Sounds aus dem Büro

Eine Webseite bringt die nötige Geräuschkulisse ins Homeoffice

Patrik Müller

Der Kopierer rattert, das Telefon klingelt, die Kollegen tuscheln: Manche Menschen vermissen in Corona-Zeiten die gewohnten Bürogeräusche. Die Seite imisstheoffice.eu kann da helfen.

Es gibt Menschen, die geräuschempfindlicher sind als andere. Das sanfteste Hüsteln lässt sie zusammenzucken, das leiseste Lachen am Nebentisch treibt ihnen schon die Zornesröte ins Gesicht. Es sind Menschen, für die das Arbeiten im Großraumbüro ein Albtraum ist. Es sind Menschen, für die Kopfhörer mit Hightech-Geräuschdämpfungsfunktion erfunden wurden.


Einige sollen sich tatsächlich ein Arbeitsleben ohne Jogginghose zurückwünschen

Als ob sie es geahnt hätten: In der Corona-Krise ist das Großraumbüro ohnehin zur Risikozone geworden. Viele Menschen arbeiten jetzt im sicheren Homeoffice, basteln Powerpointpräsentationen am Küchentisch, halten Videokonferenzen vor dem Bücherregal ab, schreiben Texte zwischen Heimtrainer und Wäscheständer im Gästezimmer. Einige davon sollen sich tatsächlich sogar ein Arbeitsleben ohne Jogginghose zurückwünschen. Sie können sich jetzt immerhin den Geräuschteppich nach Hause holen – dank einer Webseite mit der schönen Adresse I miss the office. Ich vermisse das Büro.

Der Kopierer rattert, der Wasserspender sprudelt, das Telefon klingelt. Kollegen tuscheln, summen, laufen mit lauten Schritten durch die Gegend. Liebesgrüße aus dem Großraumbüro. Im Unterschied zum echten Leben lässt sich die Zahl der Menschen im Büro sogar einstellen, per Mausklick, von null bis zehn, je nach persönlicher Vorliebe. Kollegen, die geräuschempfindlicher sind als andere, dürften zumindest diese Funktion heiß und innig lieben.

Auch das Homeoffice hat seinen Sound: kratzende Katze, klingelnder Paketbote, schreiendes Kind

Wenn die Corona-Krise überstanden ist, werden viele Menschen wieder ins Büro zurückkehren. Die einen gerne, die anderen trotzdem. Ich glaube, ich sichere mir die Seite imissthehomeoffice. Mit einer Katze, die an der Tür kratzt. Dem Paketboten, der klingelt. Und einem Kind, das schreit, wenn das Telefongespräch mit dem Chef in einer heiklen Phase ist. Die Zahl der Familienmitglieder ließe sich natürlich einstellen, von null bis zehn, per Mausklick. Je nach persönlicher Vorliebe.

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