für die Patienten und Heimbewohner, um die sie sich kümmern. Für die Familie Unmüßig war auch klar, dass sie die jetzt gelieferte Ware spenden wollen. Als Zeichen der Verbundenheit in der Krise – und das obwohl auch Unmüßigs Unternehmen durch etliche Mietausfälle von den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus betroffen ist, wie er vergangene Woche erzählte.

Dass gerade alte Menschen wegen fehlendem Material zuletzt nicht immer optimal geschützt werden konnten, das habe ihn und seine Kinder umgetrieben, berichtete Peter Unmüßig: "Die Betroffenen sind die Menschen, die unser Land aufgebaut haben, die für unseren Wohlstand und Sicherheit gesorgt haben." Da könne man doch nicht einfach sagen "Jeder muss mal sterben". Und kopfschüttelnd habe er zur Kenntnis genommen, dass die Behörden die benötigten Mengen an Schutzausrüstung nicht beibringen konnten: "Ich habe vier Jahrzehnte Erfahrung in der Zusammenarbeit mit öffentlichen Verwaltungen – ich wusste, die schaffen das in einer solchen Situation nicht." Und so wurde die familieninterne China-Connection aktiviert. Die Unmüßigs sind sich sicher, dass der Partner in China große Mengen an Nachschub liefern. Die Kontakte habe er weitergegeben: "Aber wir sind darin in keiner Weise involviert", so Unmüßig.

Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach bedankte sich für dieses besondere Engagement. Mit den jetzt beschenkten Institutionen arbeitet Unternehmer Unmüßig teils schon Jahrzehnte zusammen. "Geht nicht gibt’s nicht", fasste DRK-Aufsichtratsvorsitzender Jürgen Lambert Unmüßigs Grundeinstellung in vielen Dingen zusammen. Herzliche Dankesworte kamen auch von Marianne Haardt von der Stiftungsverwaltung, Egon Engler vom Caritasverband Freiburg-Stadt und Ewald Dengler von der Evangelischen Stadtmission. Ihre Einrichtungen, so erklärten sie unisono, seien auf Mundschutze wohl noch lange angewiesen.

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