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EHC Freiburg

Eishockey-Torwart mit Depressionen: "Ich lebe nur, weil ich mir Hilfe geholt habe"

Ben Meisner ist Spitzenspieler beim EHC Freiburg, hat Erfolg, wird geliebt. Vor nicht allzu langer Zeit nahm er sich fast das Leben. Was ihm aus dem Abgrund half, wie er sich gesund hält und was er gelernt hat.

Ben Meisner hatte alles akribisch geplant. Überlegt, was in seinem Testament und in seinem Abschiedsbrief stehen sollte. Die verschiedenen Methoden abgewogen. Er hatte darüber nachgedacht, wer ihn finden würde und wie seine Eltern reagieren würden. Dann ging der Eishockey-Torwart in einen Gebrauchtwarenladen, kaufte sich ein Seil, befestigte es an einem Treppengeländer und schob einen Stuhl zurecht. Er hätte nur einen Schritt tun müssen – und alles wäre vorbei gewesen.

Ben Meisner war an einer Depression erkrankt
"Ich war am Tiefpunkt meines Lebens angekommen", sagt Ben Meisner heute. Ein Leben, das von außen betrachtet perfekt wirkte: Er spielte professionell Eishockey in Amerika und hatte eine Familie, die ihn unterstützte und liebte. "An dem Nachmittag konnte ich einfach nicht mehr", sagt Meisner. Allein die Angst hielt ihn vom Suizid ab: "Was passiert mit mir, wenn ich das hier durchziehe? Die Frage ließ mich nicht los. Nach ein paar Minuten auf dem Stuhl nahm ich das Seil ab, stieg runter und legte mich auf den Boden. Dann habe ich ewig lang geweint."
Beispiel Emmendingen: Wie Hinterbliebene und Zeugen einen Suizid erleben – und eine Stadt mitleidet
Was Ben Meisner zu der Zeit noch nicht wusste: Er war an einer Depression erkrankt. Seine Gedanken, sich das Leben zu nehmen, sind ein klassisches Symptom schwerer depressiver Störungen, sagt Tobias Freyer, Ärztlicher Direktor der Oberberg Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad. Er ist spezialisiert auf die Behandlung psychisch kranker Leistungssportler. "Jeder schwer Depressive hat früher oder später im Laufe seiner Erkrankung auch Suizidgedanken, das sollte man nicht tabuisieren." Laut Freyer habe Ben Meisner Glück gehabt, dass es Faktoren gab, die ihn von seiner Absicht abhielten. "Es ist wichtig, dass Suizidgefährdete in einem professionellen Kontext über ihre Gedanken offen reden", so Freyer. Oft helfe der familiäre Rückhalt oder Religiosität.
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