Corona-Krise

Eurockéennes-Festival in Belfort abgesagt – Zukunft unklar

Peter Disch

Frankreichs Präsident Macron hat alle Festivals bis Mitte Juli untersagt. Damit fallen auch die Eurockéennes in Belfort aus. Die Organisatoren fürchten nun um die Zukunft des Traditionsfestivals.

Als Reaktion auf die Fernsehansprache Macrons am Sonntag, in der sich der Präsident über das weitere Vorgehen Frankreichs in der Corona-Krise äußerte, haben die Organisatoren am Dienstag die 33. Ausgabe der Eurockéennes abgeblasen, die vom 2. bis 4. Juli stattfinden sollte. "Trotz aller Anstrengungen unseres Teams verlangsamten sich die Planungen in den vergangenen Wochen spürbar. Seit dem Beginn des Lockdowns schien eine Absage unausweichlich. Sie ist zur Realität geworden, nachdem Präsident Emmanuel Macron am Sonntag das Verbot sämtlicher Festivals in Frankreich bis Mitte Juli erklärt hat", heißt es in einer Pressemitteilung der Organisatoren vom Dienstag. Macron hatte sich am Montagabend in einer Fernsehansprache zum weiteren Vorgehens Frankreichs in der Corona-Krise geäußert und eine Verlängerung der Ausgangssperre bis 11. Mai verkündet.


Die 33. Eurockéennes waren für den 2. bis 4. Juli geplant. Zu den bisher bestätigten Künstlern zählten Massive Attack, Simple Minds, Meute, Paul Kalkbrenner, Foals und Body Count. Die finanziellen Folgen der Absage stelle die Zukunft des Festivals ernsthaft in Frage, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Am 20. April wollen die Organisatoren auf der Homepage des Festivals bekanntgeben, wie mit bereits gekauften Eintrittskarten verfahren wird.

Die Eurockéennes zählen mit ihrem eklektischen Genremix und dem malerischen Austragungsort, der Halbinsel am Lac de Malsaucy in der Nähe Belforts, zu den schönsten Festivals im erweiterten Dreiland und zog 2019 insgesamt 128.000 Besucher an.

Vor den Eurockéennes wurden bereits die traditionsreichen europäischen Festivals im britischen Glastonbury – geplant für den 24. bis 28. Juni, und im dänischen Roskilde (27. Juni bis 4. Juli) gecancelt. Prominentestes Opfer der Coronakrise in Deutschland ist bisher das auf elektronische Musik spezialisierte Fusion Festival, das für den 24.bis 28. Juni geplant und bereits ausverkauft war. Über 70.000 Karten, die nun für 2021 gültig sind, waren vorab abgesetzt worden. Die Ausrichter der Zwillingsfestivals Rock am Ring/Rock im Park (5. bis 7. Juni) und Hurricane/Southside (19. bis 21. Juni) halten bisher an ihren Terminen fest. Alle relevanten Festivals und Freiluftkonzertreihen in Südbaden sind erst für den Juli vorgesehen.

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