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Endlich wieder Kultur: Das Museum für Neue Kunst startet mit einer Schau zu Priska von Martin

fudder

Das Freiburger Museum für Neue Kunst feiert seinen Neustart mit einer Wiederentdeckung: Die Ausstellung "Priska von Martin" ist eine Hommage an eine große Künstlerin und Tochter der Stadt Freiburg. Der Eintritt für alle unter 27 Jahren ist frei.

Priska von Martin (1912–1982) hinterließ ein umfangreiches und modernes Gesamtwerk, das auch heute eine große Aktualität besitzt. In der damaligen Männerdomäne Bildhauerei schlug sie neue Wege ein und schuf Außergewöhnliches. Ihre Arbeiten befinden sich in internationalen Sammlungen, vom Münchner Lehnbachhaus über das Koninklijk Museum voor schone Kunsten Antwerpen bis zum MOMA New York. Dennoch ist ihr Name kaum bekannt. Viele Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts hat die Kunstgeschichte übersehen oder vergessen. Heute erfahren einige endlich die Anerkennung, die sie und ihr Werk verdienen.


Priska von Martins Antrieb war es, künstlerisch zu umreißen, was die menschliche Existenz ausmacht: Vereinzelung, Dysfunktion, Schmerz, aber auch Harmonie, Ganzheit und Schönheit. Aus ihrem eigenen altersbedingten Verfall zog sie auch eine Befriedigung: "Mit allen Sinnen da sein und dabei körperlich weniger zu werden, das ist wie ein lang dahinziehender Orgasmus des Endes."

Die unbändige Lust am Experimentieren mit unterschiedlichsten Materialien prägt das plastische Werk der Künstlerin. Ihre Frauenfiguren, Rentiere, Elche und Pferde sind aus Bronze, Gips, Aluminium oder schlicht Pappkarton, mal Miniatur, mal lebensgroß. Von Martin präsentierte sie nicht nur auf Sockeln, sondern schlug neue Wege ein. Besonders die mannequinartigen "NoNoSans" und die auf Pappe aufgezogenen "Roten Mädchen" inszenierte sie im Freien und fotografierte sie in unterschiedlichen Kontexten – vom Münchner Königsplatz bis zu Industriebrachen. Manchmal sind die Objekte selbst verloren und nur die Fotos existieren noch.

Eine beachtliche Bandbreite zeigt sich auch in ihren bildgewaltigen und farbintensiven Zeichnungen, Collagen und Aquarellen. In der Ausstellung sind professionelle, historische Werkabbildungen, Atelieraufnahmen, Schnappschüsse, private Fotos, Kontaktabzüge und auch Bilder von Zirkusbesuchen zu sehen. So werden die Künstlerin selbst, ihre Kunst und ihre eigene Sicht darauf lebendig.

Alle Objekte stammen aus der Sammlung des Museums für Neue Kunst, das über 60 Plastiken, 230 Arbeiten auf Papier und über 1.000 Fotos bewahrt.

Die Öffnung des Museums für Neue Kunst erfolgt unter Hygiene- und Schutzauflagen. Hier gibt es Informationen zu den Sicherheitsstandards.
  • Was: Sonderausstellung Priska von Martin
  • Wann: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, die Sonderausstellung läuft bis 13. September
  • Wo: Museum für Neue Kunst, Marienstraße 10a in Freiburg
  • Eintritt: Pro Person 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Für Besucherinnen und Besucher unter 27 Jahren, Mitglieder des Fördervereins und mit Museums-Pass-Musées ist der Eintritt frei.