Club der Freunde

Leistungsdruck

Essattacken ohne Kontrolle: Ein Freiburger Student lebt mit einer Binge-Eating-Störung

Simon Kluge ist Student, politisch aktiv, in einer Beziehung. Aber seit der Jugend leidet er an der Binge-Eating. Mit einer Therapie bekam er seine Essattacken in den Griff. Nun will er anderen helfen.

Während die anderen draußen auf dem Schulhof toben, sitzt Simon Kluge* auf der Jungstoilette und isst sein Pausenbrot. Ganz allein. Er hat sich auf dem Klo versteckt, weil er sich schämt, vor den anderen zu essen. Sie haben ihn wieder wegen seines Gewichts gemobbt und beleidigt, er fühlt sich unwohl. Also: Tür zu, Klodeckel runter, schnell etwas runterschlingen und so tun, als sei nichts gewesen.
"Ich wusste irgendwann, aus welchen Tüten und Boxen ich zuhause Essen rausnehmen kann, damit es keiner merkt." Simon Kluge "Heimlichkeit und Scham haben mich mein Leben lang begleitet", sagt Simon Kluge heute. In den schlimmsten Zeiten wäre er lieber nackt durch einen Supermarkt gerannt, als vor anderen eine Essattacke zu haben. Der Freiburger Student hatte schon immer eine problematische Verbindung zum Essen: Hat viel genascht und gegessen – aber niemals vor anderen. "Ich wusste irgendwann, aus welchen Tüten und Boxen ich zuhause Essen rausnehmen kann, damit es keiner merkt."
Binge-Eating-Störung erst vor ein paar Jahren definiert
Essanfälle und anschließende Schuldgefühle in Verbindung mit Essen sind ein klassisches Symptom einer Binge-Eating-Störung, sagt Almut Zeeck, Leiterin der Arbeitsgruppe Essstörungen an der Uniklinik Freiburg. Sie ist unter anderem für eine Spezialambulanz für Essstörungen zuständig und arbeitet ...

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