Neueröffnung

Fairfood hat jetzt einen Verkaufsladen in der Freiburger Innenstadt

Gina Kutkat

Eine Bühne für die Nuss: In der Fischerau hat das Freiburger Unternehmen Fairfood einen Laden eröffnet. Auf 70 Quadratmetern werden Cashews, Mandelmuß und weitere vegane Produkte angeboten.

Wo bis vor Kurzem noch nachhaltige Kleidung verkauft wurde, stiehlt nun eine Nuss der anderen die Show: Am Samstag eröffnet in der Fischerau der erste Verkaufsraum des Freiburger Start-Ups Fairfood. "Hier möchten wir unseren Produkten eine Bühne geben", sagt Mark Schwippert. Er hat das junge Freiburger Unternehmen mitgegründet und ist für Kundenentwicklung und Marketing zuständig. Ab und zu wird er jetzt auch Computer gegen Ladenkasse tauschen, denn im Fairfood-Laden stehen die Teammitglieder abwechselnd hinterm Tresen.

Enger Bezug zu den Erzeugern

Zum Beispiel Dino Zanolli, der zwei Jahre in den selben Räumlichkeiten das nachhaltige Outlet "Suslet" führte. Dann kam Corona; Zanolli heuerte bei Fairfood in der Produktion an – und stellte seinen Laden zur Verfügung. Jetzt berät er Kunden nicht in Sachen Kleidung, sondern erklärt, woher die Cashews, Erdnüsse oder Mandeln herkommen und wie sie dann in Freiburg geröstet werden. Denn Herkunft, Verarbeitung und Transparenz sind wichtige Werte für das Unternehmen. "Aktuell arbeiten wir in zehn bis zwölf Kooperativen", erklärt Schwippert. In Nigeria, Palästina, Tansania oder Kenia werden Cashews, Haselnüsse oder Paranüsse geernet, nach Deutschland geschifft und dann in der Merzhauser Straße verarbeitet. Der Bezug zu den Erzeugern sei eng, erzählt Schwippert, obwohl die Corona-Pandemie das Reisen in den letzten Monaten erschwert hat.



Fairfood startete bereits im Jahr 2014 als ehrenamtliches Projekt, als Amos Bucher vom Bodensee Okey Ogwu kennenlernte, der aus Nigeria stammt. Einem Land, in dem zwar reichlich Cashews angebaut werden, den Bauern am Ende aber wenig bleibt. Der Ansatz von Bucher, der Fairfood damals mit seinem Bruder und einem Cousin in Konstanz gründete: Durch Direktvertrieb der fair produzierten Nüsse soll die Cashew-Produktion nachhaltiger gestaltet werden. In Nigeria schulten sie mehr als 30 Leute, die die Kerne lösen, sie trocknen und dann nach Deutschland schicken. Die erste Produktion gibt es noch immer und wurde über die Jahre um weitere Kooperativen erweitert. Seit 2018 ist Freiburg der Firmensitz: Geröstet wurde erst in der Günterstalstraße, seit März arbeiten die rund 60 Mitarbeitenden auf 2000 Quadratmetern in der Merzhauser Straße.

"Unser aktuelles Projekt unterstützt ruandische Farmerinnen und Farmer bei der Macadamia-Produktion", erzählt Mark Schwippert, der 2015 zu den Fairfood-Gründern dazustieß. Über Crowdfunding kamen mehr als 25.000 Euro für das Ruanda-Projekt zusammen. Das Unternehmen ist in den letzten Jahren schnell gewachsen, obwohl die Firmenphilosophie eher auf das Gegenteil abzielt. Doch mit dem Anspruch, nur fair, bio und ohne Verpackungsmüll zu produzieren, trifft Fairfood den Zeitgeist. Ein wichtiger Schritt war die Umstellung auf Pfandgläser: Seit 2020 gibt es die Nuss nur im Glas oder in der Tüte. Bislang konnte man die Nüsse in Unverpacktläden, bei ausgewählten Alnatura- und Edekafilialen, Bioläden und im Webshop kaufen.

Adresse

Fairfood Freiburg Store
Fischerau 26
79098 Freiburg

Öffnungszeiten

Mo bis Fr, 11 bis 19 Uhr

Sa 10 bis 19 Uhr

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