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Endlich wieder Hörsaal: Fünf Studierende über den Semesterstart

Greta Zieger

Das Sommersemester ist das erste Semester, das wieder komplett in Präsenz stattfindet. Wie motiviert ziehen Freiburger Studierende an die Uni? Fünf Studierende sprechen über ihre Motivation zum Semesterstart.

Clara Bühler, 26 Jahre, wohnt im Stühlinger und studiert Molekulare Medizin im 8. Semester

Wie motiviert startest du ins neue Präsenzsemester?
"Ich starte sehr motiviert ins neue Semester, weil ich mich auf meine Bachelorarbeit freue, die ich nun schreiben werde. Für sie werde ich viel Zeit im Labor verbringen, was während der Corona-Zeit leider etwas kurz kam. Ich finde, dass die Uni eigentlich sehr gut mit der Situation umgeht und umgegangen ist. Praktika waren in der Situation einfach schwierig umzusetzen. Jetzt freue ich mich aber darauf, mein erlerntes theoretisches Wissen anwenden zu können."

Was tust du, wenn du mal keine Motivation hast?
"Langfristig halte ich mir vor Augen, dass ich meinen Bachelor schaffen will und mir mein Studiengang viel Spaß macht. Wenn ich kurzfristig Motivation brauche, dann zwinge ich mich und mache es trotzdem. Schließlich möchte ich gut bestehen. Mir hat es geholfen, mit Kommilitonen zusammenzuarbeiten, sich zusammen zu setzen und gemeinsam zu lernen. Auch ein persönlicher Ausgleich ist wichtig. Klar sollte man das Studium ernst nehmen, aber man sollte es nicht zu verbissen sehen – und auch das Studentenleben genießen. Noten sind nicht alles."

David Umhauer wohnt in der Wiehre und studiert Liberal Arts and Sciences im 6. Semester

Wie motiviert startest du ins neue Präsenzsemester?
"Ich bin sehr motiviert. Ich habe mir für das Semester viel vorgenommen und Lust auf die Kurse, die so vor mir liegen. Ich bin sehr froh, die Veranstaltungen endlich wieder in Präsenz mit meinen Kommilitonen zu erleben und das Miteinander in Seminaren oder Pausen zu genießen, das jetzt lange nicht möglich war. Mit den Hygiene-Konzepten der Uni komme ich sehr gut zurecht und ich rechne damit, dass die Präsenz-Lehre in ähnlichem Rahmen so weiter gehen kann."

Was tust du, wenn du mal keine Motivation hast?
"Meistens prokrastinieren. Es ist aber auch wichtig, zu erkennen, an welchen Stellen es sich lohnt zu priorisieren. Ich versuche immer noch zu optimieren, wo und wie ich den Arbeitsaufwand einteile, um die Dinge zu lernen, die mich tatsächlich interessieren, die ich als wertvoll erachte, gleichzeitig aber auch die Kurse gut bestehe. Als generellen Tipp würde ich empfehlen, einer Gewerkschaft beizutreten. Das kostet euch als Studis oft nur wenige Euro, bringt große Vorteile mit sich und ist wichtig, um beispielsweise bessere Arbeitsbedingungen für HiWis zu erkämpfen!"

Laurens Pein, 24 Jahre, wohnt in Vauban und studiert Jura im 8. Semester

Wie motiviert startest du in das neue Präsenz-Semester?
"Ich bin motiviert und freue mich total, dass alles wieder in Präsenz stattfindet. Live kann ich die Leute viel besser kennenlernen. Gleichzeitig ärgert mich, dass alles weitergeht, als sei nichts passiert. Es ist ein Störgefühl, dass nicht darauf eingegangen wird, wie wir stundenlang isoliert in unseren Zimmern saßen und versucht haben, das Studium durchzuziehen. Studierende wurden im gesellschaftlichen Diskurs vergessen und auch jetzt wird weder eine Form von Anerkennung geäußert noch ein Ausgleichsangebot für die Zeit geschaffen. Digitale Formate, die sich in der Pandemie bewährt haben, werden auch nicht übernommen. Die Uni hat aus der Zeit keine Lehre gezogen."

Was tust du, wenn du mal keine Motivation hast?
"Keiner, außer dir selbst, kümmert sich darum, ob du das Gelernte verstanden hast. Daher finde ich einen Lebensrhythmus sehr wichtig, sodass du die Inhalte des Studiums regelmäßig wiederholst. Sollte die Motivation nachlassen, hilft es mir, Abstand zu gewinnen, rauszukommen oder Sport zu machen. Außerdem halte ich mir vor Augen, wofür ich tue, was ich tue. Auch wenn man nicht jeden Tag liebt, hilft es sich zu fragen, ob das Studium grundsätzlich Spaß macht. Ist das nicht der Fall, dann habt den Mut zu wechseln."

Leonie Kasper, 20 Jahre alt, studiert Ethnologie im 2. Semester und wohnt in Vauban

Wie motiviert startest du ins neue Präsenzsemester?
"Ich freue mich vor allem auf den sozialen Aspekt: auf den Sommer in Freiburg, auf eine schöne Zeit mit Freunden und ganz viel Neues, das nun für mich beginnt. Auf die Präsenzlehre freue ich mich natürlich auch. Gleichzeitig merke ich aber, dass ich dem Online-Format etwas hinterher trauere. Es hatte den Vorteil der Flexibilität, du konntest die Uni überallhin mitnehmen. Covid steht für mich eher im Hintergrund, schließlich hat sich die Mentalität diesbezüglich stark zu einem lockeren Umgang gewandelt."

Was tust du, wenn du mal keine Motivation hast?
"Ich versuche mich kurz aus der Situation rauszunehmen oder überlege mir eine Belohnung, wenn es geschafft ist. Außerdem setze ich mir zeitliche Limits, in denen ich konzentriert arbeite – aber wenn man erst mal drin ist, geht es ja meistens. Wenn du am Beginn deines Studiums stehst, dann stresse dich aber nicht zu sehr. An der Uni merkt man eher, was zu einem passt, als wenn man zuhause sitzt und überlegt, was man studieren will. Es ist okay, wenn du erst mal etwas brauchst, um dich in alles einzufinden. Das Studium kann verwirrend sein, es ist schon gut so, wie du es machst."

Lukas Gaulard, 21 Jahre alt, wohnt in Mooswald und studiert Politikwissenschaften im 4. Semester

Wie motiviert startest du ins neue Präsenzsemester?
"Ich bin voller Motivation auf ein Semester in Präsenz. Mein Ziel ist es, dass wir motiviert durchstarten. Außerdem habe ich spannende Seminare und weniger Grundlagenkurse, auf die ich mich freue. Gott sei Dank können alle meine Veranstaltungen vor Ort stattfinden und ich hoffe auch sehr, dass es so bleiben wird. Ich würde mich freuen, wenn wir uns zusammen so anstrengen, dass wir Covid hinter uns lassen können."

Was tust du, wenn du mal keine Motivation hast?
"Ich sperre das Handy weg und arbeite zwanghaft meine To-Do-Liste ab. Ich mache mir auch keine neue Liste, bevor die alte nicht komplett abgearbeitet ist. Als generellen Tipp würde ich auf die UB-Schließfächer aufmerksam machen. Die hätte ich persönlich viel früher nutzen sollen. Außerdem habe ich anfangs nicht gewusst, dass man sich bei der Mensa meist nur für das Tagesgericht anstellen muss und sonst die Schlange skippen kann. Jetzt, da Covid vorbei ist, genießt aber erst mal das Studium!"

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