Aufruf #fueremilia

Familie der kleinen Emilia aus Eichstetten bittet um Spenden für Krebstherapie

Gina Kutkat

Bei Emilia aus Eichstetten wurde ein Neuroblastom diagnostiziert, seit 16 Monaten wird sie behandelt. Im Juni hatte sie einen Rückfall, jetzt soll eine Studienteilnahme im Ausland helfen. Dafür sammeln Familie und Freunde Spenden.

Seit April 2020 ist bei Familie Zimmerer aus Eichstetten nichts mehr so, wie es vorher war. Damals, mitten im ersten Corona-Lockdown, wurde bei der kleinen Emilia ein Tumor entdeckt. "Unsere Familie befindet sich seitdem in einer absoluten Ausnahmesituation", sagt Celina Zimmerer, Emilias Mutter. Wie es Emilia geht? "Den Umständen entsprechend gut, auch, wenn so eine Frage natürlich schwer zu beantworten ist." Die Achtjährige hat eine lange Behandlungsphase mit vier Chemoblöcken, einer Stammzellentransplantation, vielen Bluttransfusionen, mehrere OP’s und unzähligen Krankenhausaufenthalten hinter sich. Ihre Diagnose lautet: metastasiertes Hochrisiko Neuroblastom Stadium 4.

#fueremilia heißt der Hashtag, mit dem in den Sozialen Medien um Hilfe gebeten wird. Über Instagram, eine eigene Website mit eingerichteter E-Mail-Adresse, über regionale und überregionale Medien macht ein kleines Team aus Freunden und Bekannten der Familie Zimmerer aufmerksam auf Emilia und ihre Krankheit – und bittet um Spenden. "Die Behandlungsmöglichkeiten und Kombination verschiedener Medikamente in Deutschland werden eventuell bald ausgeschöpft sein", sagt Celina Zimmerer. "Wir haben viel recherchiert und uns mit anderen Familien ausgetauscht, die gerade denselben Weg gehen." Die Hoffnung liegt auf einem in Deutschland neuem Antikörper namens Naxitamab, der im Rahmen verschiedener Studien eingesetzt wird. Unter anderem auch in Mainz – doch Emilia wird aufgrund einiger Kriterien zu der Studie ausgeschlossen. "Deswegen wagen wir einen Blick ins Ausland", so Celina Zimmerer. Denn wie es mit Emilias Krebs weitergeht, kann niemand sagen.

"Bei dieser Krankheit kann man sich auf gar nichts verlassen, nur auf den Moment." Celina Zimmerer
Alles begann mit Schmerzen im Bein, die Emilias Mutter zunächst unter Wachstumsschmerzen abspeicherte. Oder etwas, das mit Emilias Sportlichkeit zusammenhängt: Seit sie zweieinhalb ist, steht Emilia als Eiskunstläuferin auf dem Eis, genau wie ihre Mutter und Großmutter. "Sie wurde in den Eiskunstlauf reingeboren", so Celina Zimmerer. Als die Schmerzen nach einer Woche nicht weggingen, fuhren Mutter und Tochter zum Kinderarzt. Der nahm Blut ab, machte einen Ultraschall vom Hüftgelenk. "Der Schmerz war nicht genau zu lokalisieren, er war eher diffus", erinnert sich Celina Zimmerer. Auf dem Heimweg der Anruf vom Arzt: Emilias Blutwerte seien nicht in Ordnung, sie müsse sofort in die Klinik. Ihre Mutter erinnert sich an jeden einzelnen Schritt, der folgte: "Am Mittwochmittag ging’s in St. Josefs, dort gab es stündlich weitere Bluttests. Am Donnerstag folgte ein MRT der Beine, danach kam ein Oberarzt zu mir und sprach von einem Verdacht auf Leukämie. Eine halbe Stunde später hatte der Radiologe einen Tumor im Nervengewebe zwischen Blase und Niere entdeckt. Dann ging alles ganz schnell."

fueremilia from Celina Zimmerer on Vimeo.



An Emilias siebtem Geburtstag, dem 20. April 2021, wurde sie zum ersten Mal operiert, inzwischen hatte die Freiburger Uni-Kinderklinik ihre Behandlung übernommen. Vier Tage später begann die Chemotherapie. Die schlug zunächst gut an, sodass Emilia im Oktober 2020 krebsfrei war. "Doch bei dieser Krankheit kann man sich auf gar nichts verlassen, nur auf den Moment", beschreibt Celina Zimmerer den Verlauf. Im Januar 2021 startete eine Immuntherapie mit künstlichen Antikörpern, nach dem 4. Block wurde im Juni der Rückfall diagnostiziert und zudem eine Mutation der Tumorzellen festgestellt, die eine Behandlung erschweren. Mittlerweile befindet sich Emilia seit 16 Monaten in Behandlung. Wenn die aktuelle Kombination aus einem Antikörper und einem Hemmstoff nicht anschlägt, wird es schwierig. "Uns rennt die Zeit davon", sagt Celina Zimmerer. "Ab diesem Moment, ist es ein Experiment, ein Versuchen, ein Hoffen, ein Experimentieren." Die Hoffnung, dass die aktuelle Therapie anschlägt, besteht trotzdem.



Stark, stärker, Emilia: Auf den Bildern im Internet sieht man ein verschmitzt lachendes Kind, das an einem Tag mit ihrem kleinen Bruder Oscar Geburtstag feiert und am anderen Musik im Krankenhausbett hört. Sie sei ein sehr verständnisvolles Kind, erzählt die Mutter, das ein Grundvertrauen in ihre Eltern habe. "Wir haben über alles detailliert mit ihr gesprochen." In den letzten Monaten hat die Familie viel Hilfsbereitschaft erfahren – von Bekannten und Freunden oder Menschen, die kleine Beträge gespendet haben. Denn Emilias Eltern geht das Geld aus: Ihre Arbeit als Physiotherapeuten haben sie unterbrochen, um sich um Emilia und ihren Bruder zu kümmern. Bislang lebte die Familie von Ersparnissen und Spendenaktionen. Besonders die Eislaufgemeinschaft Freiburg hat unterstützt, "das ist wie eine große Familie", so Celina Zimmerer.
#fueremilia: Website& Instagram

Wenn die Familie den Schritt ins Ausland gehen wird – dort ist eine Studienteilnahme trotz Emilias Mutation möglich –, benötigt sie einen mittleren sechsstelligen Betrag, den die Zimmerers nicht aus eigenen Mitteln stemmen können. "Unser ganz klar formuliertes Ziel ist, dass Emilia erneut krebsfrei wird."
Spenden an Emilia

Spenden sind über Paypal, Überweisung oder – bei mehr als 500 Euro – über die Matthias-Ginter-Stiftung möglich.

Paypal: Spende für Emilia (Option "Freunde & Familie" wählen)
Überweisung: Manuel und Celina Zimmerer
Sparkasse Freiburg Nördl.Brsg.
IBAN DE06 6805 0101 0013 9048 87
BIC FRSPDE66XXX
Stiftung: matthias-ginter-stiftung.de

Sollte die Familie das Geld für die Behandlung doch nicht brauchen oder sollte etwas überbleiben, wird ein Teil an den Förderverein für krebskranke Kinder e.v. Freiburg gespendet, ein Teil würde für den Ausbau der ganzheitlichen Therapie in der Kinderonkologie eingesetzt.

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